Das befremdliche Überleben der Klassengesellschaft
Das befremdliche Überleben der Klassengesellschaft

Das befremdliche Überleben der Klassengesellschaft

Kunst der Freiheit


06.09.2026 • 57 Min.

Über Jahrzehnte verstand sich die Bundesrepublik als Gesellschaft der Mitte. Begriffe wie Klasse oder Kapitalismus galten als überholt oder ideologisch belastet. Soziale Ungleichheit wurde zwar nicht geleugnet, aber weitgehend entpolitisiert; nach Klassenverhältnissen, Eigentum und strukturellen Ursachen wurde nur selten gefragt.Die Göttinger Soziologin Nicole Mayer-Ahuja hat bereits 2025 das spannende und wichtige Buch "Klassengesellschaft akut. Warum Lohnarbeit spaltet - und wie es anders gehen kann" veröffentlicht. Darin zeigt sie, wie sich Arbeit im Kapitalismus der Gegenwart verändert, wie Spaltungslinien zwischen Lohnabhängigen vertieft werden – und wo Potentiale liegen, um Unterschiedlichkeit und Konkurrenz zu überwinden und für gemeinsame Interessen einzutreten. In dieser Sendung von KUNST DER FREIHEIT spricht sie über ihr Buch, Klassenformierungen, Solidarität und was Gewerkschaften sowie progressive Parteien tun müssen, um "Beschleuniger für Solidarisierung" zu sein. Das ist umso wichtiger, denn allen Mythen zum Trotz ist die AfD keine Arbeiter:innenpartei, selbst wenn Arbeiter:innen die Rechtsextremen wählen. Verbindende Klassenpolitik ist links, ist Nicole Mayer-Ahuja überzeugt.