Das schweigende Kind – Wenn der Zwang erzählt, worüber du nicht sprechen konntest
Heilung von Zwangsstörungen: Entdecke die transformative Kraft der BTM-Therapie
16.07.2026 • 7 Min.
Was steckt wirklich hinter einer Zwangsstörung? Warum entstehen Zwangsgedanken und Zwangshandlungen – und weshalb verschwinden sie bei manchen Menschen trotz Verhaltenstherapie, Konfrontationstherapie, Exposition und Medikamenten nicht dauerhaft? In dieser Podcastfolge spreche ich über einen anderen Blick auf Zwänge. Ob Kontrollzwang, Waschzwang, Wiederholungszwang, Ordnungszwang oder quälende Zwangsgedanken: Der Zwang ist aus meiner Sicht nicht einfach nur ein sinnloses Symptom, das bekämpft oder unterdrückt werden muss. Er kann ein Hinweis auf ein altes Gefühl und eine verdrängte Geschichte sein. Viele Menschen mit einer Zwangsstörung erleben starke Angst, innere Unruhe, Anspannung, Schuldgefühle oder ein namenloses Unbehagen. Weil die eigentliche Ursache nicht mehr bewusst zugänglich ist, sucht der Kopf nach einer Erklärung. Der Zwang gibt diesem Gefühl schließlich einen Ort: Die Hände müssen gewaschen, der Herd kontrolliert, bestimmte Gedanken neutralisiert oder Handlungen immer wieder wiederholt werden. Doch warum ist dieses Gefühl überhaupt entstanden? In meiner Arbeit als Heilpraktiker für Psychotherapie und Entwickler der Back-to-Memory-Therapie gehe ich dieser Frage nach. Dabei zeigt sich häufig ein Zusammenhang mit belastenden Erfahrungen aus der Kindheit, emotionaler Überforderung, Angst, Hilflosigkeit, Scham, Schuld oder Erlebnissen, über die das Kind damals nicht sprechen konnte. Die Folge zeigt, warum Verdrängung ursprünglich ein wichtiger Schutz sein konnte, weshalb der Kampf gegen Zwangsgedanken und Zwangshandlungen so erschöpfend ist und warum Veränderung dort beginnen kann, wo die Ursache des Gefühls erkannt und bearbeitet wird. Denn vielleicht ist dein Zwang nicht dein Feind. Vielleicht erzählt er die Geschichte eines Kindes, das damals schweigen musste – und heute endlich gehört werden möchte.