Irrläufer
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Kernsanierung - ein Podcast zu Paarung und Nestbau


07.06.2026 • 50 Min.

Zwischen DDR-Müll, Amtsphantasien & der beruhigenden Erkenntnis, dass der nördliche Sternenhimmel manchmal für ein paar Euro zu haben ist. Diese Folge beginnt, wie gute Kernsanierung eben beginnt: Nicht mit Überblick. Nicht mit einem Plan. Und ganz sicher nicht mit einer belastbaren Finanzierungsstrategie. Sondern mit einem Irrläufer. Oder mehreren. Antje und Jens gehen rein. Zwischen die Häuser. Zwischen den Müll. Zwischen das, was da eben so lagert, wenn ein Haus nicht einfach nur Haus ist, sondern über Jahrzehnte hinweg auch Archiv, Ablage, Zwischenwelt und möglicherweise Endlager für Matratzen, Flaschen und russische Geschichtsbücher war. Noch aus DDR-Zeiten. Noch ziemlich da. Noch nicht Gold. Denn leider entdeckt Jens auch diesmal nicht den lange erhofften Schatz, der den beiden finanziell den Allerwertesten retten würde. Stattdessen: Schutt. Staub. Spuren. Und die leise Frage, ob dieses Haus vielleicht schon 1797 als Messy-Haus geplant und gebaut wurde. Antje findet: Dafür spricht einiges. Vor allem die besondere Statik. Dann lernen wir etwas, das in keiner Bauakte steht, aber vermutlich dringend dokumentiert werden müsste: den berühmten Jenser Vorschluck. Was das ist? Warum das passiert? Ob Jens damit zum Arzt muss? Ob es vielleicht etwas Ernstes ist? Hört Ihr in der Folge. Wir können an dieser Stelle nur sagen: Es wird körperlich. Es wird rätselhaft. Es wird sehr Kernsanierung. Außerdem gibt es Neues aus’m Amt. Im Zusammenhang mit dem Totalabgang der beiden ist nämlich ein behördlicher Irrläufer aufgetaucht. Und weil man in diesem Podcast aus einem Verwaltungsvorgang grundsätzlich auch eine Weltverschwörung bauen kann, fragt Jens sich irgendwann, ob es das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern überhaupt gibt. Also wirklich. Existiert es? Oder ist es nur eine Idee? Eine Projektionsfläche? Ein bürokratisches Hologramm mit Briefkopf? Die beiden entwickeln daraufhin eine neue Verschwörungstheorie, die wiederum Antje gedanklich direkt zu ihrem neuen Buch führt, das Jens ihr geschenkt hat: „Witches, Bitches, It-Girls“ von Rebekka Endler. Darin geht es unter anderem um die Erfindung des BMI. Und dessen Ursprung liegt, wie sich herausstellt, eigentlich in den Sternen. Ja. Richtig gelesen. Von DDR-Müll über Behördenpost zum Body-Mass-Index und dann direkt ins Universum. Kernsanierung eben. Die angekündigten Hiobsbotschaften werden übrigens noch einmal verschoben. Das ist natürlich kein Ausweichen. Das ist Dramaturgie. Ein ordentlicher Spannungsbogen muss schließlich auch mal gepflegt werden. Dafür gibt es kleine, frische Einblicke in den bisherigen Paartherapieverlauf. Antje ist dabei ganz ruhig in ihrer Rechthaberei, weil sie tief in sich weiß, dass es so ist. Sie. Hat. Recht. Also natürlich nicht immer. Also vielleicht. Also schon. Aber liebevoll. Und dann ist da plötzlich auch Stolz. Antje ist stolz auf Jens. Jens ist stolz auf Antje. Und irgendwo zwischen Baustelle, Beziehung und Bauakte flackert kurz etwas auf, das man Hoffnung nennen könnte. Oder zumindest: therapeutisch betreute Ko-Regulation mit Schuttanteil. Gedankensprung. Es geht direkt weiter mit dem Kunstkaufverbot. Das hält ungefähr so lange, wie Kunstkaufverbote eben halten, wenn irgendwo ein toller Flohmarkt in Greifswald stattfindet. Also: nicht besonders lange. Antje und Jens haben zugeschlagen. Und sich einfach mal für ein paar Euro den nördlichen Sternenhimmel gekauft. Den ganzen nördlichen Sternenhimmel. Schnapper. Geil. Zum krönenden Abschluss gibt es dann noch ein kleines Konzert. Aber Achtung: Triggerwarnung. Es ist ohrenbetäubend. Nichts für Menschen mit empfindlichen Ohren, Hörgeräten, Tinnitus oder einer grundsätzlich friedlichen Beziehung zur Akustik. Und dann gibt es noch ein paar Outtakes. Und dann… in der nächsten Folge… dann aber wirklich… endlich… die Hiobsbotschaften. Vielleicht.