imagine all the agents - mit sabine fischer
imagine all the agents
Vor 4 Tagen • 1 Std. 15 Min.
Ich bin noch immer ganz beflügelt von meinem Gespräch mit Sabine, die nicht nur Professorin für Ideenökonomie an vielen Hochschulen ist, sondern unser „Ur-Bird“. Schon weit vor unserer offiziellen Gründung hat sie uns begleitet und damals sogar höchstpersönlich das Logo der Birds "sortiert". Als jemand, der so lange und tief in die DNA von Ideen blickt, bringt sie eine erfrischend unkonventionelle Perspektive auf das mit, was KI aktuell bewegt und zukünftig bewegen wird! In unserem Gespräch spannen wir einen großen Rahmen aus vier großen Themenfeldern auf: Idee, Imagination, Vermittlung/Lernen und das zukünftige Zusammenspiel von Mensch und KI. Sabine erklärt wunderbar, dass eine echte Idee weit mehr ist als ein kühles Kopfprodukt - sie ist körperlich spürbar. Doch jede noch so geniale Idee ist fragil; sie braucht ein leidenschaftliches „Wirtstier“, also einen Menschen, der bedingungslos an sie glaubt und sie gegen den Corporate-Alltag verteidigt. Wenn wir Antwort- und Ideengenerierung, das Ausspucken von Wahrscheinlichkeiten und die Arbeit an Tasks zunehmend an Algorithmen auslagern, verändert sich auch der Kern des Lernens radikal. Für Schulen, Universitäten und Führungskräfte bedeutet das, Haltung und Urteilsfähigkeit in den Fokus zu rücken. Es geht nicht mehr darum, die „richtige Antwort“ auswendig zu lernen - das kann die KI schneller. Es geht darum, die Antwort der Maschine kritisch zu hinterfragen, zu bewerten und damit in einer Form zu "bearbeiten", die uns als Mensch vorbehalten ist. „Wir haben KI erfunden. Also bin ich auch mit verantwortlich für den Kram. Ich habe eine Verantwortung, dass es da ist, und die muss ich im Rahmen meiner Möglichkeiten annehmen.“ Aber haben wir im durchoptimierten Alltag überhaupt noch den Mut, wie Hochsprung-Legende Dick Fosbury radikal querzudenken – selbst wenn es für die Masse anfangs wie ein Fehler aussieht? Wie behalten wir als Erschaffer die Macht über unser Werkzeug, anstatt in Ehrfurcht vor der KI zu erstarren und uns kleiner zu machen, als wir sind? Und liegt die größte menschliche Freiheit nicht genau darin, glücklich zuzugeben, dass wir absolut keine Ahnung haben, wie die Welt in 200 Jahren aussieht? Ein wunderbares Gespräch mit einer der faszinierendsten Persönlichkeiten der Hauptstadt!