Franz Pichler, SPUSU
Franz Pichler, SPUSU

Franz Pichler, SPUSU

Highspeed - Der Netzwerk Podcast


05.10.2026 • 35 Min.

Wie souverän ist Europa wirklich, wenn wir unsere digitale Infrastruktur nicht selbst kontrollieren? Digitale Souveränität ist längst mehr als ein politisches Schlagwort. Sie wird zu einer strategischen Frage für Unternehmen, Staaten und die europäische Wirtschaft. Denn Abhängigkeiten bei Technologien, Daten, Cloud-Diensten, Chips oder künstlicher Intelligenz beeinflussen, wie selbstbestimmt Europa seine digitale Zukunft gestalten kann. In der aktuellen Folge von Highspeed sprechen Franz Pichler von Spusu und Thomas Klein von Pan Dacom darüber, was digitale Souveränität in der Praxis bedeutet und wie Europa seine technologische Unabhängigkeit stärken kann. Dabei treffen zwei Perspektiven aufeinander: Franz Pichler ist überzeugt, dass Europa über das notwendige Wissen und die Fähigkeiten verfügt, wieder mehr Technologien selbst zu entwickeln und zu produzieren. Dafür brauche es vor allem Mut, Investitionen und den Willen, neue Lösungen umzusetzen. Thomas Klein hält vollständige Unabhängigkeit dagegen für unrealistisch. Für ihn geht es um ein kontrolliertes Management digitaler Abhängigkeiten: zu wissen, von wem man abhängig ist, warum diese Abhängigkeit besteht und wo eigene Alternativen sinnvoll sind. Denn digitale Souveränität bedeutet nicht, alles selbst zu machen. Sie bedeutet, Abhängigkeiten zu verstehen und zu kontrollieren, Datenhoheit zu sichern und technologische Wahlmöglichkeiten zu erhalten. Besonders relevant ist das bei KI, Cloud-Technologien, Chips, Netzwerktechnologien und Cybersecurity. Am Ende steht eine zentrale Frage: Wie viel digitale Unabhängigkeit brauchen wir – und wie viel Abhängigkeit können wir uns leisten?