Camping mit diplomatischer Note: Warum selbst der Stellplatz Fingerspitzengefühl braucht
ICONIC CAMPERS
01.07.2026 • 20 Min.
Vom Botschafter zum Camper: Beim Weltcampingtreffen trifft Peter Heinrich den türkischen Diplomaten im Ruhestand, Avni Aksoy. Vier Jahrzehnte lang vertrat er sein Land, war Botschafter in Kenia und Mosambik und suchte nach dem Tsunami 2004 in Phuket nach vermissten türkischen Staatsbürgern. Heute reist er im Wohnmobil - sechs Tage von der Türkei über Griechenland und Italien bis nach Niederbayern. Aksoy erklärt, warum Diplomaten nicht nur darauf achten, was gesagt wird, sondern besonders auf das, was unausgesprochen bleibt: Sie müssen die Wahrheit sagen, aber nicht jede Wahrheit. Sein Fazit zur Weltpolitik ist klar: Dauerhafte militärische Lösungen gibt es nicht, am Ende führt kein Weg an Gesprächen vorbei. Diplomatie braucht es auch auf dem Campingplatz, denn schon die Frage, welche Ländergruppe man zuerst besucht, kann eine Botschaft senden. Deutschland erlebt Aksoy als Campingtraum mit Stellplätzen, Infrastruktur und kurzen Wegen. Sein Reisetipp: gut planen, aber im Plan genügend freie Seiten lassen. Und was darf im Camper nicht fehlen? Ausgerechnet ein Geschirrspüler. Nach 40 Jahren im diplomatischen Dienst bedeutet Camping für ihn vor allem zwei Dinge: Freiheit und Freizeit.