Cabeceo - Gespräche über den Tango Argentino
Cabeceo - Gespräche über den Tango Argentino

Cabeceo - Gespräche über den Tango Argentino

Heinz Duschanek


Podcast

Tango Argentino gut zu tanzen ist wohl für viele Personen eine Herausforderung. Diese Herausforderung setzt sich aus vielen kleineren und größeren Herausforderungen zusammen: die Einladung zum Tanz mittels Cabeceo; die Umarmung; Tanz-Elemente wie Caminata, Ocho, Parada, Boleo, Sacada, Giro, Gancho, etc.; komplexe Sequenzen; das Prinzip von Lead und Follow; das fortwährende Improvisieren zu den Melodien und musikalischen Stimmen; die Körperhaltung und die Balance. Groß ist aber dann die Belohnung für die oft langjährigen Bemühungen. So groß, dass manche von einer regelrechten Sucht sprechen. In diesem Podcast begegne ich Menschen, die sich intensiv mit dem Tango Argentino auseinandersetzen. Möglicherweise ist das Darüber-Sprechen eine Sucht-Therapie. Aber will man vom Tango Argentino wirklich loskommen? Ein Podcast von Heinz Duschanek, Wien podscan_ypgdwgRkOzFBawvNRL3YPUeeLxJHzOIe

Alle Folgen

  • Lena, Sylvia, was macht das perfekte Tango-Outfit aus?

    Lena, Sylvia, was macht das perfekte Tango-Outfit aus?

    Heute•1:35:58

    Tangokleidung soll gut aussehen, Bewegungsfreiheit bieten und auch in der engen Umarmung angenehm sein. Ich spreche mit der Modedesignerin Lena Michailova und der erfahrenen Tangotänzerin Sylvia Schumacher über Schlitze, Stoffe, Rückenausschnitte und rutschende Träger. Wir reden über Maßanfertigung, unterschiedliche Anlässe und die Frage, für wen Frauen sich auf der Milonga eigentlich kleiden: für sich selbst, für andere oder für beides? Und was sagen die beiden Frauen zur Herrenbekleidung auf der Pista?

  • Judith Kölblinger, wie bildet man eine Tango Community?

    Judith Kölblinger, wie bildet man eine Tango Community?

    02.09.2026•1:08:09

    Judith Kölblinger gelingt es, mit ihrem Verein "Tango in Salzburg" die Salzburger Tango-Szene zu einer Tango-Community zu machen. Kooperation statt Konkurrenz, Eindrücke statt Einsamkeit, Aufforstung statt Abschottung.

  • Ani Andreani, wie machen Leader ihre Follower glücklich?

    Ani Andreani, wie machen Leader ihre Follower glücklich?

    01.07.2026•1:15:28

    In dieser Folge steht eine der zentralen Fragen jeder Milonga im Fokus: Wie gelingt ein glücklicher Tanz? Geht es um sensationelle und beeindruckende Schrittkombinationen und Tango-Elemente? Ani Andreani erklärt, warum eine empathische Umarmung und echte Musikalität das wahre Geheimnis für eine harmonische Verbindung auf der Tanzfläche sind – denn was Follower wirklich wollen, ist ein gemeinsames Kreieren statt technischer Überforderung.

  • Ani Andreani, was muss man über Tango wirklich wissen?

    Ani Andreani, was muss man über Tango wirklich wissen?

    03.06.2026•1:00:42

    In dieser Folge eins einer zweiteiligen Serie ist Ani Andreani zu Gast – Biologin, Tangolehrerin und Autorin des Buches „111 Dinge über Tango, die man wissen muss“. Mit ihrem Ansatz „Tango ohne Blabla“ bringt sie wissenschaftliche Präzision in die Tanzwelt und schöpft dabei aus einer vielseitigen Karriere, die von Ballett bis hin zu Burlesque reicht.

  • Christian Oberndorfer, wie siehst Du die Arbeit als Tango-DJ?

    Christian Oberndorfer, wie siehst Du die Arbeit als Tango-DJ?

    06.05.2026•1:34:58

    Christian Oberndorfer bezeichnet sich selbst augenzwinkernd als den „Udo Huber des Tango“ (österreichischer Radio-Moderator). Der Hintergrund ist eine tiefe musikpsychologische Einsicht, die er von der Tango-Legende Susan Miller übernahm: Erfahrene Milongueros tragen etwa 1.000 bis 1.200 Tangos wie ein Mantra in sich. Sie kennen jede Wendung, jeden Takt. Wenn ein DJ diese bekannten Stücke spielt, können sich die Tänzer vollkommen entspannen und ganz in der Umarmung aufgehen. Das gibt es in dieser Episode von Cabeceo unter anderem zu hören: - Was die Qualitäten eines Tango-DJs sind. - Warum „Motivation“ der Tänzer/innen durch den DJ ein Mythos ist, und wie ein Unternehmensberater die Pista liest. - Wie eine Tanda bei Christian üblicherweise aufgebaut ist. - Wie ein puristisches technisches Setup aussieht, das Kabelsalat vermeidet und Klangqualität priorisiert. - Warum die „Hits“ der Goldenen Ära für die Entspannung der Tänzer/innen essenziell sind. - Warum man in Buenos Aires bei „Adiós Muchachos“ wegen des Carlos-Gardel-Mythos vorsichtig sein sollte - Warum die richtige Software und das richtige Dateiformat der Musiktitel den Unterschied zwischen Lärm und Leidenschaft macht - Wie und welche Musik Christian bei Cortinas einsetzt.

  • Nicole Nau, Du sprichst lieber von Männern und Frauen anstelle von Leader und Follower?

    Nicole Nau, Du sprichst lieber von Männern und Frauen anstelle von Leader und Follower?

    01.04.2026•1:06:43

    In Teil 2 des Gesprächs mit Nicole Nau setzen wir fort über die kulturellen Wurzeln und die „Wahrheit“ des Ursprungs des Tango Argentino. Wir sprechen über Bewegung und Technik, über das Rollenverständnis: Mann und Frau statt Leader und Follower, und was Nicole Nau am modernen Tango-Betrieb kritisiert. Nicole Nau sieht den Tango als „urbane Folklore“, die aus dem Schrei nach Befreiung unterdrückter Gruppen wie Sklaven und Gauchos entstanden ist. Der Tango sei im Kern „schwarze Musik“, synkopische Rhythmen vermischen sich mit der indigenen Melancholie. Die oft erzählten Bordell-Geschichten bezeichnet sie als bloße „Filmkulisse“ und kommerzielle Nebenschauplätze, die der Ernsthaftigkeit und kulturellen Tiefe des Tanzes nicht gerecht werden. Ein zentrales Thema ist die technische Einzigartigkeit des Tangos, die Nau vor allem in der Beinarbeit im Raum des Partners sieht – ein Merkmal, das den Tango von allen anderen Tänzen der Welt unterscheidet. Figuren wie der Ocho (die Acht) entstanden ursprünglich, weil die Menschen in sandigem Boden tanzten und die Figuren dort sichtbar wurden. Die Tänzerin plädiert dafür, die ursprüngliche „wellige, runde und freie“ Form des Tangos zu bewahren, anstatt ihn in moderne, lineare und viereckige Schemata zu pressen. Die Begriffe „Leader“ und „Follower“ lehnt sie ab, da diese die kulturelle Essenz von Mann und Frau im Tango nicht erfassen. Der Mann ist die „Säule“ und der Rahmen; er bewegt nicht die Frau direkt, sondern er bewegt den Raum, in dem die Frau tanzt. Und die Frau ist keine passive Folgende, sondern eine aktive Tänzerin, die ihren "Eigensinn“ und ihre Stärke in den Dialog einbringt.