
„Denkstoff kompakt“ bietet klare Gedanken zu Psychologie, Arbeit und Organisation im Zeitalter von KI. Jede Folge bringt einen prägnanten Impuls – kurz, verständlich, relevant. Für alle, die Arbeit und Wandel neu denken wollen.
Alle Folgen
3. Episode: Auslagerung des kognitiven Denkens
In dieser Episode von Denkstoff kompakt untersucht Clemente Minonne, wie sich die zunehmende Nutzung von KI-Tools auf unser kritisches Denken auswirkt. Auf Grundlage der empirischen Studie von Michael Gerlich (2025) wird gezeigt, wie häufige KI-Nutzung mit kognitiver Auslagerung (Cognitive Offloading) zusammenhängt und dadurch Fähigkeiten wie Quellenbewertung, Argumentprüfung und eigenständige Problemlösung schwächen kann. Die Episode beleuchtet zudem die Rolle von Vertrauen in KI als Verstärker dieser Effekte sowie die Konsequenzen für Bildung, Organisationen und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse. Das Fazit: KI kann entlasten – entscheidend ist jedoch, ob sie Denken ersetzt oder bewusst dazu genutzt wird, kritisches Denken zu fördern und zu erhalten. Quelle: Gerlich, M. (2025). AI Tools in Society: Impacts on Cognitive Offloading and the Future of Critical Thinking. Societies, 15(1), Article 6. https://doi.org/10.3390/soc15010006

2. Episode: Sozialer Status und die moralische Akzeptanz von KI
In dieser Episode von Denkstoff kompakt untersucht Clemente Minonne, wie sozialer Status unsere moralische Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz beeinflusst. Grundlage ist die empirische Studie von Schenk, Müller und Keiser (2024), die zeigt, dass Menschen KI moralisch systematisch kritischer beurteilen als menschliche Entscheider; selbst dann, wenn Entscheidungen transparent, fair und korrekt sind. Die Studie macht zudem deutlich, dass der Status der Organisation, in der KI eingesetzt wird, eine zentrale Rolle spielt. Dieselbe KI wird als moralisch deutlich akzeptabler wahrgenommen, wenn sie in einer hoch angesehenen Institution eingesetzt wird, als in einer Organisation mit niedrigem Status. Anhand von Szenarien aus Medizin, Personalrekrutierung und Journalismus wird gezeigt, dass Moralurteile nicht nur leistungsbasiert sind, sondern stark von Reputation, Verantwortungszuschreibungen und institutionellem Vertrauen geprägt werden. Das Fazit: Vertrauenswürdige KI entsteht nicht allein durch technische Qualität, sondern durch ihren sozialen und organisatorischen Kontext. Quelle: Schenk, P., Müller, V. A., & Keiser, L. (2024). Social Status and the Moral Acceptance of Artificial Intelligence. Sociological Science, 11, 989–1016.

1. Episode: Effekte von übermässigem Vertrauen in KI-Systeme auf kognitive Fähigkeiten
In dieser Episode von Denkstoff kompakt geht Clemente Minonne der Frage nach, wie sich ein übermässiges Vertrauen in KI-Systeme wie ChatGPT auf unsere kognitiven Fähigkeiten auswirken kann. Basierend auf einem systematischen Review von Zhai et al. (2024) beleuchtet diese Episode, wie kritisches Denken, Entscheidungsfähigkeit und analytisches Denken geschwächt werden können, wenn KI-Empfehlungen unreflektiert übernommen werden. Gleichzeitig werden zentrale ethische Risiken wie Halluzinationen, Bias, Plagiatsproblematik, Datenschutz und Intransparenz diskutiert. Das Fazit: KI ist ein mächtiges Werkzeug – entscheidend ist jedoch, sie kompetent, reflektiert und mit gesunder Skepsis zu nutzen, statt das Denken an Maschinen auszulagern. Quelle: Zhai, C., Wibowo, S., & Li, L. D. (2024). The effects of over-reliance on AI dialogue systems on students’ cognitive abilities: A systematic review. Smart Learning Environments, 11, Article 28. https://doi.org/10.1186/s40561-024-00316-7
