S3 E5 - Die mit der abgesagten Klimakrise
Irgendwas mit Nachhaltigkeit?
26.05.2026 • 1 Std. 4 Min.
Moin. Der Klimawandel ist abgesagt. Zumindest wenn man einigen Schlagzeilen der letzten Wochen glaubt. Denn das berüchtigte Klimaszenario SSP5-8.5, lange Zeit das Synonym für die schlimmsten Folgen der Erderwärmung, gilt inzwischen als zunehmend unrealistisch und wurde im neuen Szenario-Rahmenwerk für den kommenden IPCC-Bericht nicht mehr als Standardpfad übernommen. Für manche Medien offenbar Grund genug, gleich die gesamte Klimakrise mit abzuräumen. Problem gelöst. Podcast beendet. Nachhaltigkeit kann weg. Oder? In dieser Folge schauen wir uns an, was tatsächlich hinter der Diskussion steckt, warum der IPCC die Klimakrise keineswegs abgesagt hat und weshalb aus einer wissenschaftlichen Einordnung innerhalb weniger Tage eine politische und mediale Erzählung wurde. Und während manche noch darüber diskutieren, ob Nachhaltigkeit überhaupt noch nötig ist, stehen bereits die nächsten Regulierungen vor der Tür: ? Die PPWR verändert die Spielregeln für Verpackungen in Europa grundlegend. Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteile, Mehrwegquoten und neue Dokumentationspflichten werden für viele Unternehmen zur Pflichtaufgabe. ? Die EmpCo-Richtlinie erklärt dem Greenwashing den Kampf. Wer künftig mit Begriffen wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ wirbt, braucht dafür belastbare Nachweise. Das Zeitalter der grünen Bauchgefühle endet langsam, aber sicher. Wir sprechen über Klimaszenarien, Schlagzeilen, Verpackungen, Marketingversprechen und darüber, warum Nachhaltigkeit als Unternehmensthema erstaunlich wenig davon abhängt, ob das schlimmste Klimaszenario nun plausibel ist oder nicht. Kurz gesagt: Die Klimakrise wurde nicht abgesagt. Die Regulierung auch nicht. Und deshalb gibt es wohl doch noch weitere Folgen von „Irgendwas mit Nachhaltigkeit?“.