Episode 67: KI im Unternehmen & IBM Project Bob – Erfahrungen aus der Praxis 🎙️mit Daniel Groß
Future and i - Der IBM i Podcast
13.05.2026 • 32 Min.
? KI bei der Geis Gruppe – Von der Idee zur Praxis Die KI-Reise bei Geis begann vor rund anderthalb bis zwei Jahren – initiiert durch die Unternehmensführung, die das Thema frühzeitig erkannt hat. Den Einstieg machte ein erstes Pilotprojekt gemeinsam mit der IBM: ? Automatische E-Mail-Analyse für Tagespreisanfragen (300–500 Anfragen täglich!)? Selbstbedienungsportal für Kunden zur direkten Preisabfrage aus Tarifen? KI-gestützte Schätzpreise für nicht tarifierte Routen – realisiert mit Fraunhofer in Dortmund, auf Basis historischer Frachtbörsendaten in Echtzeit? AI-Walker von Visionflow – No-Code-Tool für Eingangsrechnungsbewertung, Info-Postfach-Verteilung und Tagespreisanfragen per E-MailZiel: Prozesse beschleunigen, Mitarbeiter entlasten und Kunden schneller Antworten liefern – denn in der Logistik gilt: Zeit ist Geld ⏱️ Gesunde Skepsis war dabei – und das ist laut Daniel auch gut so. Im Großen und Ganzen wurde die KI-Unterstützung aber positiv aufgenommen: Mitarbeiter wurden von Routinearbeit entlastet, Kundendaten lagen schneller auf dem Bildschirm. Daniel war als IBM-Champion-Sponsor-User bereits früh in die Entwicklung des Watson X Code Assistant für RPG (IBM i) eingebunden. Auf der IBM Tech Exchange in Orlando erlebte er dann die offizielle Vorstellung von Project Bob – ein echter Augenöffner ? "Das war etwas, was wir vorher noch gar nicht gesehen hatten." Was Project Bob beeindruckend kann: ? Dokumentation von komplexem Legacy-Code – egal wie viele tausend Zeilen?️ Erstellung von Markdown-Wikis inklusive Aufrufplänen, Entity-Relationship-Diagrammen und kompletten Programmbäumen? Auflösung kryptischer, sechsstelliger RPG-Variablennamen – Bob findet selbst aus altem Code heraus, was z. B. XX4711 bedeutet♻️ Code-Refaktorierung – Daniel hat es sogar für die Hausaufgaben seiner Tochter getestet: MVVM-Umbau eines C#-Programms – auf Anhieb fast fehlerfrei ✅Grüne Wiese / Code von Null: Wenn kein bestehender Code als Vorlage da ist, kommt es häufiger zu Halluzinationen oder nicht kompilierbarem CodeNicht deterministisch: Derselbe Code heute und in vier Wochen kann unterschiedliche Ergebnisse liefern – daher nutzt Geis für Source-Code-Konvertierungen weiterhin spezialisierte Tools wie R-CutÖkosystem im Aufbau: Change-Management-System CM1 (Taskforce) braucht noch ein passendes VS Code Plugin – ein entscheidender Schritt, bevor Bob täglich produktiv eingesetzt werden kannGeis hat KI-Modelle testweise lokal auf Power 10-Maschinen betrieben – und sogar eine Power 11-Maschine dafür angemietet. Die erhoffte Spire-Karte (128 GB Cache/Karte) wurde wegen langer IBM-Lieferzeit nie geliefert. Das Pilotprojekt endete – und der Weg führte in die Cloud ?️ Project Bob läuft für IBM i Kunden ohne IBM Z-Infrastruktur gehostet – und das DSGVO-Thema ist mittlerweile gemeinsam mit IBM geklärt ✅ Daniel fasst es treffend zusammen: "Es ist wie ein inselbegabter Entwicklerkollege mit fotografischem Gedächtnis, der bei jeder Zeile Code mit über die Schulter blickt." KI ersetzt keine Entwickler – aber sie verändert das Anforderungsprofil. Wer gute Spezifikationen schreiben, Kontext liefern und das Ergebnis bewerten kann, wird enorm profitieren. Die Aktivierungsenergie für den Umstieg ist real – aber danach kommt deutlich mehr Geschwindigkeit ? ✅ KI bei Geis ist kein Experiment mehr – mehrere Projekte laufen produktiv? Project Bob ist ein starkes Werkzeug für Legacy-Code-Analyse und Dokumentation? Das Ökosystem (VS Code, CM1, Prozesse) muss noch mitwachsen? Der Mensch bleibt essenziell – als Architekt, Reviewer und Prompt-Geber? KI als Beschleuniger: Langsam wie bisher wird die Entwicklung nie wieder sein? Wie hat das Team reagiert?? IBM Project Bob – Von der Tech Exchange in die Praxis⚠️ Wo Bob noch Grenzen hat? On-Prem vs. Cloud – Der Versuch mit eigenem LLM? Das große Bild – Was bedeutet KI für Entwickler? ? Jetzt reinhören!