Mythos Dehnen: Wundermittel, Zeitverschwendung oder Schlüssel zur Reha?
06.09.2026•26:58
Mythos Dehnen: Wundermittel, Zeitverschwendung oder Schlüssel zur Reha? Kann man sich auf dem Sofa tatsächlich Muskeln andehnen, anstatt Gewichte zu stemmen? In dieser wissenschaftlich fundierten Podcast-Folge entzaubert der Sportwissenschaftler Dr. Konstantin Warnecke hartnäckige Mythen rund um das Stretching und liefert praxisnahe Erkenntnisse für Therapeutinnen, Therapeuten und Patienten. Highlights des Interviews Muskelaufbau ohne Hanteln: Wie ein spezieller Dehnungszugapparat bei Anwendung anstatt 7 Stunden Dehnen pro Woche ähnliche Muskel- und Kraftzuwächse erzielen kann wie klassisches Krafttraining. Gamechanger in der Reha: Warum passives Dehnen bei vorübergehend immobilen Patienten (z. B. nach Kreuzbandrissen) oder bei Diabetes ein entscheidender Hebel sein kann, um Muskelabbau frühzeitig zu stoppen, noch bevor aktives Training möglich ist. Stretching-Mythen auf dem Prüfstand: Eine groß angelegte Delphi-Studie zeigt, warum die positiven Effekte von Dehnen auf Verletzungsprävention und die Vermeidung von Muskelkater oft deutlich überschätzt werden. Effiziente Alternativen: Warum richtig ausgeführtes Krafttraining über die volle Bewegungsamplitude, exzentrisches dynamisches Dehnen (PNF) oder simples Erwärmen (wie Fahrradfahren oder warmes Wasser) oft effektiver für die Beweglichkeit sind als Faszienrollen oder isoliertes Dehnen. Fokus auf Faszien und Sehnen: Einblicke in das „Stress Shielding“-Konzept von Keith Baar und Robert Schleip – und wie verletztes Sehnengewebe durch anhaltende, gezielte Zugspannung optimal zur Heilung stimuliert werden könnte. Dieser Podcast räumt mit veralteten Dogmen auf und bietet wertvolle, evidenzbasierte Ansätze für eine erfolgreiche Regeneration, mehr Beweglichkeit und eine fundierte Bewegungstherapie.