Innovationen in der Supply Chain: Wie man eine interne Digitalisierungseinheit aufbaut, die wirklich liefert
Felgendreher & Friends - Diskussionen für Supply Chain Fans
23.04.2026 • 52 Min.
In der Industrie hört man oft den Vorwurf, dass es viel zu lange dauert, bis Innovationen und neue Technologien, die am Markt längst verfügbar sind, tatsächlich im Unternehmen ankommen. Warum ist das so? Und wie schafft man es, als Supply Chain Verantwortlicher den Wandel tatsächlich ins Unternehmen zu tragen? In dieser Folge spricht Boris mit Abdirahman Ikar, der seit über 15 Jahren in jeder seiner Stationen eigene Innovations- und Digitalisierungseinheiten aufgebaut hat. Abdi ist Supply Chain Leader mit Stationen unter anderem bei Leica, Magna, Deutz und Pepperl+Fuchs. Zudem ist er als Kurator/Board Advisor beim Fraunhofer in Magdeburg tätig. Sein Credo lautet "Just do it by yourself". Statt darauf zu warten, dass Berater Konzepte auf PowerPoint bringen oder Startups die perfekte Lösung liefern, baut Abdi interne Teams, die End-to-End Supply Chain neu denken, Silos aufbrechen und Millionen an Einsparungen realisieren. Unter anderem geht es um folgende Themen: - Warum Innovationen aus dem Markt und der Startup-Szene zu selten den Weg in die Industrie finden Abdis Formel "Just Do It by yourself" und wie man Innovation inhouse adaptiert statt nur zu beobachten - Der Aufbau eigener Innovationsabteilungen bei Leica, Magna und Deutz ab 2011 - Wie man Widerstände in Begeisterung verwandelt und Silos aufbricht - Warum 99 Prozent seiner Teams aus bestehenden Mitarbeitern bestehen und was das über interne Talente verrät - Fallbeispiel: Ein 18-Personen-Team als internes Consulting aus Analytics, Einkauf, Planung, IT, Controlling und Vertrieb - Wie Daten aus Vietnam und Singapur zu echten Business-Entscheidungen werden - Misaligned Incentives: Warum der Einkauf Millionenbestände produziert und Material verschrottet wird - Value Engineering in der Praxis: 6 Mio. € Einsparung mit nur 3 Mitarbeitern - Die Rolle von Transparenz, Playbooks und klaren KPIs wie Lead Time, Operational Cost und Verschrottungsrate - Fehlerkultur als Grundvoraussetzung für echte Innovation - Globale Hotspots jenseits von Europa: Vietnam, China, Malaysia und Afrikas Vorreiterrolle beim Mobile Payment - Risikobereitschaft mit Leitplanken: Board, Budget und Partnerschaften mit Fraunhofer, Universitäten und Startups - Warum der End-to-End-Ansatz für die Supply Chain zur Überlebensfrage wird Drei Take-aways: - Innovation ist keine Stabsfunktion, die man delegieren kann. Sie gehört direkt an die Leadership-Ebene angedockt. - Die wertvollsten Ideen liegen oft schon im Unternehmen. Man muss nur den Rahmen schaffen, in dem sie ausgesprochen und umgesetzt werden dürfen. - End-to-End denken heißt, die Silos zwischen Vertrieb, Planung, Einkauf und Logistik konsequent aufzubrechen und globale Diversität als Innovationsmotor zu nutzen. Hilfreiche Links: Abdirahman Ikar auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/abdirahman-ikar-b437317/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/