#51 Männerkompass - Verbundenheit. Womit?
#51 Männerkompass - Verbundenheit. Womit?

#51 Männerkompass - Verbundenheit. Womit?

Männerkompass


09.10.2026 • 44 Min.

Zwanzig fremde Menschen sitzen in einem Seminarraum, eine Frau sagt, sie fühle sich allen verbunden. Qiu erzählt, wie sich in ihm sofort Widerstand regte. Mit diesem Moment steigt die Folge ein. Aus zwei Wörtern in der Vorbereitung, “Verbundenheit. Womit?”, wird ein Gespräch über Nähe, Zugehörigkeit und Getrenntsein. Die beiden unterscheiden zwei Ebenen. Im Außen suchen wir Verbindung über Familie, Freunde und Kollegen. Doch viele Kontakte sind noch keine Verbundenheit, 2000 Telefonbucheinträge sind noch keine Verbindung. Im Innen kann sich jemand auch allein verbunden fühlen: Allein heißt “alle eins”, und Alleinsein ist etwas anderes als Einsamkeit. Dazu stellt Qiu die These auf, dass Männer stark in der “Tunverbundenheit” sind und schwächer in der “Seinsverbundenheit”. Die Gegenstimme: Es gab immer spirituelle Männer. Besonders nah dran ist das Gespräch bei der Vaterschaft. Wer sich aktiv um ein kleines Kind kümmert, statt nur mitzuhelfen, baut nicht nur eine Beziehung zum Kind auf. Er findet auch zu sich selbst, entwickelt Wertschätzung für Pflegearbeit und entlastet nebenbei die Mutter. Dazu kommt ein Blick auf die Siebenjahreszyklen, die Qiu lieber “emotionale Entwicklungsjahre” nennt als “Mutterjahre”. Den großen Bogen schlägt das Bild vom Intersein: Die Tasse, der Tisch, das Wasser und der Teebeutel haben alle eine Herkunft und nichts davon haben wir selbst hergestellt. Hinter dem Wunsch nach Unabhängigkeit steckt oft die Angst vor Abhängigkeit. Zum Schluss geben die beiden greifbare Fragen mit: Wie viele Kontakte habe ich und wie gut sind sie? Welche von sieben Ebenen einer Beziehung sind erfüllt? Und woher kommt eigentlich das Brot auf meinem Tisch?