#63 Wie reagieren Mitarbeitende auf Macht? (Kurzfolge) Serie "Macht", Folge 2/5
Moment noch! (Über)Leben in der Arbeitswelt mit Simone Schweitzer und Gästen
03.09.2026 • 9 Min.
Ein Vorgesetzter kommt in ein Meeting, setzt sich hin, sagt nichts weiter als "macht ruhig weiter" – und trotzdem verändert sich im Raum etwas. Jemand redet weniger, eine andere formuliert vorsichtiger, ein kritischer Punkt verschwindet aus der Diskussion. Macht muss nicht ausgeübt werden, um zu wirken. Es reicht, dass sie da ist. In dieser Folge geht es um die Kosten von Macht aus der Perspektive derjenigen, die weniger davon haben. Die Forschung kennt dazu im Kern drei Reaktionsmuster: Vorsicht, Widerstand und, wenn beides über lange Zeit nichts bewirkt, Rückzug. Es geht unter anderem um: - warum Mitarbeitende ihre Vorgesetzten oft genauer beobachten als umgekehrt – ein Muster, das sich sogar bei Rangordnungen unter Rhesusaffen zeigt - Reaktanz: das psychologische Phänomen, dass eingeschränkte Freiheit den Wunsch danach erst richtig weckt (mit einem klassischen Experiment von Jack Brehm) - warum aus wiederholter Machtlosigkeit irgendwann Rückzug werden kann – und was das mit erlernter Hilflosigkeit (Martin Seligman) zu tun hat - einen konkreten Hebel für Führung: Nicht jeder Einwand kann angenommen werden, aber jeder verdient eine erkennbare Reaktion Teil einer kurzen Reihe zum Thema Macht. In der nächsten Folge: die Macht der Machtlosen – wie Menschen auch ohne offizielle Position Einfluss nehmen können.