Die gute Hand
Die gute Hand

Die gute Hand

Nachklang. Kurzhörspiele. Leise. Unausweichlich.


30.06.2026 • 33 Min.

Ein abgedunkeltes Hospizzimmer, das Piepen eines Monitors, eine geschlossene Tür. Anna sitzt Karl gegenüber, einem sterbenden Mann, dessen Stimme brüchig geworden ist – und dessen rechte Hand auf der Bettdecke liegt wie ein Beweisstück. Sie wollte nur kommen, nicken, gehen. Doch im Halbdunkel beginnt das Schweigen zu sprechen. Zwischen Entschuldigung und Erinnerung öffnet sich ein Raum, in dem alte Gewalt nicht vergangen ist, sondern im Körper weiterlebt. Karl bittet um Erleichterung, Anna verweigert die bequeme Ordnung von Schuld und Vergebung. Was als leises Gespräch beginnt, wird zu einer genauen, schmerzhaften Vermessung von Macht, Angst, Hoffnung und dem Schweigen der anderen. Dieses Drama setzt ganz auf Nähe: zwei Stimmen, wenige Geräusche, ein klinischer Klangraum, in dem jedes Atmen Gewicht bekommt. Nachklang erzählt hier von häuslicher Gewalt ohne Ausflucht und ohne einfache Erlösung – ruhig, konzentriert und mit dem Blick auf das, was bleibt. Eine Folge für aufmerksames Hören.