Glauben ist eine Gnade, die man nicht erzwingen kann
Morgenimpuls
Vor 2 Tagen • 3 Min.
Am vergangenen Sonntag im Gottesdienst hat der Priester in der Predigt einen Schlussgedanken formuliert, der mir sehr gefallen hat. Also habe ich ein bisschen recherchiert und nachgeforscht und den Hintergrund gefunden. In einem Buch über das Charakterbild des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer wird davon erzählt, dass der weltberühmte Baptistenprediger und Evangelist Billy Graham bei Adenauer zu Besuch war.Graham war in den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts weltberühmt. Er füllte große Kirchen, Säle und ganze Stadien, wenn er kam, um zu predigen und den Menschen Gottes Wort zu erklären.Die beiden haben sich ausführlich und gut unterhalten und Adenauer war beeindruckt davon, dass Billy Graham auf alle Fragen des Glaubens eine fundierte Antwort hatte und in allem sicher Auskunft geben konnte. Aber zum Ende des Gesprächs kommt diese kurze Bemerkung Adenauers, der ein gläubiger Katholik ist. Er sagt zu Billy Graham: "Ich freue mich über alle, die Menschen zu Gott führen, aber nehmen sie mir bitte eine Bemerkung nicht übel: Wenn ich sehe, wie sicher Sie im Glauben sind, bin ich froh, dass ich katholisch bin. Wissen Sie, als Katholik muss man nicht so sicher sein: Da genügt es, wenn man den aufrichtigen Wunsch hat glauben zu können. Glauben ist eine Gnade, die man nicht erzwingen kann.""Isset nit härrlich", würde jetzt ein Kölner sagen und damit sein Gefallen ausdrücken. In den Texten der Bibel findet man dazu viele verschiedene Aussagen. "Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin", heißt es da oder auch: "Meine Gnade genügt Dir, denn meine Kraft wird in den Schwachen vollkommen." Es ist eine sehr befreiende Kraft im Alltag und eine Stärkung im täglichen Leben. Das Wissen um die Gnade Gottes befreit uns davon, uns immer wieder vor Gott und den Menschen beweisen zu müssen.Also kommt das Wort in den Tag für Dich heute von Konrad Adenauer: "Wissen sie, als Katholik muss man nicht so sicher sein: Da genügt es, wenn man den aufrichtigen Wunsch hat glauben zu können. Glauben ist eine Gnade, die man nicht erzwingen kann." – Sehr tröstlich.