MDR KULTUR Diskurs
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Mitteldeutscher Rundfunk


Podcast

Woche für Woche nimmt sich der DISKURS Zeit, über Fragen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zu nachzudenken. Mit Experten ihres jeweiligen Fachs spricht MDR KULTUR über die aktuellen Tendenzen in Geschichte und Gesellschaft, Philosophie und Religion, Kulturgeschichte, Naturwissenschaften und Lebenshilfe. Und steht damit für die kritische Reflexion der Gegenwart sowie geistige Konzentration und Orientierungen über den Augenblick hinaus.

Alle Folgen

  • Eigentlich friedlich – Harald Meller über die Evolution der Gewalt

    Vor 6 Tagen24:35

    Kriege – so hat man den Eindruck – muss es schon immer gegeben haben. Die aktuellen Nachrichten oder der kurze Blick ins Geschichtsbuch scheinen das zu bestätigen. Doch stimmt das überhaupt? Tatsächlich haben Anthropologen und Archäologen in den letzten Jahrzehnten eine ganz andere Sicht ans Tageslicht gebracht. "Der Mensch ist von Natur aus freundlich", erklärt der Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt, Harald Meller. In den hunderttausenden von Jahren der Altsteinzeit, als die Menschen in kleinen Gruppen als Jäger und Sammler durch die Graslandschaften streiften, lebten sie friedlich miteinander. Sie freuten sich, wenn sie auf andere Gruppen trafen und dabei Geschichten und Geschenke austauschen konnten.Doch seit wann und warum ist unsere Spezies dann derart gewalttätig geworden? Darum geht es in dem spannend zu lesenden Buch von Harald Meller, dass er zusammen mit dem niederländischen Evolutionsbiologen und Verhaltensforscher, Carel von Schaik und dem Wissenschaftsjournalisten Kai Michel geschrieben hat. "Die Evolution der Gewalt. Warum wir Frieden wollen, aber Kriege führen", so der Titel, erschienen bei DTV. Und anders als man vermuten könnte, hat das Buch eine durchaus positive Botschaft. Wenn nämlich Kriege nichts Naturgegebenes sind, sondern ein Ergebnis einer späteren, kulturellen Entwicklung, dann könnte es uns auch eines Tages gelingen, sie abzuschaffen, so Harald Meller im Gespräch mit MDR-Redakteur Stefan Nölke. Ein bisschen Balsam in diesen kriegerischen Zeiten!Verfügbar bis 13. Juni 2027

  • Das große Arten-Sterben und was wir dagegen tun können

    06.06.202624:37

    Die Menschheit muss sich derzeit mit allerhand Krisen herumschlagen – Kriege, Inflation und eine wackelnde Wirtschaft bestimmen die Nachrichten. Eine Krise findet allerdings noch weniger Beachtung als der Klimawandel, obwohl sie unser gesamtes menschliches Dasein bedroht: Die Biodiversitätskrise, also das globale Artensterben. Warum und in welchem Maße hängt vom Überleben möglichst viele Arten das Schicksal der Menschheit ab? Das erläutert Biologin Katrin Böhning-Gaese von der Uni Leipzig im Gespräch mit MDR-Autor Florian Zinner. Eine Horrorszenario zu entwerfen, würde allerdings nicht weiterhelfen, so die Geschäftsführerin des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, die darauf Wert legt, immer auch Lösungswege aufzuzeigen.Das Gespräch ist bis 6. Juni 2027 verfügbar.

  • Irina Pauls: Tanzend ins Neuseenland

    30.05.202629:26

    Seit 1985 fuhr Irina Pauls als frisch gebackene Ballettdirektorin fast täglich mit ihrem Trabant von Leipzig ins Landestheater Altenburg: fuhr durch Tagebaulandschaften, die alles andere als blühend waren. Was sie sah, waren "einfach Löcher – alles weg." Seit 40 Jahren lassen Sie diese Bilder nicht mehr los. Bis heute choreographiert sie Tanzstücke, die den sogenannten Strukturwandel im Leipziger Südraum thematisieren. Ihre Stückentwicklungen fragen, wie die Menschen ihren Alltag dort bewältigen? Wie lebensgrundlegende Arbeit gleichzeitig Lebensraum zerstört. Was Heimat und Identität bedeuten, wenn ganze Dörfer, Wälder und Felder weggebaggert sind? Und wie eine Zukunft aussehen kann? Dabei stellt Irina Pauls fest: Tanz wirkt hier verbindend. Ihr neues Stück heißt "Sieben Brücken". MDR KULTUR-Theaterredakteur Stefan Petraschewsky hat mit Irina Pauls gesprochen.Das Gespräch ist bis 30. Mai 2027 verfügbar.

  • Der Maler Tizian und Venedig

    23.05.202621:05

    "Alle Städte sind gleich, nur Venedig ist anders." Vor etwa 50 Jahren hat Friedrich Torberg diese Sentenz seiner Tante Jolesch in den Mund gelegt. Und sie gilt seit Jahrhunderten bis heute. Zu dem, was es heute ist, wurde Venedig in der Renaissance: schillerndes Gesamtkunstwerk und kulturelle Metropole. Das hat die Händlerstadt auch dem Maler Tizian zu verdanken. Sein Todestag jährt sich in diesem Jahr zum 450. Mal – am 27. August 2026. Bis heute faszinieren seine Gemälde die Kunstenthusiasten in aller Welt, sie feiern die Farbe, das Leben, die Liebe und die Poesie. Weshalb das so ist, wie Tizian arbeitete, mit wem er befreundet war und vor allem: was seine Kunst bis heute so besonders macht, darüber spricht Kia Vahland im MDR KULTUR Diskurs. Und erzählt auch, was "Die schlummernde Venus" von Giorgione in Dresden mit Tizian zu tun hat.Das Gespräch mit Kia Vahland führt Katrin Wenzel, es ist verfügbar bis 23. Mai 2027.

  • Exil in Hollywood – Deutsche Künstler gerettet, gefeiert und verjagt

    16.05.202631:03

    Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten fanden hunderte deutschsprachige Schauspieler, Schriftsteller und Intellektuelle in den 30er- und 40er-Jahren in Kalifornien ein neues Zuhause. Marlene Dietrich, Billy Wilder, William Wyler, Franz Werfel, Thomas und Heinrich Mann und viele andere Berühmtheiten bildeten eine illustre Exil-Community, ein "Weimar am Pazifik" , wie Kulturhistoriker es genannt haben. Der in Berlin lebende Autor Jan Jekal hat deren Geschichte nun noch einmal neu aufgerollt. In seinem Buch "Paranoia in Hollywood", erschienen bei Matthes & Seitz, das für den Leipziger Buchpreis 2026 nominiert war, beschreibt er, wie deutschsprachige Künstler und Intellektuelle zunächst gerettet, vielfach gefeiert, nach 1945 dann aber im Zuge der Hysterie gegen eine vermeintlich kommunistische Unterwanderung von den US-Behörden bespitzelt, verprellt und gewissermaßen verjagt wurden. MDR KULTUR-Geschichtsredakteur Stefan Nölke hat mit Jan Jekal gesprochen. Das Gespräch ist bis 16. Mai 2027 verfügbar.

  • Immer noch freundlich, aber kaum noch vergnügt: Monika Maron

    09.05.202622:58

    Hochgelobt im Westen und heimlich gelesen im Osten, machte sich Monika Maron mit ihrem Roman-Erstling "Flugasche" zu Beginn der 80er-Jahre einen Namen – als kritische, als unangepasste Autorin. Der Roman handelt von Umweltzerstörung und Staats-Zensur und durfte in der DDR nicht veröffentlicht werden. Mit Notizen aus jener Zeit beginnen jetzt auch ihre erstmals veröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1980 bis 2021.Mit ihnen wirft Maron als Reisende zwischen den Systemen und Kontinenten immer wieder ihren ganz eigenen Blick auf die Welt. Über das Reisen, über die Erfahrungen, die man dabei machen kann und über einen sehr speziellen Blick auf New York.Unter anderem darüber konnte Sabine Frank für MDR KULTUR mit Monika Maron im Rahmen der diesjährigen Leipziger Buchmesse sprechen. Das Gespräch ist bis 9. Mai 2027 verfügbar.