#67: Zero Trust trifft Agentic AI. Was passiert jetzt?
#67: Zero Trust trifft Agentic AI. Was passiert jetzt?

#67: Zero Trust trifft Agentic AI. Was passiert jetzt?

Follow the White Rabbit - Der IT-Security Podcast


14.08.2026 • 37 Min.

Irgendwo in deinem Unternehmen ist gerade ein KI-Agent aktiv. Vielleicht sogar mehrere. Eventuell hat eine Fachabteilung einen eingesetzt, ohne dass die IT-Security davon weiß. Vielleicht kommunizieren sie bereits mit anderen Agenten, sowohl intern als auch extern. Du hast keine Ahnung, was sie dabei austauschen. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht Lisa Fröhlich mit Mirko Ross, dem Gründer von asvin und seit Jahrzehnten sozialisiertem Hacker, über die vielleicht dringlichste Frage der aktuellen KI-Debatte: Wie sichert man eigentlich Systeme ab, die nicht mehr deterministisch funktionieren? Mirko kennt beide Seiten des Spiels: Als jemand, der KI-Systeme seit über sieben Jahren angreift, und als Unternehmer, der Cybersecurity Risk Modeling für die Verteidiger entwickelt. Seine Diagnose ist klar: Agentic AI bricht die klassische Perimeterlogik. Zero Trust war die Antwort auf unkontrollierte Netzwerkzugriffe durch Menschen und Systeme, doch KI-Agenten entstehen und verschwinden dynamisch, kommunizieren in natürlicher Sprache statt über definierte Schnittstellen und lassen sich nicht einfach über Identitätsmanagement regeln. Und dann ist da noch die Kostenfrage, die kaum jemand laut ausspricht. Die leistungsfähigsten Modelle – aktuell Mythos und GPT 5.6 – kosten pro Token ein Vielfaches gegenüber ihren Vorgängern, liefern aber vielleicht nur 20 bis 25 Prozent mehr Output. KI-Agenten optimieren nicht auf Wirtschaftlichkeit. Sie lösen die Aufgabe – egal, wie viel Rechenleistung sie dafür verbrauchen. Das Ergebnis: Unternehmen müssen vor Monatsende zum CFO rennen und erklären, warum das KI-Budget schon aufgebraucht ist. Mirko erklärt, wie Model Routing und AI Gateways dieses Problem lösen können und warum sich das Know-how, das man bisher für gute Pentester brauchte, fundamental verändern wird. TakeawaysSchatten-KI entsteht von unten, nicht von oben. Wenn Governance Agenten verbietet, die Leute ihre Deadlines aber damit schaffen, passiert es trotzdem – auf dem Privatlaptop und außerhalb jeder Kontrolle. Wer das ignoriert, hat nicht weniger Risiko, sondern nur weniger Sichtbarkeit.Zero Trust funktioniert nicht für nicht-deterministische Systeme. KI-Agenten sind kurzlebig, dynamisch und kommunizieren in natürlicher Sprache – kein Identitätsmanagement der Welt war dafür ausgelegt. Das Konzept braucht eine grundlegende Erweiterung für die Ära der Agenten.Den Nanny-Bot zu bauen schafft das nächste Angriffsziel. Jailbreaks und Prompt Injections funktionieren. Wer einen Agenten baut, der andere Agenten kontrolliert, muss Folgendes wissen: Ein versierter Angreifer wird einen Prompt finden, der das System in den „Do Anything Now“-Modus versetzt.Das Patch-Fenster schrumpft von Tagen auf Minuten. KI-Systeme skalieren, Menschen nicht. Wer bisher dachte, drei Tage zum Patchen seien genug, muss mit Agentic AI auf der Angreiferseite bitter umdenken.Model Routing ist die neue Pflichtdisziplin. Nicht jede Aufgabe erfordert das teuerste Modell. Eine einfache Schwachstellensuche im Code erfordert ein günstiges Modell. Eine vollständige Systemübernahme simulieren – dafür braucht man das Frontier Model. Wer das nicht routet, verbrennt das Token-Budget und muss sich dem CFO erklären.Jetzt abonnieren – und keine Folge mehr verpassen Diese Folge ist für alle, die KI einsetzen oder absichern müssen und wissen wollen, was dabei wirklich passiert. Abonniere „Follow the White Rabbit” auf deiner Lieblingsplattform, hinterlasse eine Bewertung und schicke die Folge an alle in deinem Netzwerk, die gerade an einer KI-Strategie arbeiten. Links Mirko Ross – Gründer & CEO, asvin | KI-Sicherheitsexperte | LinkedIn | asvin.io Anthropic: Project Glasswing & Claude Mythos OWASP: Top 10 für LLM-Anwendungen & Prompt Injection BSI: KI-Sicherheit und Zero Trust