Vom Top Management zur B2B E-Commerce Gründung | Philipp Haferkamp von der Procommerce Group (#32)
Vom Top Management zur B2B E-Commerce Gründung | Philipp Haferkamp von der Procommerce Group (#32)

Vom Top Management zur B2B E-Commerce Gründung | Philipp Haferkamp von der Procommerce Group (#32)

Happy Bootstrapping - Der Podcast für Gründer:innen und Bootstrapper


20.07.2023 • 1 Std. 2 Min.

In dieser Folge spreche ich mit Philipp Haferkamp von der ProCommerce Group. Philipp und seine Mitgründer entwickeln digitale B2B-Brands und verkaufen die Produkte in ihrem eigenen Online-Shop und auf Marktplätzen wie Amazon, Metro und Kaufland. Die ProCommerce Group hat 12 Mitarbeiter an den Standorten Essen und Würzburg und plant für dieses Jahr einen zweistelligen Millionenumsatz. Die Firma ist profitabel und hat bereits im ersten vollen Jahr Gewinne erzielt. Die Idee, Regale online zu verkaufen, entstand aus früheren Erfahrungen im B2B-E-Commerce-Bereich bei der TAKT AG, wo sie verschiedene digitale Geschäftsmodelle kennengelernt haben. Zu Beginn hatten sie Schwierigkeiten, Hersteller zu überzeugen, da niemand Regale aus Asien kaufte. Aber sie konnten sie letztendlich überzeugen und begannen, LKW-Container mit Regalen zu importieren. Ihre Kunden sind hauptsächlich B2B-Kunden aus verschiedenen Branchen. Sie beliefern Reifenhändler, Dachdecker, Handwerker und sogar Büros, die Regale für ihre Lager oder Büros benötigen. Die Verkäufe erfolgen sowohl über den eigenen Shop als auch über verschiedene andere Marktplätze wie Amazon, Metro, Otto oder Kaufland. Sie versuchen durch guten Service und eigene Branding-Maßnahmen Kunden stärker an sich zu binden. Sie haben eine Eigenmarke namens Pro Regal, die sie in Regalkontexten verkaufen, und sie erweitern ihr Sortiment um Regale für den Home- und Living-Bereich unter der neuen Marke Berlin Lodge. Sie starten klassisch mit Paid Marketing auf Google und Amazon, um ihre Produkte bekannt zu machen. Da Regale häufig nachbestellt werden, versuchen sie, Kunden immer im Blick zu behalten und ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Sie sehen auch, dass ihre Regale, die eher in den Home-and-Living-Bereich gehen, auf anderen Online-Marktplätzen gut funktionieren. Sie sind auch im Gastro-Bereich aktiv und verkaufen dort Produkte wie Kühlgeräte. Die Vermarktung erfolgt rein digital, vor allem über den Metro Marktplatz. Sie arbeiten direkt mit den Herstellern zusammen und legen großen Wert auf den After-Sale-Service, um Kunden an sich zu binden. Ihr Ziel ist die Internationalisierung von ProEgal und der Ausbau ihres Sortiments. Die Hauptperson der Show hat kurz nachgefragt, ob es beim internationalen Handel von Waren nach einem 90-Tage-Zahlungsziel funktioniert oder wie es genau abläuft. Philipp erklärt, dass es beim Handel mit Waren aus Asien schwieriger ist, da man meistens im Voraus zahlen muss, bevor die Produktion startet. Bei europäischen Herstellern hängt es von der Einigung ab, aber generell müsse man direkt zahlen, wenn der LKW losfährt. Am Anfang haben sie mit drei bis vier LKW-Ladungen gestartet und hofften darauf, dass sie ihre Ware verkaufen können. Jetzt haben sie den Druck, ihre Ware an den Mann und die Frau zu bringen. Die Hauptperson hat auch gefragt, ob sie Bankkredite aufgenommen haben, um das Geschäft vorzufinanzieren. Philipp erklärt, dass sie alles mit ihren eigenen Mitteln gemacht haben. Sie haben mit wenigen LKW-Ladungen angefangen und das Geschäft sukzessive gesteigert. Als nächstes haben sie über das Firmenwachstum gesprochen. Die ProCommerce Group hat derzeit etwa 13-14 Mitarbeiter, inklusive Werkstudenten. Am Anfang haben sie alles selbst gemacht, von Produktfotos bis zur Erfassung der Produktdaten. Sie haben selbst ins System eingetragen und sind viel durch Europa gereist. Jetzt wollen sie weiter international wachsen und einen weiteren Markt erschließen. Der Sprecher empfiehlt jungen Menschen, vor der Entscheidung, sich bei einem Konzern zu bewerben oder ein eigenes Unternehmen zu gründen, Erfahrungen im Konzernbereich zu sammeln, um den Markt und erfolgreiche Geschäftsmodelle kennenzulernen. Er betont, dass Selbstständigkeit nicht immer eine bahnbrechende Idee erfordert, sondern kontinuierliches Arbeiten an den Details und kontinuierliche Verbesserungen. Er ermutigt jedoch jeden, für sich selbst zu entscheiden, ob die Selbstständigkeit zu ihm passt. Abschließend erklärt der Sprecher, dass er derzeit nicht stark in den Startup-Netzwerken in Essen vertreten ist, erwähnt jedoch, dass es solche Netzwerke gibt. In seiner Freizeit widmet er sich hauptsächlich seinem Gründungsunternehmen und seiner Familie. Die Ziele von ProCommerce für dieses Jahr sind die Internationalisierung und die Expansion in einen weiteren Markt. Sie streben ein kontinuierliches, gesundes Wachstum an. Es gibt noch Bereiche, an denen gearbeitet werden muss, wie die Verbesserung der Filter auf der Webseite für eine bessere Benutzererfahrung und die Weiterentwicklung des Produkts. Der Sprecher bedankt sich bei seinem Gesprächspartner für seine Offenheit und den Mut, seinen gut bezahlten Job hinter sich zu lassen und etwas Neues zu wagen. Er erwähnt auch, dass ProCommerce offen für Praktikanten und Werkstudenten ist und verlinkt die Jobseite. Schließlich bittet er um Feedback und Vorschläge für Gäste und bittet die Zuhörer um Bewertungen und Empfehlungen. In der nächsten Woche wird er mit Fabian Fröhlich vom 7plusclub.de sprechen. 00:00:00 Einführung: Die ProCommerce Group und ihre Produkte 00:01:25 Launch von Pro Regal und Verkauf von Betriebsausstattung 00:08:55 B2A: Business to Anybody statt B2C und B2B 00:17:05 Verkauf der Berlin Lodge Regale über proregal.de 00:19:48 Einreichen von Produkten für Aktionen wie den Prime Day 00:23:52 Gastro als Modell mit geringem Working Capital 00:27:13 Herausforderungen bei der User Experience und Datenmanagement 00:33:35 Starten in Europa ohne Zahlungsziel 00:40:56 Vollzeit-Engagement beim Firmenaufbau 00:43:58 Keine Kapitalaufnahme geplant, Fokus auf Profitabilität 00:49:07 Vorteile der Selbstbestimmung und effizienten Abläufe 00:57:07 Essen und lokale Vernetzung