#140 Weibliche Anatomie sichtbar werden lassen
#140 Weibliche Anatomie sichtbar werden lassen

#140 Weibliche Anatomie sichtbar werden lassen

LEBE SELBSTVOLL


27.01.2026 • 1 Std. 24 Min.

Johanna ist Ende 20 und an Vulvakrebs erkrankt. Ihre Geschichte begann bereits in der Pubertät mit der Diagnose Lichen sclerosus. Über Jahre war sie medikamentös gut eingestellt, bis sie mit Mitte 20 eine Stelle an der inneren Vulvalippe bemerkte, die nicht abheilte. Was folgte, war ein langer Leidensweg. Johanna suchte mehrere Ärzte auf, wurde vertröstet, bekam Salben und fühlte sich immer wieder nicht ernst genommen. Niemand brachte ihre Beschwerden mit einem Vulvakarzinom in Verbindung. Erst sehr spät wurde sie operiert und damit begann eine intensive, mehrjährige Behandlung. Innerhalb von zwei Jahren musste Johanna zehn Operationen über sich ergehen lassen, darunter eine Vulvektomie, die Entfernung der inneren Vulvalippen, der äußeren Klitoris, eine plastisch-chirurgische Rekonstruktion, die Entnahme von Lymphknoten sowie eine Radio-, Chemo- und Immuntherapie. Die Nebenwirkungen dieser Therapie begleiten sie bis heute. In dieser Folge erzählt Johanna von der Ohnmacht, die sie als Patientin erlebt hat: über fehlende Aufklärung, über Ärzte, die an ihre Grenzen kamen, und über das Gefühl, medizinische Schritte selbst vorschlagen zu müssen. Gleichzeitig spricht Johanna von einer starken inneren Klarheit. Sie hat den Kontakt zu ihrem Körper nie verloren, sondern Mitgefühl für das entwickelt, was ihr Körper durchmachen musste. Wissen, Selbstfürsorge und das Ernstnehmen der eigenen Wahrnehmung sind für sie zentrale Pfeiler geworden. Was bleibt, ist der Eindruck einer jungen Frau mit großer innerer Stärke und einer bemerkenswerten Haltung.