Die Rückkehr des Kolonialismus in der digitalen Moderne
MDR KULTUR Diskurs
13.09.2025 • 23 Min.
Von den aktuellen KI-Debatten systematisch ausgeblendet, arbeitet hinter den smarten Oberflächen der Künstlichen Intelligenz ein Heer von Geisterarbeitern im globalen Süden. Menschen, die über Outsourcing Plattformen zu minimalen Löhnen und ohne Arbeitnehmerrechte ausgebeutet werden. Im Innenleben der smarten Geräte spiegeln sich die Rohstofflieferketten früherer Jahrhunderte. Selbst hinter digitalen Anwendungen für die Landwirtschaft steckt oft moderne Sklavenarbeit. Der Tech-Journalist Ingo Dachwitz und der Globalisierungsexperte Sven Hilbig beschreiben die dunkle Seite von KI-Revolution und Industrie 4.0. Dafür nutzen sie das Konzept des "Digitalen Kolonialismus", dass Aktivistinnen und Aktivisten in Afrika und Asien entwickelt haben. Im Gespräch mit Carsten Tesch beschreibt Ingo Dachwitz wie Tech-Konzerne und Großmächte gerade erneut dabei sind, die Welt unter sich aufzuteilen. Er zeigt aber auch, wie sich Widerstand dagegen formiert.Das Buch "Digitaler Kolonialismus" von I. Dachwitz und S. Hilbig war in diesem Jahr für den deutschen Sachbuchpreis nominiert.Das Gespräch, dass Carsten Tesch mit Ingo Dachwitz führt, ist bis zum 13. September 2026 verfügbar.