Wer viel misst, misst viel Mist? Grenzen der Diagnostik - Mit Jonas Riess
Mainathlet - Der Leichtathletik Podcast
08.12.2025 • 29 Min.
In Teil 2 mit Performance-Coach Jonas Riess geht es um die Seite der Leistungsdiagnostik, über die seltener gesprochen wird: Grenzen, Stolperfallen und der Faktor Mensch. Nachdem ihr in Teil 1 tief in Kraftmessplatten, Sprungdiagnostik und Eccentric Overload eingetaucht seid, stellt sich jetzt die Frage: Was bringen all die Daten wirklich – und wo wird es gefährlich, sich zu sehr darauf zu verlassen?Jonas bringt es direkt auf den Punkt: „Wer viel misst, misst viel Mist.“ Gemeint ist nicht, dass Diagnostik sinnlos ist – sondern dass du lernen musst, Daten zu einzuordnen. In der Praxis sieht er täglich, wie stark Tagesform, Regeneration, Jetlag, Stress und Balltraining die Werte beeinflussen. Athlet:innen springen an einem Tag Rekord, sind eine Woche später deutlich schlechter – ohne dass sich das Training dazwischen massiv verändert hat. Du erfährst: warum seltene Leistungsdiagnostik-Termine oft genau die Peaks verpassenwie Jonas mit seinen Athlet:innen fast jedes Krafttraining zum Mini-Test machtwieso Rekorde manchmal direkt nach einer Erholungswoche kommen, aber nicht immerwarum zwei Athleten auf den gleichen Belastungsblock völlig unterschiedlich reagieren Ein spannender Teil dreht sich um den Mythos vom „gläsernen Athleten“. Theoretisch könnten wir Blutparameter, Muskelbiopsien, Kraftwerte, Sprungtests und Schlafdaten kombinieren. Praktisch wissen wir über den menschlichen Organismus längst nicht genug, um daraus eine perfekte Steuerungsformel zu bauen. Stattdessen plädiert Jonas für: N=1-Denken: jede Athletin, jeder Athlet als individuelles Projektein gut geschultes Coaching-Eye: tausende beobachtete Wiederholungen, Bewegungsmuster und Reaktionendie Kombination aus Daten, Erfahrung und KommunikationNatürlich kommt ihr auch auf das Thema KI im Training zu sprechen. Jonas hat mit Tools wie ChatGPT experimentiert – von „Trainingsplan für Beachvolleyball“ bis hin zu theoretischen Fragen rund um Diagnostik. Sein Fazit: KI kann Recherche und Strukturierung von Wissen massiv erleichtern.Aber KI ersetzt weder das Erfahrungswissen noch das Feingefühl im Umgang mit Menschen.Viele entscheidende Dinge – z.B. wie eine Athletin emotional reagiert, wie sie auf Druck, Müdigkeit oder Stress anspringt – tauchen in keiner Studie auf und werden selten verschriftlicht. Zum Schluss geht es um Low-Budget-Lösungen und den Einstieg in die Diagnostik: günstige Kontaktmatten als Sprung- und Reaktivtesteinfache Setups mit Beinpresse, Hooks und kreativen Lösungenwarum Jonas trotz moderner Technik bis heute von seinen „Kellerzeiten“ ohne High-End-Equipment profitiert Diese Folge ist für dich, wenn du: schon mit Diagnostik arbeitest und wissen willst, wo die echten Grenzen liegendich fragst, wie viel KI im Training sinnvoll istdein Coaching-Eye schärfen und Athlet:innen individueller führen möchtest Statt Zahlen-Fetisch bekommst du hier ehrliche Einblicke aus dem High-Performance-Alltag – inklusive Tinder-Date-Anekdote und Rekordsprung mit drei Stunden Schlaf. ? Schneller auf den ersten Metern Du filmst deine Starts – aber weißt du auch, worauf du dabei achten musst? Mit „Schneller auf den ersten Metern“ lernst du, deine Beschleunigung anhand klarer Schlüsselpositionen zu analysieren, dein Hauptproblem zu erkennen und dein Training gezielter auszurichten. Das Rock-’n’-Roll-System wurde von Dr. Tobias Alt und mir entwickelt und verbindet biomechanisches Wissen mit konkreter Trainingspraxis. Im kompletten Bundle erhältst du: ? Hier findest du das Buch, den Videokurs und das komplette Bundle: https://www.mainathlet.de/workbook/sprint-speed/schneller-auf-den-ersten-metern/ Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.