
Den Gedanken Raum geben - mit Reportagen, Features, Recherchen, Porträts und Gesprächen aus den Bereichen Wissenschaft und Kunst, Politik und Wirtschaft, Natur und Technik.
Alle Folgen
Das Ende der Opferthese
40 Jahre "Waldheim-Affäre" Anfang März 1986 erschien der erste Artikel im Nachrichtenmagazin "Profil": "Waldheim und die SA". Die folgenden Debatten um die Kriegsvergangenheit des damaligen Bundespräsidentschaftskanditaten Kurt Waldheim veränderten den Blick auf die jüngere Geschichte diametral: Die offizielle Selbstdarstellung Österreichs als Opfer des NS-Regimes ohne jegliche Mitverantwortung an seinen Verbrechen wurde unhaltbar. Waldheims sich verteidigende Aussage von der "Pflichterfüllung" als Soldat machte die Widersprüchlichkeit der österreichischen Geschichtspolitik - zwischen Opfermythos und Gefallenengedächtnis - deutlich. Die "Waldheim-Affäre" markierte die Zäsur im österreichischen Geschichtsbewusstsein um die NS-Vergangenheit. Der Konflikt war allerdings auch Teil einer gesamteuropäischen Entwicklung. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 12. 03. 2026. Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

Wenn Arbeiter Eigentümer werden (2)
Slowenien: Zur Gegenwart eines Genossenschaftsprojekts In Europa sind kleinere und mittelständische Unternehmen in Gefahr. Viele Betriebe schließen, weil sie keinen Nachfolger finden oder die Produktion anderswo günstiger ist. Slowenien meint, eine ungewöhnliche Lösung gefunden zu haben, ein Gesetz über Arbeitnehmergenossenschaften. Es trat mit 1. Jänner 2026 in Kraft und soll es Mitarbeiter/innen erleichtern, ihre Betriebe zu kaufen und genossenschaftlich zu verwalten. In den USA und Großbritannien gibt es bereits ähnliche Gesetze. Der Industrietechnologiebetrieb INEA in Ljubljana ist das erste Pilotprojekt. Wo liegen die Chancen, Herausforderungen und Risiken des Modells? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 11. 03. 2026. Gestaltung: Lucia Steinwender und Bartholomäus Laffert

Wenn Arbeiter Eigentümer werden (1)
Jugoslawien: Eine kurze Geschichte der Selbstverwaltung Arbeiterselbstverwaltung war ein zentrales Prinzip der sozialistischen Volkswirtschaft Jugoslawien. Damit wollte man sich vom sowjetischen Staatssozialismus abgrenzen. Nicht allein die Partei sollte die Wirtschaft planen, auch die Beschäftigten sollten eingebunden sein. Wie demokratisch diese Arbeiterselbstverwaltung wirklich war, darüber gehen die Meinungen unter Historiker*innen auseinander. Reichte der verlängerte Arm der Partei bis in die Betriebe hinein? Und wie effizient war das Modell? Historisches Fakt ist: die jugoslawische Wirtschaft geriet in die Krise. Woran scheiterten die Experimente und ließen sich aus ihnen Lehren für heute ziehen? Eine Recherche im ehemaligen Jugoslawien. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 10. 03. 2026. Gestaltung: Lucia Steinwender und Bartholomäus Laffert

Wann entstand das Patriarchat in Europa?
Antworten der Archäologie und Genetik Mit Landwirtschaft und Sesshaftigkeit kam das Patriarchat, besagte eine lange gültige These innerhalb und außerhalb der Wissenschaft. Neuere Forschung aus der Archäologie widerspricht dieser These. Durch die Analyse alter DNA kann man seit etwas mehr als zehn Jahren Verwandtschaftsbeziehungen eindeutig feststellen. Das erweitert das Repertoire der Archäologie, prähistorische Sozialstrukturen zu analysieren. Laufend gibt es neue Untersuchungen und es zeigt sich: Landwirtschaft und Sesshaftigkeit führten nicht automatisch zu patriarchalen Strukturen. In Europa wird seit etwa 8000 Jahren Ackerbau und Viehzucht betrieben, männliche Herrschaft ist hier aber um einige Jahrtausende jünger. Wie jung, ist im Moment Gegenstand archäologischer Debatten. Denn es gibt zwar immer mehr Teilantworten, aber noch viele offene Fragen. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 09. 03. 2026. Gestaltung: Katharina Gruber

Heilender Strom
Open Space: heute in Magazinform 1. Heilender Strom: Wie die moderne Elektrokonvulsionstherapie (EKT) schwer phsychisch Erkrankten helfen kannAutoren: Michael Marek und Luis Kilian Marek 2. Kosmische Verwandlung: Wie aus roten Punkten Schwarze Löcher wurden und was das für die Astrophysik bedeutetAutor: Robert Czepel 3. Wenig Kalium, viel Stickstoff: Was die Symbiose von Pflanzen und Pilzen stört und Böden aus dem Gleichgewicht bringtAutorin: Vera Fleuter 4. Bildungsfairness von Anfang an: Quereinsteiger in KindergärtenAutorin: Sabrina Adlbrecht Moderation: Armin Stadler

Wie weit sind wir bei der Therapie von Stottern?
Der Gedanke im Kopf ist klar - doch beim Sprechen geraten die Worte ins Stolpern. Stotterer erleben das alltäglich. Was nach einer Unannehmlichkeit klingt, kann das Privatleben und die Berufswahl enorm einschränken. Allein in Österreich sind 80 Tausend Menschen betroffen. Trotzdem ist das Angebot für Intensivtherapien in Österreich dünn. Eine ursächliche Behandlung gibt es bisher nicht. Noch hat die Wissenschaft keine endgültige Antwort darauf, wo im Gehirn Stottern überhaupt entsteht. Im Oktober 2025 brachte ein Forschungsteam ein wenig Licht ins Dunkel: Auf Wunsch einer schwer stotternden Patientin wurde ihr einen Hirnschrittmacher implantiert, um das Stottern gezielt einzuschränken - mit erstem Erfolg. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 04. 03. 2026. Gestaltung: Lilly Zerbst

Im Netz des Spinnenforschers Christian Komposch
Wie viele Spinnen es gibt, wie sie sich ausbreiten, was ihr Verschwinden bedeutet - all das beschäftigt den österreichischen Biologen. Er hat eine der umfassendsten Datenbanken zu Spinnen und Weberknechten in Österreich aufgebaut, neue Arten beschrieben - darunter Diplocephalus komposchi, benannt nach ihm selbst. Christian Komposchs Forschung zeigt: Wo Spinnen verschwinden, verändert sich meist weit mehr als nur das Artenspektrum. Denn die kleinen Tiere reagieren sensibel auf Temperatur, Feuchte, Bodenstruktur. Die Spinnenforschung gilt heute als Teil eines umfassenden Biodiversitätsmonitorings - und als Schnittstelle zwischen Artenkenntnis, Ökologie und Naturschutz. (Wh. v. 2025) - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet am 03. 03. 2026. Gestaltung: Kathrin Horvath

Tattoos: Chemie, die unter die Haut geht
Etwa jede vierte Person in Österreich trägt mindestens ein monochromes oder buntes Tattoo auf dem Körper. Umso erstaunlicher, dass über die Wirkung von Tattoos im Körper bisher wenig bekannt ist. Und es geht dabei nicht nur um mögliche Infektionen oder allergische Reaktionen. In Tätowier-Farben finden sich bis zu 100 verschiedene chemische Substanzen und mehr oder weniger starke Verunreinigungen, z.B. mit gesundheitsbedenklichen Schwermetallen. 2022 wurden EU-weit mehr als 4000 potenziell gefährliche Stoffe in Tattoo-Farben verboten. Trotzdem kann laut Expert:innen keine vollständige Entwarnung gegeben werden. Die Forschung zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Tätowierungen steht noch am Anfang. (Wh. v. 16. 06. 2025) - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 02. 03. 2026. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

Der Herzschlag der Sterne
Open Space: das Magazin 1. In Accra wurde ein Kulturforum eröffnet, das den künstlerischen Austausch zwischen Österreich und Ghana verstärken sollBeitrag: Joshua Mingers 2. Messbare Ästhetik: Rezipieren Menschen das Original eines Kunstwerks anders als seine Kopie?Beitrag: Florian Jauk 3. Der Herzschlag der Sterne: Was der Rhythmus von Sternen über ihre Herkunft und Zukunft erzähltBeitrag: Lilly Zerbst Moderation: Armin Stadler

EuroChips
Neue Computerarchitektur made in Europe Seit 1940 gibt es Computer. Und ihre Funktionsweise legte damals im Wesentlichen John von Neumann fest, der geniale ungarischen Mathematiker mit Wohnsitz USA. Dass über 80 Jahre später noch immer seine Idee von einer Rechenmaschine die Computerwelt prägt, ist erstaunlich. Schließlich gibt es kaum mehr einen Lebensbereich, der ohne Computerchips auskommt. Vom Auto, übers Haus bis zur Wissensgenerierung und Kommunikation. Das steigert nicht nur den Energiebedarf, sondern auch den Datenfluss in den Netzwerken, die Abhängigkeit von der Maschine und den Produktionsstätten der Chips. Das wiederum treibt die Forschung und auch die Forschungspolitik an. Materialien werden überdacht, das Design überarbeitet und digitale Souveränität beschworen. Auch in der EU. Welche neuen Entwürfe am Chipmarkt gibt es? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1^am 25. 02. 2026. Gestaltung: Mariann Unterluggauer

Bestrafte Rückkehr
Wie Kriegsüberlebende in der Sowjetunion verfolgt wurden Mit dem Ende des 2. Weltkrieges wurden Millionen sowjetische KZ-Überlebende, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus deutschen Lagern befreit. Aber bei vielen setzte sich die Leidensgeschichte nach der Rückkehr in die UdSSR fort. Denn für die sowjetische Führung unter Josef Stalin standen diese Überlebenden unter dem Generalverdacht der Kollaboration, sie galten als Landesverräter und Volksfeinde. Während heute unter Wladimir Putin der Kult um Stalin als Sieger über NS-Deutschland eine neue Intensität erreicht, ist die Erinnerung an seine Opfer aus dem öffentlichen Gedächtnis Russlands weitgehend getilgt. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 24. 02. 2026. Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

Musik im Tierreich
Warum Affen grooven und Vögel singen Das Gespür für Musik galt lange als rein menschliche Leidenschaft. Aber es gibt auch Tiere, die einen Rhythmus spüren, Melodien imitieren oder sogar selbst musizieren, tanzende Schimpansen oder den Kakadu "Snowball", der im Takt zu Queen wippte - und damit Weltruhm erlangte. Während Marienkäfer bei Heavy Metal das Fressen einstellen. Forscher:innen konnten bereits Anzeichen und einige Gründe für tierische Musikalität finden. Eine offene Frage ist bisher, ob Tiere dabei nur auf Klänge reagieren. (Übernahme Deutschlandfunk Kultur, 02. 10. 2025) - Diese Sendung wurde am 23. 02. 2026 in Ö1 ausgestrahlt. Gestaltung: Christine Westerhaus

Wie Nähe unter die Haut geht
Im "Open Space" zu Gast: Annett Schirmer, Psychologin an der Universität Innsbruck Werden wir gestreichelt, löst das ein wohliges Gefühl in uns aus. Spezielle Nervenfasern in der Haut reagieren auf sanfte, langsame Berührungen und leiten diese Signale an das Gehirn weiter. Je stärker diese Fasern feuern, desto angenehmer empfinden wir die Streicheleinheit. Berührungen machen uns auch empfänglicher für soziale Informationen. Warum wirken Berührungen so stark - und wie erforscht man etwas so Alltägliches wie Nähe? Die Psychologin und Neurowissenschaftlerin Annett Schirmer untersucht an der Universität Innsbruck, wie Mütter mit ihren Kindern interagieren, analysiert, wie Paare einander streicheln, und vergleicht menschliche Berührung mit der eines Roboters. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 19. 02. 2026. Moderation: Juliane Nagiller

Meme-Kultur: Ein Motor der Radikalisierung?
Das Attentat auf den rechtspopulistischen Aktivisten und Anhänger der MAGA-Bewegung Charlie Kirk im vergangenen September hat weitreichende Debatten ausgelöst. Warnungen vor einem möglichen Bürgerkrieg und einer neuen Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung nahmen zu. Auffällig ist, dass der 22-jährige Attentäter seine Munition mit Insiderwitzen aus der Internetkultur beschriftete. Seit sich in Christchurch, Neuseeland, ein Rechtsterrorist während eines Anschlags auf zwei Moscheen selbst filmte und sein Publikum dazu aufforderte, den schwedischen Webvideoproduzenten PewDiePie zu abonnieren, mehren sich politisch motivierte Angriffe, die Referenzen aus der Meme-Welt nutzen. Und die Gewaltbereitschaft scheint sich aus dem Online-Kosmos in die analoge Welt zu übersetzen. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 18. 02. 2026. Gestaltung: Kaspar Arens

Die Zukunft blüht im Kindergarten
Wie Elementarpädagogik die Weichen ins Leben stellt In den frühen Jahren wird der Grundstein für die Entwicklung eines Kindes gelegt. Der Kindergarten als erste Bildungsstation im Leben wirkt sich nicht nur auf das einzelne Kind, sondern auch auf seine Familie und letztlich auf die Gesellschaft insgesamt aus. Allerdings rangiert Österreichs Kinderbetreuungssystem im Vergleich mit anderen EU-Staaten im unteren Drittel. Ein triftiger Grund ist der Fachkräftemangel. Laut einer Studie bräuchte es idealerweise 20.000 zusätzliche Elementarpädagog:innen, um den Betreuungsschlüssel zu verbessern. Dazu kommt, dass ab 2027 die Kindergartenpflicht um ein Jahr bundesweit ausgedehnt werden soll, was den Personalbedarf natürlich noch steigern wird. Woran krankt es bei der frühkindlichen Bildung und Betreuung hierzulande besonders, und was machen andere Länder besser als Österreich? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 17. 02. 2026. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

Grünbrücken: Infrastruktur für Reh und Hase
Autobahnen, Schnellstraßen und das Schienennetz durchziehen das gesamte Land. Die Verkehrswege verbinden Menschen, durchtrennen aber die Wanderrouten vieler Wildtiere und stellen für sie kaum zu überwindende Barrieren dar. Eigens angelegte Brücken sollen Wildtieren ermöglichen, gefahrlos auf die andere Seite zu wechseln. Laut dem Autobahnbetreiber ASFINAG gibt es in Österreich rund 600 Brücken oder Tunnel, auf denen Wildtiere passieren können. Für neu errichtete Verkehrswege sind solche Grünbrücken zwingend vorgesehen, bestehende sollen nachgerüstet werden, was schleppend vorangeht. Die Zuständigkeit der ASFINAG endet aber an der Grundstücksgrenze. Der Bund schreibt vor, wie Wildtierkorridore über Autobahnen ausgelegt sein müssen, das Hinterland wird dabei in die Planung nicht einbezogen. So entstehen zwar Brücken für Reh und Hase, der Weg zur Brücke hin ist aber oft versperrt. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 16. 02. 2026. Gestaltung: Lukas Tremetsberger

Angst vor dem großen Beben
Und wie Istanbul sich darauf vorbereitet Unter dem Marmarameer vor Istanbul treffen die eurasische und anatolische Kontinentalplatte aufeinander. Die sogenannte Nordanatolische Verwerfung ist eine der aktivsten seismischen Zonen der Welt - und das Gebiet vor den Küsten der Millionenstadt das einzige, in dem es seit über 250 Jahren kein Starkbeben mehr gab. Forschende sind sich einig: Die Energie, die sich seitdem durch die aneinander reibenden Platten aufstaut, wird sich irgendwann entladen. Und die Folgen werden fatal sein. Die Stadt bereitet sich mit Erdbebenübungen, neuen Bauvorschriften, Sanierungsprogrammen und einem stetig wachsenden Netzwerk an Sensoren vor. Angesichts der enormen Bevölkerungszahl und der schlechten Bausubstanz vieler Häuser bleiben die Herausforderungen groß. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 11. 02. 2026. Gestaltung: Anika Haider

Vererbtes Land
Warum Vermögen in Österreich nicht in Bewegung kommt Vermögen ist in Österreich sehr ungleich verteilt. Während die obersten 10 Prozent der Haushalte etwas mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens halten, besitzen die unteren 50 Prozent nur rund 4 Prozent. Das zeigt die aktuelle Auswertung der Österreichischen Nationalbank, die seit 2010 das Vermögen der privaten Haushalte erhebt. Die hohe Vermögensungleichheit kommt zu einem großen Teil durch Erbschaften und Schenkungen zustande. Je vermögender eine Person ist, desto wahrscheinlicher hat sie Teile ihres Vermögens geerbt, umso höhere Summen hat sie geerbt. Das zeigt sich besonders beim Immobilienmarkt. Erbinnen und Erben besitzen deutlich häufiger eine Immobilie als Nicht-Erben. In den kommenden Jahren wird sich das jährliche Erbvolumen fast verdoppeln. Was bedeutet das für Vermögen und Immobilienbesitz in Österreich? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 10. 02. 2026. Gestaltung: Juliane Nagiller

Digitaler Energiehunger
Wie viel Strom Rechenzentren verbrauchen Im April 2025 hat die Internationale Energieagentur IEA in einer Studie prognostiziert: der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren wird sich bis 2030 verdoppeln. Im US-Bundesstaat Iowa soll ein Atomkraftwerk reaktiviert werden, um ein Google-Rechenzentren mit Strom zu versorgen. In Zeiten des Klimawandels birgt das einige Risiken, Wassermangel könnte die Kühlung von Reaktoren gefährden. In Frankreich war das bereits öfter der Fall. Außerdem droht beim Umstieg auf Erneuerbare Energieträger eine Überlastung der Stromnetze. Wie können Energiesicherheit und technische Innovation Hand in Hand gehen? "Alles digital" und "Runter mit dem Energieverbrauch" - diese zwei Losungen sind schwer unter einen Hut zu bringen. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 09. 02. 2026. Gestaltung: Daphne Hruby

Von Gandhi lernen, mit Thiel debattieren
Im OPEN SPACE zu Gast: der friedenspolitische Theologe Wolfgang Palaver, der seinen Bekannten Peter Thiel kritisch analysiert. "Für den Frieden kämpfen. In Zeiten des Krieges von Gandhi und Mandela lernen", so lautet der Titel des neunen Buches (Tyrolia-Verlag) von Wolfgang Palaver. Der Religionspädagoge, Germanist und Politikwissenschaftler lehrte über viele Jahrzehnte Christliche Gesellschaftslehre an der Universität Innsbruck und war von 2013 bis 2017 Dekan der Theologischen Fakultät. Auch außerhalb der Universität ist der Friedensforscher Palaver tätig, zum Beispiel als Präsident von Pax Christi Österreich. Im vergangenen Jahr wurde er zum Vertreter der OSZE zur Bekämpfung von Intoleranz, Rassismus und Diskriminierung ernannt - und Palaver erregte mediale Aufmerksamkeit durch seine Bekanntschaft mit dem Milliardär und libertären Tech-Investor Peter Thiel. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 05. 02. 2026. Interview: Alexander Behr

Dunkle Energie
Sendet der expandierende Kosmos neue Signale? Das Universum entstand vor 13,8 Milliarden Jahren im Urknall. Seitdem dehnt es sich aus - und zwar immer schneller. Die expansive Kraft hinter dem Phänomen nennen Physiker die "Dunkle Energie". Ein passender Name, denn die physikalischen Ursachen liegen nach wie vor im Dunkeln. Aufregende Neuigkeiten kommen nun aber vom Kitt-Peak-Nationalobservatorium in Arizona: Das dort montierte "Dark Energy Spectroscopic Instrument" hat Signale empfangen, die durch das kosmische Standardmodell nicht erklärt werden können. Ein Team um den Theoretiker Djordje Minic glaubt jene Mächte entdeckt zu haben, die für die Expansion des Kosmos verantwortlich sind. (Wh. v. 29. 09. 2025) - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 04. 02. 2026. Gestaltung: Robert Czepel

Wenn Berge bröckeln
In den letzten Jahren kamen sie immer häufiger in die Schlagzeilen. Hart und in rauen Mengen gingen die Felsmassen in den Alpen ab. Sei es auf der Marmolata in Italien, in Blatten und Brienz in der Schweiz oder der Gipfel des Fluchthorns in Tirol. Zum Leidwesen der Bewohnerinnen und Bewohner, die um ihren Lebensraum fürchten. Umso mehr beschäftigen sich Klimaphysiker, Meteorologinnen und Geologen mit den bröckelnden Bergen und der Verbesserung von Prognosen. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 03. 02. 2026. Gestaltung: Ilse Huber

Warum Biologische Landwirtschaft glücklich macht
Im "Open Space" zu Gast: Sabine Seidel, die neue Professorin für Biologische Landwirtschaft an der Boku Wien. Bereits als Teenager entschied sich die gebürtige Deutsche bewusst für den Kauf von Bio-Lebensmitteln und interessierte sich für gesunde Ernährung, Biodiversität und Tierwohl. In ihrer Antrittsvorlesung stellte Sabine Seidel das Konzept der planetaren Belastbarkeitsgrenzen der Erde vor und demonstrierte, wie eng dieses mit der Landwirtschaftlichen Produktion verknüpft ist. Auch im Gespräch mit den "Dimensionen" erklärt sie, welchen Beitrag die Biologische Landwirtschaft leisten kann, um ein nachhaltiges Agrar- und Ernährungssystem zu entwickeln und zu gestalten. Und Sabine Seidel verrät, warum die Beschäftigung mit diesen Themen glücklich macht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 29. 01. 2026. Moderation: Lothar Bodingbauer

Diktierte Erinnerung
Russische Museumspolitik und der Angriffskrieg auf die Ukraine Wenige Monate nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 eröffnete Vladimir Putin eine großangelegte Themenausstellung mit dem Titel "Ukraine - Im Wandel der Zeiten" in Moskau. Sie sollte nicht die einzige aufwendig inszenierte Propagandaveranstaltung bleiben, mit der Rechtfertigungspolitik für diesen Krieg betrieben wurde. Während kulturelles Erbe der Ukraine zerstört und Kulturgüter geplündert werden, verbreiten in den sogenannten "neuen Regionen" mobile Ausstellungen Putins Narrativ von der "historischen Einheit der Russen und der Ukrainer". Heute sind russische Museen mit staatlichem Geschichtsrevisionismus im Zeichen der sogenannten "militärischen Spezialoperation" weitgehend auf Linie gebracht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 28. 01. 2026.

Stadt im Takt
Wie kann Verkehr Wohlbefinden schaffen? In Kopenhagen hat man bereits vor zehn Jahren damit begonnen, Ampeln für Radfahrer früher auf grün zu schalten, die Autolenker folgen einige Sekunden danach. Dahinter stecken auch Verkehrssicherheitsüberlegungen. Zu einem gesunden Takt gehört die körperliche Gesundheit genauso wie das psychische Wohlbefinden. Das eine bedingt das andere und es beeinflusst den Umgang der Verkehrsbeteiligten untereinander. Wie lässt sich der Rhythmus einer Stadt sinnvoll planen und organisieren? Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 27. 01. 2026. Gestaltung: Daphne Hruby

Kann die KI wissenschaftlich arbeiten?
Derzeit werden der KI viele Fähigkeiten zugeschrieben. Kann sie auch Forschung betreiben und wissenschaftliche Arbeiten begutachten? Diese Frage wollte man an der renommierten Stanford University im Rahmen der Online-Konferenz "Agents4Science" beantworten. Auf der Konferenz traten ausschließlich KI-Agenten als Hauptautoren und Peer-Reviewer auf. Die Konferenzergebnisse wurden allerdings von Menschen präsentiert. Sie zeigen: KI-Agenten können Theorien aufstellen, Experimente durchführen, Daten erheben und wissenschaftliche Artikel schreiben und bewerten - mehr oder weniger. Kann man davon Konsequenzen für einen KI-assistierten Wissenschaftsbetrieb ableiten? Gestaltung: Mariann Unterluggauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 26. 01. 2025.

Die Welt als Welle und Vorstellung
100 Jahre Quantenmechanik: Wie Erwin Schrödinger die Wellenmechanik entwickelte Am 27. Jänner 1926 reicht Erwin Schrödinger die erste von vier fundamentalen Arbeiten bei den renommierten "Annalen der Physik" ein. In dieser Publikationsreihe taucht jene Gleichung auf, die den Österreicher weltberühmt und 1933 zum Physiknobelpreisträger macht: die "Schrödinger-Gleichung. Herzstück seiner Wellenmechanik, mit der bis heute das Verhalten von Quantenteilchen und die Vorgänge in der atomaren und subatomaren Welt beschrieben werden können. Eine mathematisch elegante Einzelleistung und praktikabler als die gleichwertige Matrizenmechanik, die Werner Heisenberg mit Hilfe seiner Göttinger Kollegen ein paar Monate zuvor entwickelt hat. Wo liegen die Unterschiede? Und ist Schrödinger der Durchbruch bereits in den Weihnachtsferien 1925 in Arosa gelungen? Gestaltung: Robert Czepel und Armin Stadler. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 22. 01. 2026.

Die Langzeitfolgen des Syrienkriegs
Es ist die longue durée des Krieges, dass nach dem Ende der Kamphandlungen die Gewalt in Form von Umweltzerstörung und Gesundheitsgefährdung weiterlebt. Ein Beispiel ist Syrien. Überfüllte Müllhalden in zerstörten Städten verschmutzen landwirtschaftliche Böden und Flüsse, Trinkwasser ist oft kontaminiert. Durch die Abfälle und stehendes Wasser breiten sich Sandfliegen rasant aus, die Leishmaniose übertragen - eine Krankheit, die in Syrien seit Jahren stark zunimmt. Hinzu kommen toxische Überreste von Munition, Bomben und Sprengstoffen, aber auch die zerstörten Gebäude, Betonstaub, Asbest etc., die Böden verseuchen und das Risiko für Geburtsdefekte und chronische Erkrankungen erhöhen. Das Kriegserbe Syriens zeigt sich so nicht nur in den Ruinen seiner Städte, sondern in der schleichenden Vergiftung von Umwelt und Körpern. - Gestaltung: Laura Salm-Reifferscheidt. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 21. 01. 2026.

Therapiebegleithunde: Hechelnde Helfer, die heilen
Ältere Leute, Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen oder auch Schulkinder erwarten sie oft sehnsüchtig: Hunde, die eigens dafür ausgebildet wurden, therapeutisch Gutes zu tun. Im Gegensatz zu Assistenzhunden, die dauernd bei einem Menschen mit Behinderung leben und diesen in seinem Alltag unterstützen, sind Therapiebegleithunde mit ihren Haltern Teil des Behandlungskonzepts. Wie die Erfahrung gezeigt hat, werden mit den Fellnasen spielerisch Brücken gebaut, therapeutische Ziele schneller und leichter erreicht und das Wohlbefinden insgesamt auf besondere Weise gefördert. Für die anspruchsvolle Beziehungsarbeit als Therapiebegleithund kommen grundsätzlich verschiedenste Rassen und auch "Promenadenmischungen" in Frage. Vor dem Einsatz muss jedes Tier eine Prüfung ablegen. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 20. 01. 2026)

Generation Single?
Seit einigen Jahren häufen sich die Berichte, dass immer mehr Menschen allein wohnen. Laut Statistik Austria sind die Einpersonenhaushalte in den letzten 20 Jahren mehr geworden. Eine OECD-Studie kommt für einen Großteil ihrer Mitgliedstaaten zu einem ähnlichen Befund. Allein zu leben, ist zwar noch kein Indiz für ein Single-Dasein, dennoch nähren solche Zahlen die Vermutung, dass immer weniger Menschen in Beziehungen leben. Ein Trend der vor allem bei jüngeren Generationen zu beobachten ist. Spielen in dieser Entwicklung neben demographischen Verschiebungen vor allem gesellschaftliche Veränderungen eine Rolle, beispielsweise der Geschlechterdiskurs? Gestaltung: Kaspar Arens. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 19. 01. 2026

Open Space: Das Magazin
1. Warum amerikanische Tech-Firmen bei der Entwicklung des Quantencomputers auf supraleitende Qubits setzenBeitrag: Robert Czepel 2. Ein Grazer Forschungsexpedition reiste nach Nepal, um buddhistische Tempel mit einem 3-D-Messverfahren zu dokumentierenBeitrag: Sylvia Andrews 3. An der Medizinischen Universität Wien wurde eine neue Nachweismethode entwickelt, die Mikro- und Nanoplastik gewebeschonend im menschlichen Körper lokalisieren und identifizieren kannBeitrag: Sabrina Adlbrecht Moderation: Armin Stadler

Wildtierkriminalität in Österreich
Bei Wildtierkriminalität denken viele zuerst an gewilderte Leoparden, geschmuggelte Elefantenstoßzähne oder Haifischflossen auf asiatischen Märkten - illegale Taten in fernen Ländern. Doch auch in Österreich wird Wildtieren unerlaubterweise nachgestellt. Seeadler und andere bedrohte und geschützte Vogelarten werden vergiftet, kontrovers diskutierte Raubtiere wie Luchs und Wolf heimlich geschossen. In den vergangenen zehn Jahren sind Fälle von über 200 Greifvögeln und mehr als einem Dutzend Säugetieren dokumentiert - die Dunkelziffer ist hoch. Die wichtigsten Motive der Täterinnen und Täter: illegale Trophäenjagd und Konflikte zwischen den Nutzungsansprüchen der Menschen und dem Schutz der Wildtiere. Für mehr Aufmerksamkeit und eine bessere Strafverfolgung und Verurteilung kooperieren Tier- und Naturschutzorganisationen mit spezialisierten Behörden und Justiz und Exekutive. Gestaltung: Lukas Tremetsberger. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 14. 01. 2026.

Textilforschung in Vorarlberg
Die Universität Innsbruck betreibt in Dornbirn das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik. Zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen an Fasern und Geweben, an Grenzflächen, an Materialien aus nachhaltigen Ressourcen. Die Anwendungen gehen über die Bekleidungsbranche hinaus, sie betreffen wiederaufladbaren Batterien, Verbundmaterialien und sogar Lebensmittel. Das Institut befindet sich nicht zufällig in Vorarlberg. Das Bundesland hat eine lange Textiltradition, in der das Wissen und die Erfahrung von Menschen aus der ganzen Welt verwoben sind. Ein Institutsbesuch. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 13. 01. 2025. Gestaltung: Lothar Bodingbauer

Saison ohne Schnee
Zur Zukunft mancher Skiorte Das weiße Band vor grün-brauner Landschaft ist zum umstrittenen Symbol geworden. Für die einen verkörpert es technische Anpassung und kluges Schneemanagement. Andere sehen darin das Nichtwahrhabenwollen einer neuen klimatischen Realität - des Verlusts von Schnee. Seit den 1960er-Jahren hat die Dauer der Schneedecke in Österreich um 7 Tage pro Jahrzehnt abgenommen. Und je stärker die globale Erderwärmung, desto weiter wird sich der Schnee zurückziehen. Im aktuellen österreichischen Sachstandsbericht wird vor den Folgen gewarnt: Besonders tiefer gelegene Skigebiete seien betroffen. Arbeitsplätze werden verloren gehen. Was kommt auf manche Skigebiete Österreichs zu und wie versuchen diese sich an die neuen Realitäten anzupassen? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet am 12. 01. 2025. Gestaltung: Juliane Nagiller

Vom Kahlschlag zur Wiederaufforstung
Open Space: Ein Waldspaziergang mit der Umwelthistorikerin Simone Gingrich Wälder bedecken fast die Hälfte Österreichs und sind entscheidend für Klimaschutz und Biodiversität. Historische Debatten über nachhaltige Forstwirtschaft zeigen, dass die Balance zwischen Nutzung und Erhaltung schon lange ein Thema ist. Bis ins 19. Jahrhundert wurden die Wälder stark genutzt - teilweise sogar übernutzt. Mit der industriellen Revolution kam die Wende: Kohle ersetzte Brennholz, die Wälder erholten sich. Die Umwelthistorikerin Simone Gingrich von der Universität für Bodenkultur Wien erforscht die Geschichte der österreichischen Wälder und ihre Rolle im Klimaschutz. Sie erzählt, wie sich der Umgang mit dem Wald verändert hat und warum die Jahrhunderte ein historisches Spiegelbild der Nachhaltigkeit sind. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 08. 01. 2026. Moderation: Juliane Nagiller

Slavoj Zizeks christlicher Atheismus
Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek - für die einen ein "Rockstar der Kulturtheorie", für die anderen ein kommunistischer Macho - ist mittlerweile 76 Jahre alt. Dennoch schreibt er ohne Unterlass Bücher, in denen er bekannte Thesen seines umfangreichen Werks mit neuen Beispielen kombiniert. In seinem jüngsten Buch plädiert er für einen "christlichen Atheismus". Er krempelt theologische Argumente um und versucht zu zeigen, dass Gott selbst nicht an Gott glaubt. Nur wer durch das Christentum hindurchgeht, könne ein wahrer Materialist sein, so Zizek. Er greift in der Argumentation auf seine Säulenheiligen Marx, Hegel und Lacan zurück, wagt aber auch Ausflüge in die Welt der exakten Wissenschaften. So sieht er etwa in den Paradoxien der Quantenphysik Hinweise auf eine lückenhafte Welt, die gegen die Existenz Gottes sprechen. (Wh. 16. 07. 2025) Gestaltung: Lukas Wieselberg. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 07. 01. 2026.

"Jud Süß": Geschichte und Nachgeschichte eines NS-Propagandafilms
Er war einer der erfolgreichsten Filme im nationalsozialistischen Deutschland. Mehr als 20 Millionen Menschen sahen den antisemitischen Propagandastreifen "Jud Süß", der vor 85 Jahren in die Kinos kam. Das hetzerische Machwerk von Regisseur Veit Harlan wurde auch in den besetzten Ostgebieten im Umfeld der Deportationen und Mordaktionen zur Stimmungsmache eingesetzt. Mit dem Ende des NS-Terrorregimes verschwand "Jud Süß" nicht. Nach der Gründung des Staates Israel diente der Spielfilm als antisemitisches Propagandamittel im Nahen Osten. In Kinos in Ägypten, Syrien, im Libanon und dem Irak war er noch in den 1970er-Jahren zu sehen. Illegale Vorführungen in Ungarn kamen 2008 an die Öffentlichkeit. Mittlerweile ist er in den sozialen Medien abrufbar. Die Rechte an dem sogenannten Vorbehaltsfilm liegen seit 1966 bei der Murnau Stiftung in Wiesbaden. Gestaltung: Rosemarie Burgstaller. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 30. 12. 2025.

Suchtprobleme bei Menschen mit Autismus
Wer die Welt durch andere Augen sieht, nur ein wenig vom normativen Verhalten abweicht, hat es schwer. Kein Wunder, dass auch Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung ein Risiko für Suchterkrankungen entwickeln können. Die wenigen Studien in dem noch jungen Forschungsfeld kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Darauf verweist eine Anfang 2025 veröffentlichte Metastudie und sie zeigt zudem: autistische Frauen sind suchtanfälliger und greifen häufiger zu psychoaktiven Substanzen. Es braäuchte eine größere öffentliche Aufmerksamkeit und mehr Forschungsgeld, um die Studienlage und die Situation für die Betroffenen zu verbessern. Gestaltung: Daphne Hruby. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 29. 12. 2025.

100 Jahre Quantenmechanik: Heisenberg auf Helgoland
Im Juni 1925 flüchtet der vom Heuschnupfen geplagte Werner Heisenberg von Göttingen auf die pollenarme Insel Helgoland. Dort will der 23-jährige Jungstar der deutschen Physik das große Restproblem der Quantenmechanik lösen: nach wie vor fehlt ihr ein mathematisch konsistentes Fundament, obwohl seit Jahrhundertbeginn viel über die atomare Welt und das Verhalten mikroskopischer Quantenteilchen herausgefunden worden ist. Der Sommerurlauber Heisenberg errichtet dieses Fundament mit seiner Matrizenmechanik. Aber gab es dieses Heureka auf Helgoland tatsächlich, wie der Physiker später in seinen Erinnerungen andeuten wird? Jedenfalls liefert im Jänner 1926 der Österreicher Erwin Schrödinger mit seiner Wellenmechanik eine gleichwerte Alternative. Ohne diese Fortschritte würde heute weder ein Computer, ein Laser, eine Solarzellen oder das Internet funktionieren.

Unterwegs mit dem "Huchenfranz"
An der Mur, zwischen Staustufen und Schotterbänken, steht Franz Keppel im kalten Wasser. Seit Jahrzehnten begleitet der "Huchenfranz" den Donaulachs, wie der bis zu 1,5 Meter lange Fisch auch genannt wird. Er gilt als Indikator für intakte Fließgewässer. Doch geplante Wasserkraftwerke und steigende Wassertemperaturen bedrohen seinen Lebensraum. Gemeinsam mit Forschenden wie dem Biodiversitätsbiologen Steven Weiss dokumentiert Franz Keppel die letzten Bestände, kartiert Laichplätze und spricht mit Behörden über mögliche Schutzmaßnahmen. Werden seine Wanderwege weiter unterbrochen, kann der Huchen seine Laichplätze nicht mehr erreichen - und ein Fluss verliert mehr als nur einen Fisch. Gestaltung: Kathrin Horvath. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 22. 12. 2025.

Heizen ohne Gas: Wo steht Österreich?
Aktuell heizen ca. 850 Tausend Haushalte in Österreich mit Gas, besonders in Wien ist das üblich. In der Hauptstadt läuft jede zweite Gasheizung. Bis 2040 soll in Österreich aber kein Erdgas mehr verwendet werden. Technisch ist es längst möglich, aus klimafreundlichen Quellen genug Energie für den bundesweiten Bedarf zu gewinnen, rechtlich, politisch und wirtschaftlich gestaltet sich die Sache aber schwierig. Zwar dürfen seit dem Inkrafttreten des Erneuerbaren-Wärme-Gesetzes 2024 keine Gasheizungen mehr in Neubauten errichtet werden, doch das ursprünglich geplante Verbot von bestehenden Heizungen bis 2040 fiel. Das Ziel soll jetzt durch Förderungen erreicht werden. Steigende Gaspreise könnten auch eine Wirkung haben - doch reicht das für Österreichs Gasausstieg? Gestaltung: Katharina Gruber. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 17. 12. 2025.

Genderaspekte bei ADHS
Zahlreiche Studien zeigen: die Zahl der diagnostizierten Fälle von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist in den letzten zwei Jahrzehnten um etwa fünf Prozent gestiegen. Liegt das an veränderten gesellschaftlichen Bedingungen oder daran, dass das Krankheitsbild heute breiter definiert und bekannter ist? Traditionell wird ADHS vor allem mit jungen Buben in Verbindung gebracht. Der Zappelphilipp hat sich seit Heinrich Hoffmanns "Struwwelpeter" sogar kulturell in das kollektive Gedächtnis gebrannt. Wie bei vielen medizinischen Klassifikationen steht jedoch auch hier ein männlicher Prototyp im Zentrum. Symptome von Frauen und Mädchen, die oft subtiler ausfallen und nicht in das klassische ADHS-Verhalten passen, werden immer noch übersehen oder fehlgedeutet. Gestaltung: Kaspar Arens. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 15. 12. 2025.

100 Jahre Päpstliches Institut für Christliche Archäologie
Zu Gast im OPEN SPACE: am Donnerstag: PIAC-Direktor Stefan Heid Das Päpstliche Institut für Christliche Archäologie (PIAC) in Rom ist eine wissenschaftliche Hochschuleinrichtung, die sich auf die Erforschung der christlichen Antike spezialisiert hat. Es wurde am 11. Dezember 1925 von Papst Pius XI. gegründet und steht unter der Aufsicht des Heiligen Stuhls. Seither werden Grabstätten, Katakomben und frühchristliche Kirchen erforscht, Inschriften, Mosaike und Fresken analysiert. Nebenbei werden Archäologen ausgebildet und es wird viel publiziert. Seit 5 Jahren leitet der deutsche Kirchenhistoriker und Liturgiespezialist Stefan Heid das Institut. In Rom gibt er Auskunft über die Geschichte, Entwicklung und Zukunft seines Instituts, das weltweit Grabungen durchführt. Moderation: Christina Höfferer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 11. 12. 2025.

Manès Sperber: Die Vergegenwärtigung des Vergangenen
Eine Sendung zum 120. Geburtstag des Autors und Sozialpsychologen Vor 120 Jahren wurde Manès Sperber im ost-galizischen Zablotów in der heutigen Ukraine in eine jüdische Familie geboren. Er verbrachte seine Jugend in Wien und wurde enger Mitarbeiter des Individualpsychologen Alfred Adler. Ende der 1920er Jahre übersiedelte Sperber nach Berlin, trat in die KPD ein und verknüpfte fortan seine revolutionäre Haltung mit der Arbeit als Psychologe. Zehn Jahre später wandte er sich enttäuscht und angewidert vom stalinistischen Sowjet-Kommunismus ab. Sperber gilt heute als einer der schärfsten Kritiker autoritärer Systeme. Mit seiner Trilogie "Wie eine Träne im Ozean" schrieb er einen Jahrhundertroman und erlangte Weltberühmtheit. Gestaltung: Alexander Behr. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 10. 12. 2025.

"Choose Europe": Amerikanische Wissenschaft willkommen!
Im Mai dieses Jahres kündigte die Europäische Kommission ein Förderprogramm für amerikanische Wissenschaftlerinnen und Forscher an. Europa versucht, den Brain Drain umzudrehen und Forschende aus den USA abzuwerben. Die restriktive Wissenschaftspolitik von Präsident Trump macht das möglich. 500 Millionen Euro möchte die Europäische Kommission für diesen Zweck zusätzlich locker machen. Wie attraktiv ist der Forschungskontinent Europa für amerikanische Wissenschaftler*innen? Oder das Forschungsland Österreich? Bezahlt wird in den USA jedenfalls besser. Ist die Charme-Offensive der europäischen Unis und Forschungsinstitutionen überzeugend? Gestaltung: Mariann Unterlugauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 09. 12. 2025.

Die Nobelpreise 2025: Wirtschaft
Wachstum zwischen Schöpfung und Zerstörung in Nobelpreis für die Auseinandersetzung mit "Schöpfung und Zerstörung" - das mutet zunächst theologisch an, betrifft aber die Ökonomie. Der Preis für Wirtschaftswissenschaften im Gedenken an Alfred Nobel geht in diesem Jahr an drei Wachstumsforscher, Joel Mokyr, Philippe Aghion und Peter Howitt, die 2025 für ihre grundlegenden Arbeiten zum nachhaltigen und innovationsgetriebenen Wirtschaftswachstum ausgezeichnet werden. Sie knüpfen an die Theorie eines österreichischen Ökonomen an: Joseph Schumpeter, der den Begriff der "schöpferischen Zerstörung" geprägt hat. Die Ausgezeichneten konnten in Folge zeigen, wie technologische Innovationen einerseits Produkte und Dienstleistungen verbessern, andererseits aber auch zerstörerisch wirken können, weil Vorhandenes durch Neues ersetzt wird. Gestaltung: Marlene Nowotny. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 04. 12. 2025.

Die Nobelpreise 2025: Chemie
Die Entwicklung metallorganischer Gerüste Ein Gramm eines neuartigen Materials, dessen innere Hohlräume die Oberfläche des viel zitierten Fußballfeldes haben. Manchmal sogar mehr. Das sind die Strukturen, die die diesjährigen Chemienobelpreisträger erfunden haben. Damit könnten Wasser aus der Luft der Wüste gewonnen, Kohlendioxid aus der Atmosphäre gebunden, giftige Gase eingefangen oder chemische Reaktionen katalysiert werden. Richard Robson hat Ende der 1980er Jahre an der Universität Melbourne herausgefunden, dass die Kombination von Metallionen und organischen Verbindungen zu erstaunlichen Gitterstrukturen führen kann. Susumu Kitagawa in Japan und Omar Yaghi in Kalifornien haben diese Idee in der Folge weiterentwickelt, die Strukturen wurden vielfältiger und stabiler. - Gestaltung: Birgit Dalheimer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 03. 12. 2025.

Die Nobelpreise 2025: Physik
Ein Quantum Hoffnung Der Physik-Nobelpreis 2025 geht an den Briten John Clarke, den Franzosen Michel Devoret und den US-Amerikaner John Martinis. Ausgezeichnet werden die drei für die Entdeckung von Quanteneffekten, etwa des "makroskopischen Tunnelns", wie es das Nobelkomitee ausdrückt. Zum einen ist der Tunneleffekt dafür verantwortlich, dass es in der Natur überhaupt Radioaktivität gibt, den sogenannten Alpha-Zerfall. Zum anderen sind die entdeckten Phänomene mittlerweile in die Alltagstechnik eingewachsen. Die "makroskopischen" Effekte weisen in die Zukunft leistungsfähiger ("supraleitende") Quantencomputer. Tech-Giganten wie Google und IBM haben das Potenzial längst erkannt und stecken Milliardenbeträge in die Weiterentwicklung der jetzt ausgezeichneten Ideen. Gestaltung: Robert Czepel. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 02. 12. 2025.

Die Nobelpreise 2025: Medizin
Die Spielregeln der Immuntoleranz Ein funktionierendes Immunsystem schützt den Körper vor pathogenen Keimen und eliminiert entartete Zellen, bevor daraus Krebs entstehen kann. Ist die Abwehr gestört, kann sich diese aber auch gegen körpereigene Strukturen richten, wie es bei Autoimmunerkrankungen der Fall ist. Die Immunabwehr in Balance zu halten, dafür sind so genannte regulatorische T-Zellen von großer Bedeutung. Sie passen auf, dass Immunreaktionen nicht überschießen, die Abwehr insgesamt aber schlagkräftig bleibt. Dieser Mechanismus bildet den Kern der Forschungen, für die 2025 der Nobelpreis für Medizin oder Physiologie verliehen wurde: an Mary E. Brunkow und Fred Ramsdell aus den USA sowie Shimon Sakaguchi aus Japan. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 01. 12. 2025.

Biologisch abbaubare Shampoos und Polymerforschung
Zu Gast im OPEN SPACE am Donnerstag: der Biochemiker Michael Zumstein Sie stecken in Wasch- und Reinigungsmitteln, in Duschgels und Haarshampoos oder in Farben und Lacken: wasserlösliche Polymere. Weltweit werden davon 1 Million Tonnen pro Jahr produziert. Nach der Anwendung dieser Produkte gelangen die enthaltenen wasserlöslichen Polymere ins Abwasser, was deren Wiederverwertung verhindert. Umso wichtiger ist die Erforschung der chemischen und mikrobilogischen Prozesse. Genau das findet am neu gegründeten "Christian Doppler Labor für Biologischen Abbau von Wasserlöslichen Polymeren am Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaften" der Universität Wien statt. Dessen Leiter, der Biochemiker Michael Zumstein, spricht über seine Forschungsarbeit. Moderation: Lothar Bodingbauer

Raubkunst im Privatbesitz
Bereits 1998 haben sich 43 Staaten verpflichtet, unrechtmäßig erworbenen Besitz aus jüdischem Eigentum in ihren öffentlichen Einrichtungen zu identifizieren, die Erbinnen und Erben der beraubten Menschen ausfindig zu machen und mit ihnen gerechte und faire Lösungen zu finden. Ein Restitutionsgesetz für NS-Raubkunst gibt es in Deutschland nicht, wohl aber in Österreich. Allerdings gilt dieses Gesetz auch hierzulande noch nicht für private Museen und Sammlungen, die daher Einzelfallprüfungen von Provenienzforschunger*innen vornehmen lassen.

Endometriose: Das "Chamäelon der Gynäkologie"
Endometriose ist eine häufige, gutartige gynäkologische Erkrankung, allerdings mit chronischem Verlauf. Dabei siedelt sich Gewebe, das dem der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb des Uterus an: im Bauchraum, im Darm oder an der Blase, in einigen Fällen ist sogar die Lunge betroffen. Dabei wird das abgewanderte Schleimhautgewebe durch die Geschlechtshormone des Monatszyklus stimuliert und eine lokale Entzündungsreaktion verursacht. Das führt mitunter zu lokalen, starken Schmerzen. Eine weit verbreitete Folge der Erkrankung ist eingeschränkte Fruchtbarkeit. Wie Endometriose entsteht, ist noch unklar. Eine ursächliche, Heilung bringende Behandlung gibt es bis dato auch nicht. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 25. 11. 2025.

Stadtentwicklung und Stadtleben in Pompeji
Von der antiken Stadt Pompeji wurden bis heute mehr als zwei Drittel, freigelegt. Die aufgefundenen Anlagen und Gebäude mit ihrer Fülle an Mosaiken und Wandmalereien sowie Alltagsgegenständen und Artefakten geben Einblicke in die städtebauliche und gesellschaftliche Entwicklung der Hafen- und Handelsstadt, die im Jahr 79 n. Chr. durch den Ausbruch des Vesuvs verschüttet wurde. Das aktuelle Projekt des Österreichischen Archäologischen Instituts widmet sich dem Stadtbereich Insula VII 4. Hier treffen zwei archäologische Schlüsselregionen älterer Stadtentwicklungsphasen ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. zusammen: die sogenannte Altstadt und nördliche Areale. In den letzten Jahrhunderten von Pompeji entstanden in dieser Übergangszone Wohnbauten der Oberschicht wie die Casa die Arianna sowie Werkstätten zur Textil- und Parfümherstellung. Gesataltung: Rosemarie Burgstaller. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 24. 11. 2025.

Zuhören: Plädoyer für eine bedrohte Kulturtechnik
Wohl jeder von uns kennt jemanden im Bekanntenkreis, der/die einen im Gespräch nicht ausreden lässt und im Grunde nur seine eigenen Positionen ausbreiten will. Demonstratives Nicht-Zuhören ist aber keineswegs auf das Private beschränkt. Auch in unserer Gesellschaft, die sich gerne "Achtsamkeit" auf die Fahnen schreibt, scheint richtiges Zuhören eine schwindende Fähigkeit zu sein. Wie ist es sonst zu erklären, dass z.B. Warnungen der Wissenschaft vor dem Klimawandel so leichtfertig in den Wind geschlagen werden? In so einem Fall könnte die Weigerung zuzuhören tatsächlich gefährlich werden. Je mehr wir digital kommunizieren, desto weniger scheint die Kunst des Zuhörens zu gelingen. Diese würde bedeuten, sich auf Argumente eines Gegenübers einzulassen. Erst damit entsteht eine echte Verbindung, eine "Resonanz" zwischen Menschen, und das scheint heute wichtiger denn je. (Wh. v. 25. 03. 2025). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 20. 11. 2025.

Von Rio bis Belém
Fehlende Unterkünfte, horrende Preise und kaum Verhandlungsmasse: Die diesjährige Klimakonferenz im brasilianischen Belém startete unter schwierigen Vorzeichen. Ganz anders war die Stimmung 1992 bei der "Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung" in Rio de Janeiro. Damals herrschte Aufbruchstimmung. Der Kalte Krieg war beendet, globale Zusammenarbeit schien möglich. Mehr als 170 Staaten verpflichteten sich zur nachhaltigen Entwicklung. Zudem wurde die Agenda 21 beschlossen und die Klimarahmenkonvention, die Artenschutzkonvention und die Walddeklaration ausverhandelt. Was ist in den letzten 3 Jahrzehnten passiert? Kann Belém den Geist von Rio wiederauferstehen lassen? - Gestaltung: Juliane Nagiller. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 19. 11. 2025

Fenster in die Zukunft
Fensterglas ist ein schräges Material. Licht soll durch, der Rest - cStaub, Lärm, Kälte oder Wärme - nicht. Das Bild soll nicht verzerrt werden, wenn man hinaus- oder hineinschaut. Die Farben sollen gleichbleiben. Und sicher soll es auch sein. Durch welche Fenster werden wir in Zukunft schauen? Gestaltung: Lothar Bodingbauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 18. 11. 2025.

Die Digitalisierung des Menschenhandels
In den letzten 20 Jahren hat sich das "Geschäft" mit dem Menschenhandel grundlegend verändert. Zur sexuellen Ausbeutung und Zwangsarbeit, die sich in Europa ausweiten, kommen Online-Diebstahl, Online-Wetten und kriminelle Geldgeschäfte im Internet hinzu. Dafür benötigt man Programmierer und Menschen mit vielfältigen Sprachkenntnissen. Die neuen Sklaven finden die Kriminellen nicht unter den schwächsten der Gesellschaft, sondern auf digitalen Jobforen und Online-Plattformen. Angeworben werden sie mit interessant klingenden Lockangeboten. Wie kann diese neue Form des Menschenhandels bekämpft werden? Gestaltung: Mariann Unterluggauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 17. 11. 2025.

Neue Fakten im "Schrödinger-Skandal"
Zu Gast im OPEN SPACE am Donnerstag: die Literaturwissenschaftlerin Magdalena Gronau Seit vier Jahren stehen sexuelle Mißbrauchsvorwürfe gegen Erwin Schrödinger, den österreichischen Physiknobelpreisträger von 1933, im medialen Raum. Sie basieren auf einer Biografie, die fast 40 Jahre alt ist. Die Vorwürfe wurden nun von einem Forscherehepaar am Berliner "Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung" in einer minutiös angelegten Studie geprüft. Die Literaturwissenschaftlerin Magdalena Gronau und der Historiker Martin Gronau haben dafür auch den für Jahrzehnte gesperrten privaten Nachlass Erwin Schrödingers ausgewertet. Die Ergebnisse ihrer Studie haben Sie in einem Vortrag am ESI, dem Erwin Schrödinger-Institut für Mathematik und Physik der Uni Wien, präsentiert. Und vorher den DIMENSIONEN in einem Gespräch verraten. Moderation: Armin Stadler Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 13. 11. 2025.

Notres-Dame-des-Landes: Welche Ziele verfolgt die ZAD?
Vor Jahrzehnten fällte die französische Regierung den Beschluss, auf einem 1.600 Hektar großen Areal in der Gemeinde Notre-Dame-des-Landes im Westen Frankreichs einen neuen Flughafen zu bauen. Der Staat enteignete die Eigentümer - größtenteils seit Generationen ansässige Bäuerinnen und Bauern - und bot ihnen Entschädigungen an. Manche aber lehnten das Angebot ab und leisteten gemeinsam mit Klima- und Umweltschützern Widerstand. Im Jahr 2018 wurde das Bauprojekt abgesagt. Auf dem Areal, das die heutigen Bewohnerinnen und Bewohner selbstbewusst "ZAD - zone à défendre", also "zu verteidigende Zone" nennen, florieren heute alternative Lebensformen. Kritiker:innen sprechen von einer Selbstverwaltungszone, deren Rechtsstatus ungeklärt ist und die ihre ökologischen Ziele aufgegeben hat. Gestaltung: Alexander Behr. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesednet in Ö1 am 12. 11. 2025.

Grüne Nasen: Spürhunde im Naturschutz
Spürhunde können erlegtes Wild orten, sie finden Verschüttete in einer Lawine, Drogen im Kofferraum. Neuerdings bringt man Hunden bei, ausgefallenere Gerüche aufzuspüren und setzt sie im Arten- und Naturschutz ein. Einmal trainiert, finden sie seltene Tier- und Pflanzenarten oder kleinste Kadaver von Fledermäusen und Vögeln. Die Spürhunde helfen bei der Verfolgung von Wildtierkriminalität, weil sie winzige Spuren von Gift riechen können. Sie erschnüffeln den Duft von Borkenkäfern und zeigen so dem Förster sehr früh befallene Bäume an. (Wh.v. 04. 02. 2025). - Gestaltung: Lukas Tremetsberger. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 11. 11. 2025.

Die Physik des Bierschaums
Im Open Space heute ein Magazin mit folgenden Themen: 1. Ein Forscherteam an der ETH Zürich konnte aufklären, warum manche Biere beim Einschenken ein schöne Krone bekommen und andere nicht.Beitrag: Florian Jauk 2. Warum in der Quantenphysik negative Wahrscheinlichkeiten auftauchen. Das erklärt die Physikerin Phila Rembold in einem Science-Slam im Wiener Rathaus, wo heute eine Festakt zum UNESCO-Jahr der Quantenwissenschaften stattfindet. Zur Erklärung wird eine Quanten-Edition von "Dungeons & Dragons" gespielt.Studiogespräch: Armin Stadler 3. Amputationen im Ameisenstaat: Gegenseitige OPs bringen den sozial hochorganisierten Kolonien einen Fitnessvorteil.Beitrag: Robert Czepel Moderation: Armin Stadler

Wo bleibt die Pille für den Mann ?
Seit den 1960 ist die hormonelle Verhütung Frauensache. Präparate für Männer haben es nie auf den Markt geschafft. Während Nebenwirkungen bei Frauen von Anfang an in Kauf genommen, über Jahrzehnte sogar ignoriert wurden, scheiterten vergleichbare Projekte für Männer bereits an kleinen Hürden. 2011 wurde eine groß angelegte WHO-Studie wegen ähnlicher Nebenwirkungen abgebrochen: 10 Prozent der Teilnehmer klagten über Depressionen, Libidoverlust oder Gewichtszunahme. 2025 wurde erstmals ein nicht-hormonelles Präparat erfolgreich am Menschen getestet. Kommt die Pille für den Mann also doch noch?Gestaltung: Kaspar Arens. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 05. 11. 2025.

Wenn KI killt: Autonome Waffensysteme
Rasant ist das Entwicklungstempo auf dem maschinell gesteuerten Schlachtfeld. Der Einfluss und Einsatz sogenannter "KI"-Waffensysteme, automatisierter bis autonomer Drohnen wächst. In Libyen, der Ukraine und dem Gazastreifen sollen derartige Kampfmittel schon im Einsatz gewesen sein. Während die technische Entwicklung - unter Mithilfe der Wissenschaft - voranschreitet, hinken völkerrechtliche und ethische Regulative hinterher. Wer wird die Verantwortung für Fehlentscheidungen übernehmen? Der Algorithmus wohl kaum. Der Programmierer, die wissenschaftliche Entwicklerin, der Soldat, die Politik? Gestaltung: Daphne Hruby. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 04. 11. 2025.

Das Institut für Volksmusikforschung wird 60
Im Open Space am Donnerstag zu Gast: Institutsleiter Marko Kölbl Seit das "Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie", wie es vollständig heißt, 1965 an der Universität für Musik und Darstellende Kunst gegründet wurde, haben sich die Forschungsfelder und das Methodenspektrum über die Jahrzehnte ständig erweitert. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Internationalisierung der Forschung, im Fokus steht neben österreichischer Volksmusik heute auch jene von Minderheiten, die in Österreich leben oder hierher geflüchtet sind; wie die Volksmusik der Afghanen, die von indischen und persischen Elementen geprägt ist. Eine Musik, die mit der Machtübernahme der Taliban aus dem öffentlichen Leben verbannt worden ist - umso wichtiger ist ihre Darbietung und Pflege im Exil. - Moderation: Lothar Bodingbauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 30. 10. 2025.

Vererbtes Trauma
Wer Verfolgung, Vertreibung und Krieg erlebt hat oder gar ein Konzentrations- oder Vernichtungslager überlebt hat, ist traumatisiert und kann das Trauma an Kinder und Enkelkinder weitergeben. Doch nicht nur Opfer, auch Täterinnen und Täter können "Gefühlserbschaften", wie es die Sozialpsychologin Angela Moré nennt, weitergeben. Angehörige nachfolgender Generationen spüren dieses Erbe, sind sich aber nicht immer darüber bewusst, woher die gefühlte Scham, Angst und Panik (in den Opferfamilien) bzw. Schuld (in den Täterfamilien) kommt. Wie wirken der Holocaust und der Zweite Weltkrieg in Österreich in Menschen weiter, die im Nachkriegsösterreich geboren worden sind? Die Wissenschaft nähert sich transgenerativen Traumata aus unterschiedlichen Perspektiven wie Psychologie, Soziologie und Geschichtswissenschaft. Gestaltung: Katharina Gruber. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 29. 10. 2025.

Bürokratie in der Wissenschaft
Viele Forschende klagen über wachsende administrative Anforderungen im Arbeitsalltag. Manche Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen berichten sogar, dass sie mittlerweile mehr Zeit mit dem Ausfüllen von Anträgen und dem Dokumentieren einzelner Arbeitsprozesse verbringen als im Labor. Gleichzeitig erfüllt die Bürokratie auch in der Wissenschaft einen Zweck: Transparente Protokolle beugen Willkür vor. Durch sie können andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nachvollziehen, wie gut gearbeitet wurde und gegebenenfalls Fehler entdecken. Ab wann wirkt Bürokratie aber demotivierend für Forschende und wird zur Innovationsbremse? Gestaltung: Daphne Hruby. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 28. 10. 2025.

Sophie J. Veigl: Philosophin und Wrestlerin
Sophie Juliane Veigl ist das, was man "tough" nennen kann. Da ist die engagierte Wissenschaftlerin, die neben vergleichenden Literaturwissenschaften auch Immunologie und Biologie studierte und sich dann der Wissenschaftsphilosophie zuwandte. Mittlerweile unterrichtet die junge Frau Doktor am Philosophischen Institut der Universität Wien und arbeitet gerade an ihrer Habilitationsschrift. Und es gibt Sophie, die Wrestlerin, die unter dem Künstlernamen Dr. Diotima in schwarz-rot-gelber Kampfmontur das Publikum begeistert. Diesen Namen hat Veigl deshalb gewählt, weil Diotima eine der ersten verschriftlichten antiken Philosophinnen war. Im Allgemeinen gelten Wrestling und Philosophie als Gegensätze, wie sie größer nicht sein könnten: Das eine vor allem als körperliche, das andere als rein geistige Aktivität. Diese Trennung zieht Veigl in Zweifel. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 27. 10. 2025.

Bioschauplatz Wald
Gast im Open Space am Donnerstag: der Waldökologe Mario Pesendorfer. Fast die Hälfte Österreichs ist von Wald bedeckt. Große Teile liegen in schwer zugänglichem Gelände, andere werden genutzt oder sind Schutzwald. Mario Pesendorfer versucht, die Lebensräume und ihre Umweltfaktoren zu verstehen und sie mit den Lebewesen im Wald in Verbindung zu bringen. Er spricht von "Ökosystemleistungen", wenn es darum geht, den Wert des Waldes für eine Gesellschaft zu quantifizieren. Aber der Wald weckt auch Emotionen bei ihm, der nach langem Forschungsaufenthalt in den USA als neu berufener Professor an der Boku Wien seine Antrittsvorlesung gehalten hat. - Moderation: Lothar. Bodingbauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 23. 10. 2025

Grauwasser besser nutzen
Wenn die Temperaturen weiter steigen, wird Wasser zum knappen Gut. Da wäre es Verschwendung, Trinkwasser weiterhin in großen Mengen für Hygiene- und Haushaltszwecke zu verwenden: zum Duschen, Kleider waschen, bei der Gartenbewässerung oder in der Toilettenspülung. Dafür würde auch sogenanntes Grauwasser ausreichen: fäkalienfreies und gering verschmutztes Abwasser. Ein neues Forschungsprojekt widmet sich dem effizienteren Grauwasser-Management in Österreich. Gestaltung: Ilse Huber. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 22. 10. 2025.

Die KI sucht den Humor
Sie gewinnen Gold bei Mathematik-Olympiaden und schaffen die US-amerikanische Anwaltsprüfung. Sprachmodelle wie ChatGPT haben den Menschen in vielen Bereichen überflügelt. Doch Humor bleibt für sie ein Buch mit sieben Siegeln. Weil in den Trainingsdaten wenig davon zu finden ist und ihre Optimierung bislang auf faktische Richtigkeit ausgelegt war. Ihre Humorlosigkeit könnte aber auch prinzipielle Gründe haben. Ob Sprachmodelle ein Verständnis für Kontext und Bedeutung und echte Kreativität entwickeln können, bleibt eine offene Frage. Gestaltung: Robert Czepel. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesdendet in Ö1 am 21. 10. 2025.

Wie Darm-Mikrobiom und Immunsystem zusammenspielen
Studiogast im Open Space am Donnerstag: der Molekularbiologe Thomas Vogl Die Bakterien unseres Verdauungstrakts beeinflussen die Funktionsweise unseres Immunsystems. Kommt es zu einem Ungleichgewicht des Darmmikrobioms hat das auch Auswirkungen auf dieses sensible Zusammenspiel, und es können verschiedene Erkrankungen entstehen - die dahinterliegenden Mechanismen sind aber noch nicht genau bekannt. Thomas Vogl will einen ganzheitlichen Überblick über die Interaktionen des Darm-Mikrobioms mit der körpereigenen Abwehr gewinnen und berichtet von seinen Forschungen und Erkenntnissen. Moderation: Sabrina Adlbrecht

Joseph Weizenbaum und seine frühe KI-Kritik
Die Computerindustrie ist ein Bordell und das Pentagon ihr Zuhälter. Aus diesem Hurenhaus sollte ein schönes, neues Paradies geboren werden?" Das, so der deutsch-amerikanische Informatiker Joseph Weizenbaum 1980, sei ein Widerspruch und nichts, worauf die Menschheit stolz sein könnte. Genauso verhält es sich mit der künstlichen Intelligenz, die Weizenbaum den Menschen nicht vorenthalten wollte. Ganz im Gegenteil. Aber er verknüpfte die Umsetzung an eine Bedingung: Der Mensch sollte eine derartige Maschine nie als Abbild seiner Selbst begreifen. Anderenfalls, so der Programmierer des ersten Chatprogramms "Eliza/Doctor", könne das nur in einer Katastrophe enden. Wie gelangte Weizenbaum zu dieser Überzeugung? Welche Ereignisse ließen ihn ab den 1970er Jahren zum Kritiker einer ganzen Forschungsbranche werden?

Sauwohl - Das natürliche Verhalten von Hausschweinen
Seit dem Jahr 2023 dürfen neue Schweineställe keine Vollspaltenböden mehr haben, bestehende müssen bis 2034 umgebaut werden. Außerdem müssen Schweine organisches Beschäftigungsmaterial erhalten. Dass Schweine sich auf einem harten Beton- oder Plastikboden nicht wohl fühlen und ihren natürlichen Trieben nicht nachgehen können, war schon lange klar. Doch, wie würden sich neu gezüchtete Hausschweinrassen verhalten, wenn sie freie Wahl hätten? Das möchte die Schweizerische Albert-Koechlin Stiftung wissen, sie finanziert ein dreijähriges Projekt, das auf einem Bauernhof im Kanton Luzern durchgeführt wird. Dort dürfen Schweine im Freien tun, was sie wollen, und werden dabei von Forscherinnen, Kameras und KI beobachtet. Auch Besucher sind willkommen und können die Forschung unterstützen - und dabei aus erster Hand etwas über Tierwohl erfahren. Gestaltung: Sonja Bettel

Quantenphysik erklären
Die UNESCO hat das Jahr 2025 zum "Internationalen Jahr der Quantenwissenschaft und Quantentechnologien" ausgerufen. 57 Länder beteiligen sich an diesem Quantenjahr. Vom 6. bis 10. Oktober 2025 haben Schulen in Innsbruck, Linz, Wien und deren näheren Umgebung die Möglichkeit, Workshops teilzunehmen. Im Mittelpunkt steht eine interaktive Escape Challenge, die Quantenphänomene spielerisch vermittelt - und zwar direkt im Klassenzimmer. Lothar Bodingbauer spricht mit den Organisatorinnen, den Innsbrucker Quantenphysikerinnen Lea Trenkwalder und Andrea López-Incera.

Historische Gärten im Klimawandel
Akkurat geformte Strauchskulpturen, Baumalleen und Blumenbeete - kaum ein Schloss oder eine Burg kommt ohne historischen Garten aus. Er erfordert stetige Pflege, vor zu großen ästhetischen Veränderungen bewahrt sie der Denkmalschutz, das historische Aussehen soll bewahrt werden. Trockenheit, hohe Temperaturen, Schädlinge und Pflanzenkrankheiten - sie werden als Folge des Klimawandels häufiger und setzen auch den Pflanzen in historischen Gärten zu. So ist heute mehr gärtnerische Pflegearbeit als noch vor einigen Jahren erforderlich, manchmal ist die Fällung von Bäumen die einzige Lösung. Stadtgärtnereien können dann Baumarten pflanzen, die mit den Veränderungen besser klarkommen. Bei denkmalgeschützten Anlagen sind diese Alternativen oft nicht möglich. Was bedroht die künstlich angelegten Landschaften der historischen Gartenanlagen? Und wie kann man sie im gewünschten Erscheinungsbild erhalten und gleichzeitig klimafit machen?Von Lukas Tremetsberger

In memoriam Jane Goodall
Jane Goodall ist im 92. Lebensjahr verstorben. Berühmt wurde die Britin durch ihre Arbeit mit Schimpansen in den 1960er Jahren in Tansania. Eine Arbeit, die sie ohne einschlägiges Studium begonnen hatte. Zum Glück, wie sie später oft betonte, denn so konnte sie unvoreingenommen und nicht beeinflusst davon, was die Wissenschaft damals über die Primaten dachte, ihre Beobachtungen machen. Sie sollten die Sicht auf die Menschenaffen revolutionieren, Jane Goodall selbst wurde dadurch weltberühmt. 1977 gründete sie das Jane Goodall Institut, eine internationale Organisation, die sich den Themen widmete, die Jane Goodall im Lauf ihres langen Lebens immer wichtiger wurden: der Tier- und Umweltschutz. Bis zuletzt war sie auch selbst dafür aktiv. Sie starb in der Nacht auf gestern während einer Vortragsreise in Kalifornien. Vor nicht einmal einem Jahr war sie in Österreich, in Grünau im Almtal, bei der Konrad Lorenz Forschungsstelle. Raphael Krapscha hat sie begleitet. (WH von 7.11.2024)

Kellergassen: Baukulturerbe im Weinviertel
Weinkeller sowie die Kellergassen, in denen sie liegen, sind Zeugen einer jahrhundertelangen Weinbautradition in Ostösterreich. Sie sind untrennbar mit der bäuerlichen Kultur und Wirtschaftsweise des Weinviertels verknüpft. Oft werden sie auch als "Dorf neben dem Dorf" bezeichnet. Manche Kellergassen befinden sich nur wenige Meter, manche mehrere Kilometer von den Ortskernen entfernt. Oft wurden die Kellerröhren in den weichen Lös-Lehm gegraben, der aber gleichzeitig stabil genug ist, um auch ohne gemauertes Gewölbe zu halten. Kellergassen befinden sich an Geländekanten, sie schmiegen sich in Hohlwege, gruppieren sich zu Kellervierteln oder umringen Kellerberge - und sie sind Orte des sozialen Miteinanders. In Zeiten der Umwelt- und Klimakrise findet eine Rückbesinnung auf diese ressoucenschonende bäuerliche Architektur statt.Von Alexander Behr

Dunkle Energie
Sendet der expandierende Kosmos neue Signale? Das Universum entstand vor 13,8 Milliarden Jahren im Urknall. Seitdem dehnt es sich aus - und zwar immer schneller. Die expansive Kraft hinter dem Phänomen nennen Physiker die "Dunkle Energie". Ein passender Name, denn die physikalischen Ursachen liegen nach wie vor im Dunkeln. Albert Einstein bezeichnete seinen erfolglosen Erklärungsversuch als "größte Eselei" seines Wissenschaftlerlebens - und die heutige Generation von Forschern und Forscherinnen steht nicht viel besser da. Aufregende Neuigkeiten kommen nun aber vom Kitt-Peak-Nationalobservatorium in Arizona: Das dort montierte "Dark Energy Spectroscopic Instrument" hat Signale empfangen, die durch das kosmische Standardmodell nicht erklärt werden können. Ein Team um den Theoretiker Djordje Minic glaubt jetzt jene Mächte entdeckt zu haben, die für die Expansion des Kosmos verantwortlich sind. Sollte sich das bestätigen, wäre das eine wissenschaftliche Sensation.Von Robert Czepel

Arzneimittelrückstände im Wasser
Mit Norbert Kreuzinger, Institut für Wassergüte und Ressourcenmanagement der TU Wien Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Antibiotika, Hormone und andere Substanzen hinterlassen Spuren in der Umwelt. Arzneimittelrückstände gelangen über das Abwasser in Gewässer, können dort von Kläranlagen oft nicht vollständig entfernt werden und werden so in Flüssen, Seen und im Grundwasser nachgewiesen - in Konzentrationen, die für den Menschen als unbedenklich gelten. Nicht genau Bescheid weiß man allerdings über so genannte "Cocktail-Effekte", die sich aus einer Akkumulation verschiedener potenziell schädlicher Substanzen auch in geringen Dosen ergeben könnten. Was bereits mehrfach nachgewiesen wurde, sind besorgniserregende Auswirkungen von Medikamentenrückständen auf Wasserorganismen wie Fische und Muscheln. Sabrina Adlbrecht hat mit Norbert Kreuzinger vom Institut für Wassergüte und Ressourcenmanagement der Technischen Universität Wien gesprochen.

Im Netz des Spinnenforschers Christian Komposch
Wie viele Spinnen und Weberknechte es gibt, wie sie sich ausbreiten, was ihr Verschwinden bedeutet - all das beschäftigt den österreichischen Biologen. Er hat eine der umfassendsten Datenbanken zu Spinnen und Weberknechten in Österreich aufgebaut, neue Arten beschrieben - darunter Diplocephalus komposchi, benannt nach ihm selbst. Sie zählen zu den ältesten Landtieren der Welt, leben auf Bäumen, in Mauerritzen, unter Steinen - und sind trotzdem kaum bekannt. Spinnen und Weberknechte spielen eine zentrale Rolle im Ökosystem und gelten als Frühwarnsysteme für den Zustand der Natur. Christian Komposchs Forschung zeigt: Wo Spinnen verschwinden, verändert sich meist weit mehr als nur das Artenspektrum. Denn die kleinen Tiere reagieren sensibel auf Temperatur, Feuchte, Bodenstruktur. Die Spinnenforschung gilt heute als Teil eines umfassenden Biodiversitätsmonitorings - und als Schnittstelle zwischen Artenkenntnis, Ökologie und Naturschutz.Gestaltung: Kathrin Horvath

Japan: Spirituelle Insel im digitalen Zeitalter
Japan gehört zu den technologisch fortschrittlichsten Ländern der Welt und ist zugleich ein Land mit tief verwurzelter spiritueller Praxis. Zwischen Popkultur und Technikgadgets nehmen neue Formen der Glaubenspraxis Gestalt an. In Tokios "Electric Town" werden im Kanda Myojin Schrein digitale Schutzamulette für Smartphones verkauft und Events für Manga-Fans veranstaltet. In Kyotos Kodaiji Tempel rezitiert der humanoide Roboter "Mindar" buddhistische Sutras, um mehr Interesse für den Buddhismus zu schaffen. Und ein Bestattungsunternehmen setzt auf Trauerfeiern im Metaverse als neues Businessmodell. Gestaltung: Anika Haider. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 23. 09. 2025.

Japan: Spirituelle Insel im digitalen Zeitalter
Japan gehört zu den technologisch fortschrittlichsten Ländern der Welt und ist zugleich ein Land mit tief verwurzelter spiritueller Praxis. Zwischen Popkultur und Technikgadgets nehmen neue Formen der Glaubenspraxis Gestalt an.In Tokios "Electric Town" werden im Kanda Myojin Schrein digitale Schutzamulette für Smartphones verkauft und Events für Manga-Fans veranstaltet. In Kyotos Kodaiji Tempel rezitiert der humanoide Roboter "Mindar" buddhistische Sutras, um mehr Interesse für den Buddhismus zu schaffen. Und ein Bestattungsunternehmen setzt auf Trauerfeiern im Metaverse als neues Businessmodell.Gestaltung: Anika Haide

"Ose Shalom": Der Wiener Stadttempelchor
Der Wiener Stadttempel befindet sich im Ersten Wiener Gemeindebezirk. Der Chor des Stadttempels wurde im Jahr seiner Fertigstellung, 1826, von dem jungen Hohenemser Kantor und Komponisten Salomon Sulzer gegründet. Sulzer revolutionierte die Synagogenmusik und komponierte neue Stücke, die in der ganzen Welt von Kantoren gesungen wurden. Sie trugen seine Kleidung, ahmten seine Stimme und seine Gelassenheit nach. Heute, fast 200 Jahre später, singt der Chor noch immer jeden Freitagabend und Samstagmorgen im Wiener Stadttempel, der einzigen Wiener Synagoge, die die Shoah überlebt hat. Die Musik dieses Gebetshauses hat sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändert. (Wh. v. 18. 04. 2023) Gestaltung: Alexander Behr. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 22. 09. 2025.

Altrömische Pferde, Weltformel, Explosion, Urkilo
Die Eroberung von Gebieten nördlich der Alpen durch das antike Rom wurde maßgeblich von Pferden und Maultieren geprägt, die die Römer selbst mitgebracht haben. Lokale keltische Rassen waren zu klein, um für Militär und Transport nützlich zu sein. Lothar Bodingbauer Schwarze Löcher gehören zu den faszinierendsten Gebilden des Universums. Sie bringen auch die zwei großen Theorien der Physik an ihre Grenzen - Quantenmechanik und Relativitätstheorie. Bis heute hapert es daran, die beiden in einer Art Weltformel zu vereinen. Der österreichische Quantenwissenschaftler Florian Neukart schlägt nun genau so eine Theorie vor - er nennt sie Quantum Memory Matrix.Lukas Wieselberg Aigners Universum: Der schnellste Kanaldeckel der Welt. Eine Kolumne aus den aus den Anfangstagen der Atombombentests.Florian Aigner Warum das Pariser Ur-Kilo ausgedient hat und wodurch es ersetzt wurde.Florian Zinner
























