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Podcast

Worüber spricht man, wenn JUNG und Architektur in einem Satz aufeinandertreffen? Über Farbe, Form und Architektur. Materialität, Stil und Begegnung. Aber auch über Nachhaltigkeit und Fragestellungen innerhalb des täglichen Baugeschehens – zwischen Planern, Architekten, Bauherren, Partnern und Interessierten. Die JUNG Architekturgespräche sind kein Format nur für Experten. Die regelmäßige Veranstaltungsreihe steht für rege Diskussion und Netzwerk zu pulsierenden Themen der Architektur in angenehmer Atmosphäre. In der nationalen als auch internationalen Architekturszene ist der aktuelle Dialog mittlerweile zu einem festen Bestandteil der internationalen Baukultur avanciert. Unsere Diskussionsreihe hat das Bestreben, den fachlichen Dialog an eine Vielzahl der Teilnehmer heranzutragen, denen virulente Themen des baukulturellen Alltags ein Anliegen sind. Nun möchten wir die Architekturgespräche für Euch hörbar machen, egal wo, egal wann … Wir, das sind Dijane Slavic, Nicole Heptner und Wiebke Becker. Bei JUNG sind wir für die nationale und internationale Architekturkommunikation zuständig, und wer weiß, vielleicht sind wir uns ja bereits persönlich bei den JUNG Architekturgesprächen begegnet.

Alle Folgen

  • MIT DER HAND DENKEN

    Heute34:41

    „Nicht alles, was trendy erscheint, altert gut.“ Kaum ein Satz beschreibt die Haltung von Sergei Tchoban besser. Seine Architektur denkt in Zeiträumen statt in Trends: Sie ist präzise, materialbewusst und geprägt von einem tiefen Interesse daran, wie Gebäude Teil einer Stadt werden – und es bleiben können. Im JUNG Talk Podcast sprechen wir mit Sergei Tchoban über nachhaltiges Bauen zwischen Holz, Bestand und Ressourcenschonung, über Materialien, die altern dürfen, und über die Frage, warum Dauerhaftigkeit heute vielleicht radikaler ist als permanente Neuerfindung. Es geht um Architektur als Weiterbauen, um Leichtigkeit und Atmosphäre, um das Verhältnis von Bestand und Gegenwart sowie um Gebäude, die mehr sein wollen als nur kurzfristige Bilder. Außerdem sprechen wir über das Museum für Architekturzeichnung, die Handskizze als Denkwerkzeug und die Veränderung des architektonischen Entwerfens im Zeitalter von KI.

  • KURATIEREN STATT BAUEN

    05.06.202634:31

    Jan Kampshoff betrachtet Architektur nicht als abgeschlossenes Objekt, sondern als offenen Prozess. Mit seinem Büro modulorbeat bewegt er sich seit vielen Jahren zwischen Architektur, Kunst, Stadtforschung und kultureller Praxis. Ob Freihaus MS, temporäre Interventionen im öffentlichen Raum, Zwischennutzungen, Installationen oder experimentelle Lehrformate – es geht immer um die Frage, wie Räume Austausch ermöglichen, Konflikte sichtbar machen und gesellschaftliche Transformation begleiten können. Auch in der Lehre sucht er nach offenen, kollaborativen und experimentellen Formaten jenseits der klassischen Architekturlehre. ⁠Im JUNG Talk Podcast sprechen wir heute mit Jan Kampshoff über Verhandlungsräume, temporäre Architektur, kollektive Prozesse, die Schönheit des Unfertigen und die Frage, ob die Welt vielleicht längst gebaut ist.

  • RÄUME, DIE BLEIBEN

    22.05.202630:10

    Für KO/OK beginnt Architektur nicht mit einem Bild, sondern mit Material, Konstruktion und Nutzung. Seit der Gründung im Jahr 2016 arbeiten Fabian Onneken und Jan Keinath zwischen Leipzig und Tübingen an Projekten, die nicht laut, sondern wirksam sein wollen – im Alltag, im Bestand und im öffentlichen Raum. Ihre Architektur entsteht aus dem Handwerk, dem genauen Blick auf Materialität und der Frage, wie Gebäude altern, genutzt und verändert werden können. KO/OK interessiert weniger der Ausnahmefall als das, was tragfähig ist: räumlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Gebäude sollen sich aneignen lassen, Wandel zulassen und im besten Fall über Generationen Bestand haben. 2026 wird das Büro zehn Jahre alt – ein guter Moment, um innezuhalten und die eigene Haltung neu zu definieren. Was das konkret bedeutet, warum eine Kegelbahn zum Schlüsselprojekt wurde und weshalb Wirtschaftlichkeit für KO/OK kein Widerspruch zur Gestaltung ist, darüber sprechen wir heute mit Jan Keinath und Fabian Onneken in unserem Podcast.

  • CASE BY CASE

    08.05.202632:28

    Ralf Petersen gehört zu den Architekten, die ihre Architektur nicht aus einer formalen Handschrift heraus entwickeln, sondern aus einer präzisen Auseinandersetzung mit Ort, Aufgabe und Kontext. „Architektur ist unheimlich komplex – vieles hängt mit allem zusammen“, sagt er. Daraus ergibt sich seine Haltung: Case by Case, ohne Wiederholung, ohne bevorzugtes Material, ohne Stilzwang. Für ihn sind Grundriss, Schnitt und der Zwischenraum entscheidend, denn dort entstehen Beziehungen und Atmosphären. Seine Projekte werden weitergebaut statt ersetzt, transformiert statt gelöscht – Umbaukultur als Haltung. An der HFT Stuttgart versteht er Lehre als einen Prozess, der durch Offenheit, Praxisnähe und interdisziplinelles Denken lebt. In Venedig wiederum hat er mit dem Salon Verde einen Ort ins Leben gerufen, der Gespräche, Workshops und eine kleine Winterschool verbindet. Ein guter Zeitpunkt für einen Besuch bei Wiebke Becker und Anna Otto-Sebeczek im JUNG Talk Podcast.

  • BEYOND ARCHITECTURE

    24.04.202628:07

    Architektur entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie prägt Städte, Regionen, Identität – und bleibt doch oft unsichtbar im öffentlichen Diskurs. Jürgen Grossmann, Architekt und Projektentwickler aus Kehl, will das ändern. Mit dem Badischen Architekturpreis (badap) hat er einen Wettbewerb initiiert, der Architektur bewusst aus der Fachblase holt: mit Publikumsvoting, hochkarätiger Jury, großer Gala – und international bekannten Preisträgern wie Richard Meier, Philippe Starck oder Tadao Ando. Was treibt jemanden an, privat einen Architekturpreis zu gründen? Welche Rolle spielt Öffentlichkeit für Baukultur? Und kann ein regionaler Preis tatsächlich etwas bewegen? Neben dem Badischen Architekturpreis sprechen wir heute im JUNG Talk Podcast über die unternehmerische Haltung hinter der Grossmann Group, über die Verbindung von Architektur, Innenarchitektur und Projektentwicklung – und über das Weiterbauen im Bestand am Beispiel des Erlenbad Resorts in Sasbach.

  • LET'S FUCK THE NORM

    10.04.202626:27

    Robert Neuendorf entwirft Räume, die sich weigern, leise zu sein. Räume, die Farbe bekennen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Während öffentliche Räume zunehmend monochrom werden, setzt er auf Kontrast, Übertreibung und die Freude an der Form. Nicht aus Provokation, sondern aus Überzeugung. Für ihn ist Interior Design keine Stilfrage, sondern eine Haltung. „Form follows fun“ ist für ihn kein Slogan, sondern ein Arbeitsprinzip und ein Gegenentwurf zum normierten White-Cube-Denken, das sich längst von den Galerien in die Städte, Läden und Alltagsräume ausgebreitet hat. Seine Arbeiten – vom Club über Gastronomie bis zum urbanen Raum – sind laut, bunt und manchmal unbequem. Sie schaffen Identität, Wiedererkennung und Gemeinschaft und stellen die Frage, warum wir uns eigentlich so sehr an Zurückhaltung gewöhnt haben. In dieser Folge vom JUNG Talk sprechen wir mit Robert Neuendorf über Mut zur Farbe, Brutalismus, Memphis und darüber, warum Räume nie fertig sind.