Gewalt gegen Kinder - in der Pandemie und jeden Tag
Mit Herz und Haltung
07.07.2020 • 20 Min.
Von tragischen Schicksalen und bedauerlichen Einzelfällen von missbrauchten und getöteten Kindern liest man leider immer wieder. Für gewöhnlich werden die Täter als „schwarze Schafe“ der Gesellschaft eingeschätzt und abgetan, die Vorfälle als überraschende Tragödien heruntergespielt. Zu schockierend wäre es, anzuerkennen, dass die Strukturen und Ursachen hinter der Gewalt gegen Kinder seit langem bekannt sind und doch noch keine wirksame und umfassende Handlungsstrategie der Politik vorliegt. Home Office, finanzielle Sorgen und Doppelbelastung sind Risikofaktoren, die in allen Gesellschaftsschichten den Druck auf Eltern gefährlich erhöhen. 100 Wissenschaftler appellierten zu Beginn der Pandemie gemeinsam an die Bundesregierung, Familien zu entlasten und in der Stressbewältigung zu unterstützen, um den vorhersagbaren Anstieg in der häuslichen Gewalt einzudämmen. Doch es wurden eklatante Versäumnisse gemacht – ein Zehntel der Kinder in Deutschland erlebte körperliche Gewalt während der Pandemie. Wie entsteht diese Aggression? Ist der Kinderschutz nicht systemrelevant?