Warum Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen oft nicht ausreicht
Heilung von Zwangsstörungen: Entdecke die transformative Kraft der BTM-Therapie
06.08.2026 • 6 Min.
Viele Menschen mit einer Zwangsstörung haben bereits eine Verhaltenstherapie, Konfrontationstherapie oder Expositionstherapie gemacht. Sie haben gelernt, Zwangsgedanken auszuhalten, Zwangshandlungen zu unterbrechen und sich der Angst zu stellen. Trotzdem bleiben bei manchen Betroffenen der innere Druck, die Angst, die Unsicherheit und der Drang zu kontrollieren, zu waschen oder bestimmte Dinge immer wieder zu wiederholen. In dieser Folge meines Podcasts „Zwangsstörung einfach erklärt“ spreche ich darüber, warum Verhaltenstherapie bei Zwängen hilfreich sein kann, aber manchmal nicht ausreicht. Denn eine Zwangsstörung besteht nicht nur aus sichtbarem Verhalten. Hinter einem Waschzwang, Kontrollzwang, Wiederholungszwang, Ordnungszwang oder Grübelzwang können tiefer liegende Gefühle und emotionale Erfahrungen stehen. Viele Menschen wissen ganz genau, dass ihre Hände sauber sind, die Tür abgeschlossen ist oder ihre Zwangsgedanken keine reale Gefahr darstellen. Trotzdem reagiert der Körper weiterhin mit Angst, Ekel, Anspannung, innerer Unruhe oder dem Gefühl, dass etwas Schlimmes passieren könnte. Warum ist das so? Weil der Verstand etwas verstanden haben kann, während das Gefühl weiterhin Alarm schlägt. Ich erkläre in dieser Podcastfolge, warum Zwangsgedanken und Zwangshandlungen aus meiner Sicht häufig eine Schutzfunktion haben. Der Zwang ist dann nicht einfach nur ein Feind, der bekämpft werden muss. Er kann wie ein innerer Wachhund versuchen, vor einem alten Gefühl, einem belastenden Erlebnis oder einem Ursprungskonflikt zu schützen. Gerade Menschen, die schon lange unter einer Zwangsstörung leiden, berichten häufig, dass sie ihre Zwänge inzwischen genau verstehen. Sie wissen, wie eine Zwangsstörung funktioniert, kennen ihre Auslöser und haben bereits versucht, den Zwang zu kontrollieren oder zu überwinden. Trotzdem fühlen sie sich innerlich nicht frei. In meiner Arbeit mit der Back-to-Memory-Therapie, kurz BTM-Therapie, geht es deshalb nicht nur um die Frage: Wie kann ich eine Zwangshandlung verhindern? Es geht auch um die Fragen: Was löst den Zwang im Inneren aus? Welches Gefühl entsteht kurz vor dem Waschzwang oder Kontrollzwang? Woher kommt die Angst vor Verschmutzung, Krankheit, Schuld, Verantwortung oder Kontrollverlust? Und warum braucht der Körper trotz aller Vernunft weiterhin Sicherheit? Diese Folge richtet sich an Menschen mit Zwangsstörungen, Angehörige von Betroffenen und alle, die mehr über die Ursachen, Behandlung und Therapie von Zwängen erfahren möchten. Vielleicht hast du bereits eine kognitive Verhaltenstherapie, Exposition mit Reaktionsverhinderung, Medikamente gegen Zwangsstörungen oder andere Therapieformen ausprobiert. Vielleicht fragst du dich, warum deine Zwänge trotzdem zurückkommen oder sich in einer anderen Form zeigen. Dann bedeutet das nicht automatisch, dass du austherapiert bist oder dir nicht genug Mühe gegeben hast. Es kann bedeuten, dass bisher vor allem das sichtbare Zwangsverhalten behandelt wurde, während das Gefühl, das den Zwang immer wieder auslöst, noch weiterwirkt. In dieser Folge erfährst du, warum Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen manchmal nicht ausreicht, welche Rolle Gefühle und Kindheitserfahrungen spielen können und weshalb der Zwang möglicherweise nicht gegen dich arbeitet, sondern versucht, dich zu schützen. Mehr Impulse und Einblicke in meine Arbeit mit Zwangsstörungen und der Back-to-Memory-Therapie findest du auf www.heiko-vandeven.de