10. Episode: Brain-Computer Interfaces - Ressource, Stressor oder beides?

In dieser 10. Episode von Denkstoff kompakt spricht Clemente Minonne über Brain-Computer Interfaces (BCIs) im Arbeitskontext und darüber, warum Neurotechnologie zugleich Unterstützung und Belastung sein kann. Auf Basis des konzeptionellen Artikels von Kies et al. (2024) zeigt er, dass BCIs je nach Ausgestaltung und organisationaler Einbettung entweder als technologische Ressource erlebt werden (z.B. Früherkennung von Müdigkeit, Unterstützung bei kognitiver Last, sicherheitsrelevantes Feedback) oder als technologischer Stressor (z.B. Gefühl von Überwachung, Leistungsverdichtung, Verlust von Privatheit). Entlang der Logik von Job Demands–Resources und dem transaktionalen Stressverständnis wird deutlich: Entscheidend ist weniger die Hardware als die Bewertung durch Mitarbeitende, also ob das System als bewältigbar, fair und hilfreich oder als bedrohlich und entmündigend wahrgenommen wird. Sein persönliches Fazit: BCIs sind keine gewöhnlichen Wearables, sondern eine neue Schnittstelle zwischen Organisation und Innenleben des Menschen, und darum entscheidet Arbeitsgestaltung darüber, ob daraus Schutz oder Druck wird. Quelle: Kies, A., De Keyser, A., Jaramillo, S., Li, J., Tang, Y. E., & Ud Din, I. (2024). Wired for work: brain-computer interfaces’ impact on frontline employees’ well-being. Journal of Service Management. https://doi.org/10.1108/JOSM-03-2024-0098