Im Aufzug mit Dr. Stephan Marks
Im Aufzug mit Dr. Stephan Marks

Im Aufzug mit Dr. Stephan Marks

Im Aufzug


Vor 2 Tagen • 1 Std. 39 Min.

Diese Woche spreche ich mit Dr. Stephan Marks, einem der führenden Schamforscher im deutschsprachigen Raum. Er ist Politik- und Sozialwissenschaftler und Autor, aber vor allem eines: ein Mensch, der sich unerschrocken einem unserer schmerzhaftesten, verdrängtesten und zugleich politischsten Gefühle widmet. Wir sprechen darüber, wie ihn die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus zur Schamforschung führte und welche zentrale Rolle unbewusste Beschämung beim Aufstieg rechter Bewegungen und gesellschaftlicher Spaltung spielt. Wir tauchen tief ein in die großen Fragen unserer Zeit: Warum macht uns unbewusste Scham narzisstisch und einsam? Wie unterscheiden sich die vier menschlichen Grundbedürfnisse – von Anerkennung über Intimität und Zugehörigkeit bis hin zur eigenen Integrität? Und warum ist Schamlosigkeit oft nur der verzweifelte Versuch, eigene Entwürdigung zu überspielen? Stephan erklärt, wie wir in der Erziehung und Pflege Räume der Würde schaffen können, beleuchtet das Phänomen der mitgefühlten Scham und zeigt auf, warum echtes Hinsehen der Schlüssel für ein verständnisvolles Miteinander ist. Gemeinsam blicken wir auf das feine Netz zwischenmenschlicher Beziehungen, diskutieren gesellschaftliche Sündenböcke und hinterfragen den Umgang mit Leistung, Armut und Alter. Stephan erforscht die Scham nicht nur theoretisch, sondern hilft uns aktiv dabei, sie aus der Schmutzecke zu holen und ihr mit Würde zu begegnen. Aufzugtür auf für Dr. Stephan Marks!