Sudan: Völkermord vor aller Augen
Sudan: Völkermord vor aller Augen

Sudan: Völkermord vor aller Augen

Ö1 Journal-Panorama


20.04.2026 • 29 Min.

Dieser Tage jährt sich der Beginn des Krieges im Sudan zum dritten Mal. Dieser Konflikt ist laut UNO eine der schlimmsten humanitären Katastrophen der Welt: Rund 9 Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben, etwa 4,5 Millionen flohen in die Nachbarländer. Fast ein Drittel der Bevölkerung leidet an Hunger und ist auf Lebensmittellieferungen angewiesen. Weiterhin werden täglich Dörfer und Städte aus der Luft bombardiert, vor allem mit Drohnen. Gezielt werden auch Krankenhäuser ins Visier genommen. Ende Oktober 2025 fand ein regelrechtes Massaker an der Zivilbevölkerung statt: Die Miliz RSF nahm Al-Faschir, die Hauptstadt der Region Darfur ein und metzelte in nur drei Tagen bis zu 70.000 Menschen nieder. Die Aufarbeitung der brutalen Geschehnisse und die internationalen Ermittlungen haben gerade erst begonnen. Klar ist bereits: Die Übergriffe trugen Merkmale eines Völkermords und sind die größten Kriegsverbrechen seit dem Genozid in Ruanda 1994.