Ratatöskr - das Eichhörnchen und die Macht der Kommunikation
Ratatöskr - das Eichhörnchen und die Macht der Kommunikation

Ratatöskr - das Eichhörnchen und die Macht der Kommunikation

Gedanken unterm Weltenbaum


Vor 6 Tagen • 23 Min.

Ein kleines Eichhörnchen läuft unermüdlich den gewaltigen Stamm des Weltenbaumes Yggdrasil hinauf und hinunter. Sein Name ist Ratatöskr. Und seine Aufgabe ist es, offenbar feindselige Worte zwischen einem Adler in der Baumkrone und dem schlangenartigen Níðhöggr an den Wurzeln zu überbringen. Eine unscheinbare Figur der nordischen Mythologie, deren Geschichte uns erstaunlich viel über unser eigenes Leben erzählen kann. Was geschieht, wenn wir Worte anderer Menschen weitertragen? Warum sprechen wir manchmal lieber übereinander als miteinander? Und wie können aus Missverständnissen Konflikte entstehen, die irgendwann ein Eigenleben entwickeln? In dieser Folge von „Gedanken unterm Weltenbaum“ geht es um die Macht unserer Worte, um Verantwortung, Vertrauen und die Frage, wann es vielleicht besser wäre, eine Botschaft nicht weiterzutragen. Mythologische Quellen Lieder-Edda, Grímnismál, Strophe 32 Hier wird Ratatöskr als Eichhörnchen beschrieben, das an Yggdrasil auf und ab läuft und die Worte des Adlers zu Níðhöggr hinunterträgt. Snorri Sturluson, Prosa-Edda, Gylfaginning, Kapitel 16 In dieser Überlieferung wird ausdrücklich beschrieben, dass Ratatöskr feindselige Worte zwischen Adler und Níðhöggr übermittelt. Die Überlieferungen sagen nicht eindeutig, ob Ratatöskr die Botschaften absichtlich verändert oder welche Beweggründe er für sein Verhalten hat. Die entsprechenden Überlegungen in dieser Folge sind daher eine freie Interpretation der mythologischen Erzählung. Weiterführende Quellen Die Lieder-Edda, insbesondere Grímnismál, Strophe 32 Snorri Sturluson: Die Prosa-Edda, Gylfaginning, Kapitel 16 Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie, Alfred Kröner Verlag Über den Podcast „Gedanken unterm Weltenbaum“ erzählt von der nordischen Mythologie und fragt, was ihre alten Geschichten uns heute noch sagen können. Über die Natur, unser Zusammenleben und uns selbst.