140 Tage im Hungerstreik - Wem gehört Athen?
140 Tage im Hungerstreik - Wem gehört Athen?

140 Tage im Hungerstreik - Wem gehört Athen?

Fernverbindung - Der Auslands-Podcast der taz


25.06.2026 • 22 Min.

Seit Anfang Februar befand sich der griechische Aktivist Aristotelis "Aristos" Chantzis im Hungerstreik, nahm nur Wasser, Tee, Vitamine, Mineralstoffe und etwas Zucker zu sich. Inzwischen wiegt er nur noch 35 Kilogramm. Am Montag wurde er in Athen in ein Krankenhaus eingeliefert. Am Mittwochabend wurde bekanntgegeben, dass der Hungerstreik beendet sei. Chantzis protestiert gegen die Räumung eines autonomen Wohnprojekts in Athen: der Prosfygika, der sogenannten „Flüchtlingsbauten“. Dort leben rund 400 ehemalige Wohnungslose, Migrantinnen und politische Aktivistinnen. Seit Jahren will die Regionalverwaltung den Komplex räumen und attraktiv „neugestalten“ – und bald könnte es so weit sein. Die Vorgänge machen sichtbar, wie die Gentrifizierung die Wohnkosten in Griechenlands Hauptstadt nach oben treibt und langjährige Bewohner*innen immer stärker unter Druck geraten. Wem gehört Athen nach der Schuldenkrise? Ist Prosfygika ein Relikt vergangener Kämpfe oder ein Modell für die Zukunft? Und was hat die EU mit den Räumungsplänen zu tun? Über diese Fragen sprechen in der aktuellen Folge der Fernverbindung taz-Auslandsredakteur Fabian Schroer und Griechenland-Korrespondent Ferry Batzoglou. ⏰❗️ Diese Folge wurde aufgezeichnet am Mittwoch, 24. Juni 2026, um 11.00 Uhr MEZ. Am Mittwochabend gab die Gemeinschaft der Prosfygika bekannt, dass der Streik im Einvernehmen mit den beiden Hungerstreikenden beendet werde. Der Kampf gehe mit anderen Mitteln weiter. Kurz zuvor hatte der Stadtrat Athen dafür gestimmt, dass ein Dialog zwischen der Regionalverwaltung und der Gemeinschaft eingeleitet werden soll. Der Stadtrat Athen forderte von der Gemeinschaft der Prosfygika als Bedingung, den Hungerstreik zu beenden. Das geschah nach unserer Aufnahme, daher kommen diese Informationen im Podcast nicht vor. * Im Podcast spricht Ferry Batzoglou von 221 Wohnungen, eigentlich sind es 228