Martin Heidegger (Teil 1): Philosophie der Krise
Martin Heidegger (Teil 1): Philosophie der Krise

Martin Heidegger (Teil 1): Philosophie der Krise

Mindmaps: der Philosophiepodcast (RefLab)


06.09.2026 • 50 Min.

Eine Philosophie nach dem Zusammenbruch grosser Gewissheiten: Diese Folge führt in Martin Heideggers Denken ein und zeigt, warum seine Begriffe von Angst, Sorge und Sein zum Tode bis heute nachwirken. Es geht um die Wucht von Sein und Zeit, um seine eigentümliche Sprache und um die politischen Abgründe, die in dieser Einführung bereits sichtbar werden. An ihm kommt bis heute kaum jemand vorbei, der oder die sich für Philosophie interessiert: Martin Heidegger. Manuel und Peter zeigen, weshalb es sich lohnt, zuerst Husserl im Blick zu behalten und dann die Verschiebung zu verstehen, die Heidegger vornimmt: weg von einer reinen Erkenntnistheorie, hin zu einer Analyse des Daseins. Im Zentrum stehen Begriffe wie Angst, Sorge, Geworfenheit und Sein zum Tode. Die Folge führt durch Heideggers biografische Stationen, von der katholischen Herkunft in Messkirch über das Theologie- und Philosophiestudium bis zu den prägenden Jahren bei Husserl, nach Marburg und schliesslich nach Freiburg. Dabei geht es auch um die enge und später tragisch beschädigte Beziehung zwischen Lehrer und Schüler. Schon hier zeigt sich, dass Werk und Biografie bei Heidegger nicht sauber voneinander zu trennen sind. Ausführlich besprechen Manuel und Peter, warum Sein und Zeit in einer erschütterten Epoche auf so grosses Echo stiess. Nach dem Ersten Weltkrieg zerbrachen Fortschrittsglaube, Vernunftoptimismus und das Vertrauen in eine geradlinige Universalgeschichte. Heidegger gab darauf keine tröstenden Antworten. Er beschrieb die Krise als Grundzug menschlicher Existenz und traf damit ein Lebensgefühl, das viele wiedererkannten. Zur Sprache kommt auch die berühmte «Kehre» in Heideggers Denken. Aus der Daseinsanalyse wird zunehmend die Frage nach dem Sein selbst. Dabei misstraut Heidegger der überlieferten metaphysischen Sprache und sucht andere Ausdrucksformen, auch im Rückgriff auf Dichtung und auf Autoren wie Hölderlin. Das macht seine Texte produktiv, sperrig und bis heute umstritten. Zum Schluss markieren Manuel und Peter bereits die Bruchstellen, an denen die nächste Diskussion ansetzt: Heideggers Religionsphilosophie, seine Wirkung auf die Theologie und die verhängnisvolle Nähe zum Nationalsozialismus. Eine Folge, die Orientierung gibt, ohne die offenen Fragen zu glätten.