36 - Mit Wiebke Ankersen, Geschäftsführerin AllBright Stiftung
Female Success
03.09.2026 • 52 Min.
Kriesenlähnung versus echter Kulturwandel: Wie Führung in Deutschland vielfältiger wird In dieser Episode von FEMALE SUCCESS begrüßt Dr. Marie-Theres Thiell einen ganz besonderen Gast: Dr. Wiebke Ankersen, Co-Geschäftsführerin der deutsch-schwedischen Allbright Stiftung. Wiebke Ankersen gehört zu den prägensten Stimmen für moderne Führung und Chancengleichheit in der Wirtschaft. Die Allbright Stiftung analysiert regelmässig den Frauenanteil in Vorständen sowie Geschäftsführungen und zeigt auf, welche Hebel für einen echten Kulturwandel angesetzt werden müssen. Im Gespräch sprechen beide über Zahlen, Daten und Fakten aus den aktuellen Allbright-Studien, beleuchten den Einfluss des schwedischen Dual-Career-Modells und geben konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen und ambitionierte Führungsfrauen. Key Takeaways & Highlights - Die Entstehung der Allbright Stiftung: Gegründet vom schwedischen Unternehmer und Investor Sven Hagströmer (Jahrgang 1943). Seine Definition von Feminismus: Chancengleichheit schaffen, damit Wirtschaft und Gesellschaft von Frauen und Männern gleichermassen gestaltet werden - Aktuelle Zahlen & Krisenlähmung: Der Allbright-Herbstbericht 2025 zeigt Stagnation bei den 160 börsennotierten Unternehmen (DAX, MDAX, SDAX). Der Frauenanteil liegt bei 20 % in den Vorständen und 37 % in den Aufsichtsräten. In Krisenzeiten greifen Aufsichtsräte vermehrt auf altbekannte Muster (Männer) zurück. - Börse versus Familienunternehmen: Bei den 100 grössten deutschen Familienunternehmen liegt der Frauenanteil in den Geschäftsführungen nur insgesamt bei 13 %. Transparenz und öffentlicher Druck an der Börse zeigen eine spürbare Wirkung, wohingegen nicht börsennotierte Familienunternehmen bei Kulturverändrungen oft hinterherhinken. - Lichtblick CFO-Position: 40 % der neu rekrutierten Vorständinnen übernahmen Finanzressorts (CFO). Da die CFO-Rolle zunehmend als Sprungbrett zur CEO-Position dient, eröffnet dies vielversprechende Perspektiven - Der Thomas-Kreislauf: Homogene Führungsteam neigen dazu, Ähnliches zu fördern (Unconscious Bias). Transparente Prozesse und bewusste Rekrutierungsmuster sind unabdingbar, um diesen Kreis zu durchbrechen - Deutschland vs. Schweden: Während Deutschland strukturell noch stark an alten Rollenbildern (z. B. Ehegattensplitting, Teilzeitfallen) festhält unterstützt Schweden das Dual-Career-Modell durch ganztägige Bildungsstrukturen und eine vereinbarkeitsfreundliche Unternehmenskultur. Drei Schritte für Unternehmen zu mehr Frauen in Führung: 1. Tone from the Top: Die oberste Führungsebene (Vorstand & Aufsichtsrat) muss den Wandel aktiv wollen und vorleben. 2. Nüchtern Bestandsaufnahme: Offengelegen, an welchen Stellen Frauen fehlen, Hürden analysieren und messbare Ziele mit klaren Zeitrahmen definieren. 3. Ergebnisse nachhalten & externe Expertise nutzen: Fortschritte kontinuierlich ansprechen und blinde Flecken durch externe Begleitung aufdecken. Drei Ratschläge für ambitionierte Frauen 1. Wartet nicht darauf, entdeckt zu werden: Proaktiv Position beziehen und Karrierepfade selbst gestalten 2. Wechsel als Karriere-Turbo nutzen:Der Weg in den Vorstand führt bei Frauen besonders häufig über einen Unternehmenswechsel. 3. Take it, change it or leave it: Nicht zu viel Geduld in verkrusteten Strukturen verlieren. Sucht gezielt Umfelder, die Leistung schätzen und echte Chancen bieten. Links: Website der Allbright Stiftung: allbright-stiftung.de (Regelmässige Berichte & alle Studien zum Download) Linkedin: Folge Dr. Wiebke Ankersen und der Allbright Stiftung für aktuelle Analysen.