Folge 274: Ölpreis-Stress, Schuldensorgen, Zinsanstieg: Was heißt das für Ihre Geldanlage?
22.10.2026•30:06
Die Inflation in der Euro-Zone ist so hoch wie seit dreiJahren nicht mehr, und zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren erstmals seit über 20 Jahren wieder mit mehr als 5 %. Vielleicht fragen auch Sie sich, ob Sie von Anleihen in diesem Umfeld besser die Finger lassen sollten. In unserer aktuellen Podcast-Folge klären Philipp Dobbert, Chefvolkswirt und Leiter Vermögensverwaltung der Quirin Privatbank, und Stefan May, Leiter Anlagestrategie und Produktentwicklung über die Marktlage und aktuelle Risiken auf und besprechen, worauf es bei der Geldanlage jetzt ankommt. Philipp und Stefan diskutieren Folgendes: Warum sprechen wir heute über Inflation undsteigende Zinsen? (00:01) Der kleine Inflationsschock und seine Ursachen (01:29) Wirkung des Basiseffekts bei der Inflation (05:00) Das Dilemma der Notenbanken? (07:51) Was bewegt gerade die Langfristzinsen? (10:23) Krisenkandidat Frankreich (13:45) Der Anleihemarkt als Peitsche: Warum steigendeZinsen Regierungen disziplinieren (17:40) Was bedeuten steigende Zinsen fürAnleihe-Anleger? (19:56) Prognosebingo bei Zinsinvestments (22:37) Diversifikation bei Anleihen (26:38) Schlussworte: zwei Merksätze für bewegteZinszeiten (28:57) Gut zu wissen: Die Inflation liegt in fast allen großen Industriestaaten über dem Notenbankziel, z. B. in der Euro-Zone bei 3,8 % (Ziel: 2 %). Haupttreiber Ölpreis: Ein unsicheres Angebottrifft auf eine kaum veränderte Nachfrage, und Öl hat großes Gewicht im Warenkorb. Bleibt der Ölpreis hoch, verliert aber anDynamik, dann sinkt die Inflationsrate allein durch den Basiseffekt – der Wohlstandsverlust durch teurere Energie bleibt trotzdem. Mit Zinserhöhungen verhindern die Zentralbanken,dass sich die Inflation in der gesamten Wirtschaft festsetzt. Die Langfristzinsen steigen vor allem, weil dieMärkte an der Tragfähigkeit der Staatshaushalte zweifeln – derzeit vor allem in den USA, aber auch in Frankreich. Echte Zahlungsausfälle sind hier aber nicht in Sicht. Der Anleihemarkt diszipliniert Regierungenwirksamer als jede politische Opposition. Steigende Zinsen sind ein zweischneidigesSchwert: Die Kurse fallen zunächst, höhere Zinskupons bei Neuanlagen können dasmit der Zeit aber überkompensieren. Zinsen lassen sich genauso wenig prognostizierenwie Aktienkurse, deshalb lohnt es sich nicht, auf den perfektenEinstiegszeitpunkt zu warten. Diversifikation heißt bei Anleihen auch Streuungüber Laufzeiten, damit laufend Kapital zu aktuellen Zinsen neu angelegt wird. Passende Folgenempfehlung: Folge271: Schutz, Balance und Rendite: Wie gelingt die perfekte Anleihen-Mischung?