Dimensionen

ORF

Den Gedanken Raum geben - mit Reportagen, Features, Recherchen, Porträts und Gesprächen aus den Bereichen Wissenschaft und Kunst, Politik und Wirtschaft, Natur und Technik.

Alle Folgen

Stadt im Takt

Wie kann Verkehr Wohlbefinden schaffen? In Kopenhagen hat man bereits vor zehn Jahren damit begonnen, Ampeln für Radfahrer früher auf grün zu schalten, die Autolenker folgen einige Sekunden danach. Dahinter stecken auch Verkehrssicherheitsüberlegungen. Zu einem gesunden Takt gehört die körperliche Gesundheit genauso wie das psychische Wohlbefinden. Das eine bedingt das andere und es beeinflusst den Umgang der Verkehrsbeteiligten untereinander. Wie lässt sich der Rhythmus einer Stadt sinnvoll planen und organisieren? Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 27. 01. 2026. Gestaltung: Daphne Hruby

Stadt im Takt

Kann die KI wissenschaftlich arbeiten?

Derzeit werden der KI viele Fähigkeiten zugeschrieben. Kann sie auch Forschung betreiben und wissenschaftliche Arbeiten begutachten? Diese Frage wollte man an der renommierten Stanford University im Rahmen der Online-Konferenz "Agents4Science" beantworten. Auf der Konferenz traten ausschließlich KI-Agenten als Hauptautoren und Peer-Reviewer auf. Die Konferenzergebnisse wurden allerdings von Menschen präsentiert. Sie zeigen: KI-Agenten können Theorien aufstellen, Experimente durchführen, Daten erheben und wissenschaftliche Artikel schreiben und bewerten - mehr oder weniger. Kann man davon Konsequenzen für einen KI-assistierten Wissenschaftsbetrieb ableiten? Gestaltung: Mariann Unterluggauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 26. 01. 2025.

Kann die KI wissenschaftlich arbeiten?

Die Welt als Welle und Vorstellung

100 Jahre Quantenmechanik: Wie Erwin Schrödinger die Wellenmechanik entwickelte Am 27. Jänner 1926 reicht Erwin Schrödinger die erste von vier fundamentalen Arbeiten bei den renommierten "Annalen der Physik" ein. In dieser Publikationsreihe taucht jene Gleichung auf, die den Österreicher weltberühmt und 1933 zum Physiknobelpreisträger macht: die "Schrödinger-Gleichung. Herzstück seiner Wellenmechanik, mit der bis heute das Verhalten von Quantenteilchen und die Vorgänge in der atomaren und subatomaren Welt beschrieben werden können. Eine mathematisch elegante Einzelleistung und praktikabler als die gleichwertige Matrizenmechanik, die Werner Heisenberg mit Hilfe seiner Göttinger Kollegen ein paar Monate zuvor entwickelt hat. Wo liegen die Unterschiede? Und ist Schrödinger der Durchbruch bereits in den Weihnachtsferien 1925 in Arosa gelungen? Gestaltung: Robert Czepel und Armin Stadler. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 22. 01. 2026.

Die Welt als Welle und Vorstellung

Die Langzeitfolgen des Syrienkriegs

Es ist die longue durée des Krieges, dass nach dem Ende der Kamphandlungen die Gewalt in Form von Umweltzerstörung und Gesundheitsgefährdung weiterlebt. Ein Beispiel ist Syrien. Überfüllte Müllhalden in zerstörten Städten verschmutzen landwirtschaftliche Böden und Flüsse, Trinkwasser ist oft kontaminiert. Durch die Abfälle und stehendes Wasser breiten sich Sandfliegen rasant aus, die Leishmaniose übertragen - eine Krankheit, die in Syrien seit Jahren stark zunimmt. Hinzu kommen toxische Überreste von Munition, Bomben und Sprengstoffen, aber auch die zerstörten Gebäude, Betonstaub, Asbest etc., die Böden verseuchen und das Risiko für Geburtsdefekte und chronische Erkrankungen erhöhen. Das Kriegserbe Syriens zeigt sich so nicht nur in den Ruinen seiner Städte, sondern in der schleichenden Vergiftung von Umwelt und Körpern. - Gestaltung: Laura Salm-Reifferscheidt. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 21. 01. 2026.

Die Langzeitfolgen des Syrienkriegs

Therapiebegleithunde: Hechelnde Helfer, die heilen

Ältere Leute, Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen oder auch Schulkinder erwarten sie oft sehnsüchtig: Hunde, die eigens dafür ausgebildet wurden, therapeutisch Gutes zu tun. Im Gegensatz zu Assistenzhunden, die dauernd bei einem Menschen mit Behinderung leben und diesen in seinem Alltag unterstützen, sind Therapiebegleithunde mit ihren Haltern Teil des Behandlungskonzepts. Wie die Erfahrung gezeigt hat, werden mit den Fellnasen spielerisch Brücken gebaut, therapeutische Ziele schneller und leichter erreicht und das Wohlbefinden insgesamt auf besondere Weise gefördert. Für die anspruchsvolle Beziehungsarbeit als Therapiebegleithund kommen grundsätzlich verschiedenste Rassen und auch "Promenadenmischungen" in Frage. Vor dem Einsatz muss jedes Tier eine Prüfung ablegen. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 20. 01. 2026)

Therapiebegleithunde: Hechelnde Helfer, die heilen

Generation Single?

Seit einigen Jahren häufen sich die Berichte, dass immer mehr Menschen allein wohnen. Laut Statistik Austria sind die Einpersonenhaushalte in den letzten 20 Jahren mehr geworden. Eine OECD-Studie kommt für einen Großteil ihrer Mitgliedstaaten zu einem ähnlichen Befund. Allein zu leben, ist zwar noch kein Indiz für ein Single-Dasein, dennoch nähren solche Zahlen die Vermutung, dass immer weniger Menschen in Beziehungen leben. Ein Trend der vor allem bei jüngeren Generationen zu beobachten ist. Spielen in dieser Entwicklung neben demographischen Verschiebungen vor allem gesellschaftliche Veränderungen eine Rolle, beispielsweise der Geschlechterdiskurs? Gestaltung: Kaspar Arens. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 19. 01. 2026

Generation Single?

Open Space: Das Magazin

1. Warum amerikanische Tech-Firmen bei der Entwicklung des Quantencomputers auf supraleitende Qubits setzenBeitrag: Robert Czepel 2. Ein Grazer Forschungsexpedition reiste nach Nepal, um buddhistische Tempel mit einem 3-D-Messverfahren zu dokumentierenBeitrag: Sylvia Andrews 3. An der Medizinischen Universität Wien wurde eine neue Nachweismethode entwickelt, die Mikro- und Nanoplastik gewebeschonend im menschlichen Körper lokalisieren und identifizieren kannBeitrag: Sabrina Adlbrecht Moderation: Armin Stadler

Open Space: Das Magazin

Wildtierkriminalität in Österreich

Bei Wildtierkriminalität denken viele zuerst an gewilderte Leoparden, geschmuggelte Elefantenstoßzähne oder Haifischflossen auf asiatischen Märkten - illegale Taten in fernen Ländern. Doch auch in Österreich wird Wildtieren unerlaubterweise nachgestellt. Seeadler und andere bedrohte und geschützte Vogelarten werden vergiftet, kontrovers diskutierte Raubtiere wie Luchs und Wolf heimlich geschossen. In den vergangenen zehn Jahren sind Fälle von über 200 Greifvögeln und mehr als einem Dutzend Säugetieren dokumentiert - die Dunkelziffer ist hoch. Die wichtigsten Motive der Täterinnen und Täter: illegale Trophäenjagd und Konflikte zwischen den Nutzungsansprüchen der Menschen und dem Schutz der Wildtiere. Für mehr Aufmerksamkeit und eine bessere Strafverfolgung und Verurteilung kooperieren Tier- und Naturschutzorganisationen mit spezialisierten Behörden und Justiz und Exekutive. Gestaltung: Lukas Tremetsberger. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 14. 01. 2026.

Wildtierkriminalität in Österreich

Textilforschung in Vorarlberg

Die Universität Innsbruck betreibt in Dornbirn das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik. Zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen an Fasern und Geweben, an Grenzflächen, an Materialien aus nachhaltigen Ressourcen. Die Anwendungen gehen über die Bekleidungsbranche hinaus, sie betreffen wiederaufladbaren Batterien, Verbundmaterialien und sogar Lebensmittel. Das Institut befindet sich nicht zufällig in Vorarlberg. Das Bundesland hat eine lange Textiltradition, in der das Wissen und die Erfahrung von Menschen aus der ganzen Welt verwoben sind. Ein Institutsbesuch. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 13. 01. 2025. Gestaltung: Lothar Bodingbauer

Textilforschung in Vorarlberg

Saison ohne Schnee

Zur Zukunft mancher Skiorte Das weiße Band vor grün-brauner Landschaft ist zum umstrittenen Symbol geworden. Für die einen verkörpert es technische Anpassung und kluges Schneemanagement. Andere sehen darin das Nichtwahrhabenwollen einer neuen klimatischen Realität - des Verlusts von Schnee. Seit den 1960er-Jahren hat die Dauer der Schneedecke in Österreich um 7 Tage pro Jahrzehnt abgenommen. Und je stärker die globale Erderwärmung, desto weiter wird sich der Schnee zurückziehen. Im aktuellen österreichischen Sachstandsbericht wird vor den Folgen gewarnt: Besonders tiefer gelegene Skigebiete seien betroffen. Arbeitsplätze werden verloren gehen. Was kommt auf manche Skigebiete Österreichs zu und wie versuchen diese sich an die neuen Realitäten anzupassen? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet am 12. 01. 2025. Gestaltung: Juliane Nagiller

Saison ohne Schnee

Vom Kahlschlag zur Wiederaufforstung

Open Space: Ein Waldspaziergang mit der Umwelthistorikerin Simone Gingrich Wälder bedecken fast die Hälfte Österreichs und sind entscheidend für Klimaschutz und Biodiversität. Historische Debatten über nachhaltige Forstwirtschaft zeigen, dass die Balance zwischen Nutzung und Erhaltung schon lange ein Thema ist. Bis ins 19. Jahrhundert wurden die Wälder stark genutzt - teilweise sogar übernutzt. Mit der industriellen Revolution kam die Wende: Kohle ersetzte Brennholz, die Wälder erholten sich. Die Umwelthistorikerin Simone Gingrich von der Universität für Bodenkultur Wien erforscht die Geschichte der österreichischen Wälder und ihre Rolle im Klimaschutz. Sie erzählt, wie sich der Umgang mit dem Wald verändert hat und warum die Jahrhunderte ein historisches Spiegelbild der Nachhaltigkeit sind. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 08. 01. 2026. Moderation: Juliane Nagiller

Vom Kahlschlag zur Wiederaufforstung

Slavoj Zizeks christlicher Atheismus

Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek - für die einen ein "Rockstar der Kulturtheorie", für die anderen ein kommunistischer Macho - ist mittlerweile 76 Jahre alt. Dennoch schreibt er ohne Unterlass Bücher, in denen er bekannte Thesen seines umfangreichen Werks mit neuen Beispielen kombiniert. In seinem jüngsten Buch plädiert er für einen "christlichen Atheismus". Er krempelt theologische Argumente um und versucht zu zeigen, dass Gott selbst nicht an Gott glaubt. Nur wer durch das Christentum hindurchgeht, könne ein wahrer Materialist sein, so Zizek. Er greift in der Argumentation auf seine Säulenheiligen Marx, Hegel und Lacan zurück, wagt aber auch Ausflüge in die Welt der exakten Wissenschaften. So sieht er etwa in den Paradoxien der Quantenphysik Hinweise auf eine lückenhafte Welt, die gegen die Existenz Gottes sprechen. (Wh. 16. 07. 2025) Gestaltung: Lukas Wieselberg. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 07. 01. 2026.

Slavoj Zizeks christlicher Atheismus

Vibes: Wann wir uns mit anderen wohlfühlen

Vibes - das Wort ist eine Kurzform des englischen `Vibration'. Es steht für Vibrieren, Schwingen, aber auch für Zittern und Erschüttern. Viele kennen Vibes auch als gleiche Wellenlänge oder eine Chemie, die zwischen zwei Menschen stimmt. Das fühlt sich gut an. Man kommt schnell ins Gespräch, weiß wie der andere tickt und muss nicht viel erklären. Tatsächlich haben Untersuchungen ergeben, dass sich die Hirnströme angleichen, wenn sich Menschen auf Anhieb sympathisch finden. Dasselbe gilt für Gestik, Mimik und die Stimme. Bevor es so weit kommt, muss man den Vibes allerdings eine Chance geben. Wer nichts über sich preisgibt oder anderen etwas vorspielt, hat eher schlechte Karten, dass die Chemie stimmt. (Übernahme: SWR 2025) Gestaltung: Beate Krol. - Diese Sendung wurde am 05. 01. 2025 in Ö1 ausgestrahlt.

Vibes: Wann wir uns mit anderen wohlfühlen

"Jud Süß": Geschichte und Nachgeschichte eines NS-Propagandafilms

Er war einer der erfolgreichsten Filme im nationalsozialistischen Deutschland. Mehr als 20 Millionen Menschen sahen den antisemitischen Propagandastreifen "Jud Süß", der vor 85 Jahren in die Kinos kam. Das hetzerische Machwerk von Regisseur Veit Harlan wurde auch in den besetzten Ostgebieten im Umfeld der Deportationen und Mordaktionen zur Stimmungsmache eingesetzt. Mit dem Ende des NS-Terrorregimes verschwand "Jud Süß" nicht. Nach der Gründung des Staates Israel diente der Spielfilm als antisemitisches Propagandamittel im Nahen Osten. In Kinos in Ägypten, Syrien, im Libanon und dem Irak war er noch in den 1970er-Jahren zu sehen. Illegale Vorführungen in Ungarn kamen 2008 an die Öffentlichkeit. Mittlerweile ist er in den sozialen Medien abrufbar. Die Rechte an dem sogenannten Vorbehaltsfilm liegen seit 1966 bei der Murnau Stiftung in Wiesbaden. Gestaltung: Rosemarie Burgstaller. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 30. 12. 2025.

"Jud Süß": Geschichte und Nachgeschichte eines NS-Propagandafilms

Suchtprobleme bei Menschen mit Autismus

Wer die Welt durch andere Augen sieht, nur ein wenig vom normativen Verhalten abweicht, hat es schwer. Kein Wunder, dass auch Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung ein Risiko für Suchterkrankungen entwickeln können. Die wenigen Studien in dem noch jungen Forschungsfeld kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Darauf verweist eine Anfang 2025 veröffentlichte Metastudie und sie zeigt zudem: autistische Frauen sind suchtanfälliger und greifen häufiger zu psychoaktiven Substanzen. Es braäuchte eine größere öffentliche Aufmerksamkeit und mehr Forschungsgeld, um die Studienlage und die Situation für die Betroffenen zu verbessern. Gestaltung: Daphne Hruby. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 29. 12. 2025.

Suchtprobleme bei Menschen mit Autismus

100 Jahre Quantenmechanik: Heisenberg auf Helgoland

Im Juni 1925 flüchtet der vom Heuschnupfen geplagte Werner Heisenberg von Göttingen auf die pollenarme Insel Helgoland. Dort will der 23-jährige Jungstar der deutschen Physik das große Restproblem der Quantenmechanik lösen: nach wie vor fehlt ihr ein mathematisch konsistentes Fundament, obwohl seit Jahrhundertbeginn viel über die atomare Welt und das Verhalten mikroskopischer Quantenteilchen herausgefunden worden ist. Der Sommerurlauber Heisenberg errichtet dieses Fundament mit seiner Matrizenmechanik. Aber gab es dieses Heureka auf Helgoland tatsächlich, wie der Physiker später in seinen Erinnerungen andeuten wird? Jedenfalls liefert im Jänner 1926 der Österreicher Erwin Schrödinger mit seiner Wellenmechanik eine gleichwerte Alternative. Ohne diese Fortschritte würde heute weder ein Computer, ein Laser, eine Solarzellen oder das Internet funktionieren.

100 Jahre Quantenmechanik: Heisenberg auf Helgoland

Unterwegs mit dem "Huchenfranz"

An der Mur, zwischen Staustufen und Schotterbänken, steht Franz Keppel im kalten Wasser. Seit Jahrzehnten begleitet der "Huchenfranz" den Donaulachs, wie der bis zu 1,5 Meter lange Fisch auch genannt wird. Er gilt als Indikator für intakte Fließgewässer. Doch geplante Wasserkraftwerke und steigende Wassertemperaturen bedrohen seinen Lebensraum. Gemeinsam mit Forschenden wie dem Biodiversitätsbiologen Steven Weiss dokumentiert Franz Keppel die letzten Bestände, kartiert Laichplätze und spricht mit Behörden über mögliche Schutzmaßnahmen. Werden seine Wanderwege weiter unterbrochen, kann der Huchen seine Laichplätze nicht mehr erreichen - und ein Fluss verliert mehr als nur einen Fisch. Gestaltung: Kathrin Horvath. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 22. 12. 2025.

Unterwegs mit dem "Huchenfranz"

Heizen ohne Gas: Wo steht Österreich?

Aktuell heizen ca. 850 Tausend Haushalte in Österreich mit Gas, besonders in Wien ist das üblich. In der Hauptstadt läuft jede zweite Gasheizung. Bis 2040 soll in Österreich aber kein Erdgas mehr verwendet werden. Technisch ist es längst möglich, aus klimafreundlichen Quellen genug Energie für den bundesweiten Bedarf zu gewinnen, rechtlich, politisch und wirtschaftlich gestaltet sich die Sache aber schwierig. Zwar dürfen seit dem Inkrafttreten des Erneuerbaren-Wärme-Gesetzes 2024 keine Gasheizungen mehr in Neubauten errichtet werden, doch das ursprünglich geplante Verbot von bestehenden Heizungen bis 2040 fiel. Das Ziel soll jetzt durch Förderungen erreicht werden. Steigende Gaspreise könnten auch eine Wirkung haben - doch reicht das für Österreichs Gasausstieg? Gestaltung: Katharina Gruber. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 17. 12. 2025.

Heizen ohne Gas: Wo steht Österreich?

Genderaspekte bei ADHS

Zahlreiche Studien zeigen: die Zahl der diagnostizierten Fälle von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist in den letzten zwei Jahrzehnten um etwa fünf Prozent gestiegen. Liegt das an veränderten gesellschaftlichen Bedingungen oder daran, dass das Krankheitsbild heute breiter definiert und bekannter ist? Traditionell wird ADHS vor allem mit jungen Buben in Verbindung gebracht. Der Zappelphilipp hat sich seit Heinrich Hoffmanns "Struwwelpeter" sogar kulturell in das kollektive Gedächtnis gebrannt. Wie bei vielen medizinischen Klassifikationen steht jedoch auch hier ein männlicher Prototyp im Zentrum. Symptome von Frauen und Mädchen, die oft subtiler ausfallen und nicht in das klassische ADHS-Verhalten passen, werden immer noch übersehen oder fehlgedeutet. Gestaltung: Kaspar Arens. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 15. 12. 2025.

Genderaspekte bei ADHS

100 Jahre Päpstliches Institut für Christliche Archäologie

Zu Gast im OPEN SPACE: am Donnerstag: PIAC-Direktor Stefan Heid Das Päpstliche Institut für Christliche Archäologie (PIAC) in Rom ist eine wissenschaftliche Hochschuleinrichtung, die sich auf die Erforschung der christlichen Antike spezialisiert hat. Es wurde am 11. Dezember 1925 von Papst Pius XI. gegründet und steht unter der Aufsicht des Heiligen Stuhls. Seither werden Grabstätten, Katakomben und frühchristliche Kirchen erforscht, Inschriften, Mosaike und Fresken analysiert. Nebenbei werden Archäologen ausgebildet und es wird viel publiziert. Seit 5 Jahren leitet der deutsche Kirchenhistoriker und Liturgiespezialist Stefan Heid das Institut. In Rom gibt er Auskunft über die Geschichte, Entwicklung und Zukunft seines Instituts, das weltweit Grabungen durchführt. Moderation: Christina Höfferer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 11. 12. 2025.

100 Jahre Päpstliches Institut für Christliche Archäologie

Manès Sperber: Die Vergegenwärtigung des Vergangenen

Eine Sendung zum 120. Geburtstag des Autors und Sozialpsychologen Vor 120 Jahren wurde Manès Sperber im ost-galizischen Zablotów in der heutigen Ukraine in eine jüdische Familie geboren. Er verbrachte seine Jugend in Wien und wurde enger Mitarbeiter des Individualpsychologen Alfred Adler. Ende der 1920er Jahre übersiedelte Sperber nach Berlin, trat in die KPD ein und verknüpfte fortan seine revolutionäre Haltung mit der Arbeit als Psychologe. Zehn Jahre später wandte er sich enttäuscht und angewidert vom stalinistischen Sowjet-Kommunismus ab. Sperber gilt heute als einer der schärfsten Kritiker autoritärer Systeme. Mit seiner Trilogie "Wie eine Träne im Ozean" schrieb er einen Jahrhundertroman und erlangte Weltberühmtheit. Gestaltung: Alexander Behr. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 10. 12. 2025.

Manès Sperber: Die Vergegenwärtigung des Vergangenen

"Choose Europe": Amerikanische Wissenschaft willkommen!

Im Mai dieses Jahres kündigte die Europäische Kommission ein Förderprogramm für amerikanische Wissenschaftlerinnen und Forscher an. Europa versucht, den Brain Drain umzudrehen und Forschende aus den USA abzuwerben. Die restriktive Wissenschaftspolitik von Präsident Trump macht das möglich. 500 Millionen Euro möchte die Europäische Kommission für diesen Zweck zusätzlich locker machen. Wie attraktiv ist der Forschungskontinent Europa für amerikanische Wissenschaftler*innen? Oder das Forschungsland Österreich? Bezahlt wird in den USA jedenfalls besser. Ist die Charme-Offensive der europäischen Unis und Forschungsinstitutionen überzeugend? Gestaltung: Mariann Unterlugauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 09. 12. 2025.

"Choose Europe": Amerikanische Wissenschaft willkommen!

Die Nobelpreise 2025: Wirtschaft

Wachstum zwischen Schöpfung und Zerstörung in Nobelpreis für die Auseinandersetzung mit "Schöpfung und Zerstörung" - das mutet zunächst theologisch an, betrifft aber die Ökonomie. Der Preis für Wirtschaftswissenschaften im Gedenken an Alfred Nobel geht in diesem Jahr an drei Wachstumsforscher, Joel Mokyr, Philippe Aghion und Peter Howitt, die 2025 für ihre grundlegenden Arbeiten zum nachhaltigen und innovationsgetriebenen Wirtschaftswachstum ausgezeichnet werden. Sie knüpfen an die Theorie eines österreichischen Ökonomen an: Joseph Schumpeter, der den Begriff der "schöpferischen Zerstörung" geprägt hat. Die Ausgezeichneten konnten in Folge zeigen, wie technologische Innovationen einerseits Produkte und Dienstleistungen verbessern, andererseits aber auch zerstörerisch wirken können, weil Vorhandenes durch Neues ersetzt wird. Gestaltung: Marlene Nowotny. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 04. 12. 2025.

Die Nobelpreise 2025: Wirtschaft

Die Nobelpreise 2025: Chemie

Die Entwicklung metallorganischer Gerüste Ein Gramm eines neuartigen Materials, dessen innere Hohlräume die Oberfläche des viel zitierten Fußballfeldes haben. Manchmal sogar mehr. Das sind die Strukturen, die die diesjährigen Chemienobelpreisträger erfunden haben. Damit könnten Wasser aus der Luft der Wüste gewonnen, Kohlendioxid aus der Atmosphäre gebunden, giftige Gase eingefangen oder chemische Reaktionen katalysiert werden. Richard Robson hat Ende der 1980er Jahre an der Universität Melbourne herausgefunden, dass die Kombination von Metallionen und organischen Verbindungen zu erstaunlichen Gitterstrukturen führen kann. Susumu Kitagawa in Japan und Omar Yaghi in Kalifornien haben diese Idee in der Folge weiterentwickelt, die Strukturen wurden vielfältiger und stabiler. - Gestaltung: Birgit Dalheimer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 03. 12. 2025.

Die Nobelpreise 2025: Chemie

Die Nobelpreise 2025: Physik

Ein Quantum Hoffnung Der Physik-Nobelpreis 2025 geht an den Briten John Clarke, den Franzosen Michel Devoret und den US-Amerikaner John Martinis. Ausgezeichnet werden die drei für die Entdeckung von Quanteneffekten, etwa des "makroskopischen Tunnelns", wie es das Nobelkomitee ausdrückt. Zum einen ist der Tunneleffekt dafür verantwortlich, dass es in der Natur überhaupt Radioaktivität gibt, den sogenannten Alpha-Zerfall. Zum anderen sind die entdeckten Phänomene mittlerweile in die Alltagstechnik eingewachsen. Die "makroskopischen" Effekte weisen in die Zukunft leistungsfähiger ("supraleitende") Quantencomputer. Tech-Giganten wie Google und IBM haben das Potenzial längst erkannt und stecken Milliardenbeträge in die Weiterentwicklung der jetzt ausgezeichneten Ideen. Gestaltung: Robert Czepel. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 02. 12. 2025.

Die Nobelpreise 2025: Physik

Die Nobelpreise 2025: Medizin

Die Spielregeln der Immuntoleranz Ein funktionierendes Immunsystem schützt den Körper vor pathogenen Keimen und eliminiert entartete Zellen, bevor daraus Krebs entstehen kann. Ist die Abwehr gestört, kann sich diese aber auch gegen körpereigene Strukturen richten, wie es bei Autoimmunerkrankungen der Fall ist. Die Immunabwehr in Balance zu halten, dafür sind so genannte regulatorische T-Zellen von großer Bedeutung. Sie passen auf, dass Immunreaktionen nicht überschießen, die Abwehr insgesamt aber schlagkräftig bleibt. Dieser Mechanismus bildet den Kern der Forschungen, für die 2025 der Nobelpreis für Medizin oder Physiologie verliehen wurde: an Mary E. Brunkow und Fred Ramsdell aus den USA sowie Shimon Sakaguchi aus Japan. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 01. 12. 2025.

Die Nobelpreise 2025: Medizin

Biologisch abbaubare Shampoos und Polymerforschung

Zu Gast im OPEN SPACE am Donnerstag: der Biochemiker Michael Zumstein Sie stecken in Wasch- und Reinigungsmitteln, in Duschgels und Haarshampoos oder in Farben und Lacken: wasserlösliche Polymere. Weltweit werden davon 1 Million Tonnen pro Jahr produziert. Nach der Anwendung dieser Produkte gelangen die enthaltenen wasserlöslichen Polymere ins Abwasser, was deren Wiederverwertung verhindert. Umso wichtiger ist die Erforschung der chemischen und mikrobilogischen Prozesse. Genau das findet am neu gegründeten "Christian Doppler Labor für Biologischen Abbau von Wasserlöslichen Polymeren am Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaften" der Universität Wien statt. Dessen Leiter, der Biochemiker Michael Zumstein, spricht über seine Forschungsarbeit. Moderation: Lothar Bodingbauer

Biologisch abbaubare Shampoos und Polymerforschung

Raubkunst im Privatbesitz

Bereits 1998 haben sich 43 Staaten verpflichtet, unrechtmäßig erworbenen Besitz aus jüdischem Eigentum in ihren öffentlichen Einrichtungen zu identifizieren, die Erbinnen und Erben der beraubten Menschen ausfindig zu machen und mit ihnen gerechte und faire Lösungen zu finden. Ein Restitutionsgesetz für NS-Raubkunst gibt es in Deutschland nicht, wohl aber in Österreich. Allerdings gilt dieses Gesetz auch hierzulande noch nicht für private Museen und Sammlungen, die daher Einzelfallprüfungen von Provenienzforschunger*innen vornehmen lassen.

Raubkunst im Privatbesitz

Endometriose: Das "Chamäelon der Gynäkologie"

Endometriose ist eine häufige, gutartige gynäkologische Erkrankung, allerdings mit chronischem Verlauf. Dabei siedelt sich Gewebe, das dem der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb des Uterus an: im Bauchraum, im Darm oder an der Blase, in einigen Fällen ist sogar die Lunge betroffen. Dabei wird das abgewanderte Schleimhautgewebe durch die Geschlechtshormone des Monatszyklus stimuliert und eine lokale Entzündungsreaktion verursacht. Das führt mitunter zu lokalen, starken Schmerzen. Eine weit verbreitete Folge der Erkrankung ist eingeschränkte Fruchtbarkeit. Wie Endometriose entsteht, ist noch unklar. Eine ursächliche, Heilung bringende Behandlung gibt es bis dato auch nicht. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 25. 11. 2025.

Endometriose: Das "Chamäelon der Gynäkologie"

Stadtentwicklung und Stadtleben in Pompeji

Von der antiken Stadt Pompeji wurden bis heute mehr als zwei Drittel, freigelegt. Die aufgefundenen Anlagen und Gebäude mit ihrer Fülle an Mosaiken und Wandmalereien sowie Alltagsgegenständen und Artefakten geben Einblicke in die städtebauliche und gesellschaftliche Entwicklung der Hafen- und Handelsstadt, die im Jahr 79 n. Chr. durch den Ausbruch des Vesuvs verschüttet wurde. Das aktuelle Projekt des Österreichischen Archäologischen Instituts widmet sich dem Stadtbereich Insula VII 4. Hier treffen zwei archäologische Schlüsselregionen älterer Stadtentwicklungsphasen ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. zusammen: die sogenannte Altstadt und nördliche Areale. In den letzten Jahrhunderten von Pompeji entstanden in dieser Übergangszone Wohnbauten der Oberschicht wie die Casa die Arianna sowie Werkstätten zur Textil- und Parfümherstellung. Gesataltung: Rosemarie Burgstaller. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 24. 11. 2025.

Stadtentwicklung und Stadtleben in Pompeji

Zuhören: Plädoyer für eine bedrohte Kulturtechnik

Wohl jeder von uns kennt jemanden im Bekanntenkreis, der/die einen im Gespräch nicht ausreden lässt und im Grunde nur seine eigenen Positionen ausbreiten will. Demonstratives Nicht-Zuhören ist aber keineswegs auf das Private beschränkt. Auch in unserer Gesellschaft, die sich gerne "Achtsamkeit" auf die Fahnen schreibt, scheint richtiges Zuhören eine schwindende Fähigkeit zu sein. Wie ist es sonst zu erklären, dass z.B. Warnungen der Wissenschaft vor dem Klimawandel so leichtfertig in den Wind geschlagen werden? In so einem Fall könnte die Weigerung zuzuhören tatsächlich gefährlich werden. Je mehr wir digital kommunizieren, desto weniger scheint die Kunst des Zuhörens zu gelingen. Diese würde bedeuten, sich auf Argumente eines Gegenübers einzulassen. Erst damit entsteht eine echte Verbindung, eine "Resonanz" zwischen Menschen, und das scheint heute wichtiger denn je. (Wh. v. 25. 03. 2025). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 20. 11. 2025.

Zuhören: Plädoyer für eine bedrohte Kulturtechnik

Von Rio bis Belém

Fehlende Unterkünfte, horrende Preise und kaum Verhandlungsmasse: Die diesjährige Klimakonferenz im brasilianischen Belém startete unter schwierigen Vorzeichen. Ganz anders war die Stimmung 1992 bei der "Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung" in Rio de Janeiro. Damals herrschte Aufbruchstimmung. Der Kalte Krieg war beendet, globale Zusammenarbeit schien möglich. Mehr als 170 Staaten verpflichteten sich zur nachhaltigen Entwicklung. Zudem wurde die Agenda 21 beschlossen und die Klimarahmenkonvention, die Artenschutzkonvention und die Walddeklaration ausverhandelt. Was ist in den letzten 3 Jahrzehnten passiert? Kann Belém den Geist von Rio wiederauferstehen lassen? - Gestaltung: Juliane Nagiller. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 19. 11. 2025

Von Rio bis Belém

Fenster in die Zukunft

Fensterglas ist ein schräges Material. Licht soll durch, der Rest - cStaub, Lärm, Kälte oder Wärme - nicht. Das Bild soll nicht verzerrt werden, wenn man hinaus- oder hineinschaut. Die Farben sollen gleichbleiben. Und sicher soll es auch sein. Durch welche Fenster werden wir in Zukunft schauen? Gestaltung: Lothar Bodingbauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 18. 11. 2025.

Fenster in die Zukunft

Die Digitalisierung des Menschenhandels

In den letzten 20 Jahren hat sich das "Geschäft" mit dem Menschenhandel grundlegend verändert. Zur sexuellen Ausbeutung und Zwangsarbeit, die sich in Europa ausweiten, kommen Online-Diebstahl, Online-Wetten und kriminelle Geldgeschäfte im Internet hinzu. Dafür benötigt man Programmierer und Menschen mit vielfältigen Sprachkenntnissen. Die neuen Sklaven finden die Kriminellen nicht unter den schwächsten der Gesellschaft, sondern auf digitalen Jobforen und Online-Plattformen. Angeworben werden sie mit interessant klingenden Lockangeboten. Wie kann diese neue Form des Menschenhandels bekämpft werden? Gestaltung: Mariann Unterluggauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 17. 11. 2025.

Die Digitalisierung des Menschenhandels

Neue Fakten im "Schrödinger-Skandal"

Zu Gast im OPEN SPACE am Donnerstag: die Literaturwissenschaftlerin Magdalena Gronau Seit vier Jahren stehen sexuelle Mißbrauchsvorwürfe gegen Erwin Schrödinger, den österreichischen Physiknobelpreisträger von 1933, im medialen Raum. Sie basieren auf einer Biografie, die fast 40 Jahre alt ist. Die Vorwürfe wurden nun von einem Forscherehepaar am Berliner "Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung" in einer minutiös angelegten Studie geprüft. Die Literaturwissenschaftlerin Magdalena Gronau und der Historiker Martin Gronau haben dafür auch den für Jahrzehnte gesperrten privaten Nachlass Erwin Schrödingers ausgewertet. Die Ergebnisse ihrer Studie haben Sie in einem Vortrag am ESI, dem Erwin Schrödinger-Institut für Mathematik und Physik der Uni Wien, präsentiert. Und vorher den DIMENSIONEN in einem Gespräch verraten. Moderation: Armin Stadler Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 13. 11. 2025.

Neue Fakten im "Schrödinger-Skandal"

Notres-Dame-des-Landes: Welche Ziele verfolgt die ZAD?

Vor Jahrzehnten fällte die französische Regierung den Beschluss, auf einem 1.600 Hektar großen Areal in der Gemeinde Notre-Dame-des-Landes im Westen Frankreichs einen neuen Flughafen zu bauen. Der Staat enteignete die Eigentümer - größtenteils seit Generationen ansässige Bäuerinnen und Bauern - und bot ihnen Entschädigungen an. Manche aber lehnten das Angebot ab und leisteten gemeinsam mit Klima- und Umweltschützern Widerstand. Im Jahr 2018 wurde das Bauprojekt abgesagt. Auf dem Areal, das die heutigen Bewohnerinnen und Bewohner selbstbewusst "ZAD - zone à défendre", also "zu verteidigende Zone" nennen, florieren heute alternative Lebensformen. Kritiker:innen sprechen von einer Selbstverwaltungszone, deren Rechtsstatus ungeklärt ist und die ihre ökologischen Ziele aufgegeben hat. Gestaltung: Alexander Behr. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesednet in Ö1 am 12. 11. 2025.

Notres-Dame-des-Landes: Welche Ziele verfolgt die ZAD?

Grüne Nasen: Spürhunde im Naturschutz

Spürhunde können erlegtes Wild orten, sie finden Verschüttete in einer Lawine, Drogen im Kofferraum. Neuerdings bringt man Hunden bei, ausgefallenere Gerüche aufzuspüren und setzt sie im Arten- und Naturschutz ein. Einmal trainiert, finden sie seltene Tier- und Pflanzenarten oder kleinste Kadaver von Fledermäusen und Vögeln. Die Spürhunde helfen bei der Verfolgung von Wildtierkriminalität, weil sie winzige Spuren von Gift riechen können. Sie erschnüffeln den Duft von Borkenkäfern und zeigen so dem Förster sehr früh befallene Bäume an. (Wh.v. 04. 02. 2025). - Gestaltung: Lukas Tremetsberger. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 11. 11. 2025.

Grüne Nasen: Spürhunde im Naturschutz

Die Physik des Bierschaums

Im Open Space heute ein Magazin mit folgenden Themen: 1. Ein Forscherteam an der ETH Zürich konnte aufklären, warum manche Biere beim Einschenken ein schöne Krone bekommen und andere nicht.Beitrag: Florian Jauk 2. Warum in der Quantenphysik negative Wahrscheinlichkeiten auftauchen. Das erklärt die Physikerin Phila Rembold in einem Science-Slam im Wiener Rathaus, wo heute eine Festakt zum UNESCO-Jahr der Quantenwissenschaften stattfindet. Zur Erklärung wird eine Quanten-Edition von "Dungeons & Dragons" gespielt.Studiogespräch: Armin Stadler 3. Amputationen im Ameisenstaat: Gegenseitige OPs bringen den sozial hochorganisierten Kolonien einen Fitnessvorteil.Beitrag: Robert Czepel Moderation: Armin Stadler

Die Physik des Bierschaums

Wo bleibt die Pille für den Mann ?

Seit den 1960 ist die hormonelle Verhütung Frauensache. Präparate für Männer haben es nie auf den Markt geschafft. Während Nebenwirkungen bei Frauen von Anfang an in Kauf genommen, über Jahrzehnte sogar ignoriert wurden, scheiterten vergleichbare Projekte für Männer bereits an kleinen Hürden. 2011 wurde eine groß angelegte WHO-Studie wegen ähnlicher Nebenwirkungen abgebrochen: 10 Prozent der Teilnehmer klagten über Depressionen, Libidoverlust oder Gewichtszunahme. 2025 wurde erstmals ein nicht-hormonelles Präparat erfolgreich am Menschen getestet. Kommt die Pille für den Mann also doch noch?Gestaltung: Kaspar Arens. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 05. 11. 2025.

Wo bleibt die Pille für den Mann ?

Wenn KI killt: Autonome Waffensysteme

Rasant ist das Entwicklungstempo auf dem maschinell gesteuerten Schlachtfeld. Der Einfluss und Einsatz sogenannter "KI"-Waffensysteme, automatisierter bis autonomer Drohnen wächst. In Libyen, der Ukraine und dem Gazastreifen sollen derartige Kampfmittel schon im Einsatz gewesen sein. Während die technische Entwicklung - unter Mithilfe der Wissenschaft - voranschreitet, hinken völkerrechtliche und ethische Regulative hinterher. Wer wird die Verantwortung für Fehlentscheidungen übernehmen? Der Algorithmus wohl kaum. Der Programmierer, die wissenschaftliche Entwicklerin, der Soldat, die Politik? Gestaltung: Daphne Hruby. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 04. 11. 2025.

Wenn KI killt: Autonome Waffensysteme

Das Institut für Volksmusikforschung wird 60

Im Open Space am Donnerstag zu Gast: Institutsleiter Marko Kölbl Seit das "Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie", wie es vollständig heißt, 1965 an der Universität für Musik und Darstellende Kunst gegründet wurde, haben sich die Forschungsfelder und das Methodenspektrum über die Jahrzehnte ständig erweitert. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Internationalisierung der Forschung, im Fokus steht neben österreichischer Volksmusik heute auch jene von Minderheiten, die in Österreich leben oder hierher geflüchtet sind; wie die Volksmusik der Afghanen, die von indischen und persischen Elementen geprägt ist. Eine Musik, die mit der Machtübernahme der Taliban aus dem öffentlichen Leben verbannt worden ist - umso wichtiger ist ihre Darbietung und Pflege im Exil. - Moderation: Lothar Bodingbauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 30. 10. 2025.

Das Institut für Volksmusikforschung wird 60

Vererbtes Trauma

Wer Verfolgung, Vertreibung und Krieg erlebt hat oder gar ein Konzentrations- oder Vernichtungslager überlebt hat, ist traumatisiert und kann das Trauma an Kinder und Enkelkinder weitergeben. Doch nicht nur Opfer, auch Täterinnen und Täter können "Gefühlserbschaften", wie es die Sozialpsychologin Angela Moré nennt, weitergeben. Angehörige nachfolgender Generationen spüren dieses Erbe, sind sich aber nicht immer darüber bewusst, woher die gefühlte Scham, Angst und Panik (in den Opferfamilien) bzw. Schuld (in den Täterfamilien) kommt. Wie wirken der Holocaust und der Zweite Weltkrieg in Österreich in Menschen weiter, die im Nachkriegsösterreich geboren worden sind? Die Wissenschaft nähert sich transgenerativen Traumata aus unterschiedlichen Perspektiven wie Psychologie, Soziologie und Geschichtswissenschaft. Gestaltung: Katharina Gruber. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 29. 10. 2025.

Vererbtes Trauma

Bürokratie in der Wissenschaft

Viele Forschende klagen über wachsende administrative Anforderungen im Arbeitsalltag. Manche Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen berichten sogar, dass sie mittlerweile mehr Zeit mit dem Ausfüllen von Anträgen und dem Dokumentieren einzelner Arbeitsprozesse verbringen als im Labor. Gleichzeitig erfüllt die Bürokratie auch in der Wissenschaft einen Zweck: Transparente Protokolle beugen Willkür vor. Durch sie können andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nachvollziehen, wie gut gearbeitet wurde und gegebenenfalls Fehler entdecken. Ab wann wirkt Bürokratie aber demotivierend für Forschende und wird zur Innovationsbremse? Gestaltung: Daphne Hruby. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 28. 10. 2025.

Bürokratie in der Wissenschaft

Sophie J. Veigl: Philosophin und Wrestlerin

Sophie Juliane Veigl ist das, was man "tough" nennen kann. Da ist die engagierte Wissenschaftlerin, die neben vergleichenden Literaturwissenschaften auch Immunologie und Biologie studierte und sich dann der Wissenschaftsphilosophie zuwandte. Mittlerweile unterrichtet die junge Frau Doktor am Philosophischen Institut der Universität Wien und arbeitet gerade an ihrer Habilitationsschrift. Und es gibt Sophie, die Wrestlerin, die unter dem Künstlernamen Dr. Diotima in schwarz-rot-gelber Kampfmontur das Publikum begeistert. Diesen Namen hat Veigl deshalb gewählt, weil Diotima eine der ersten verschriftlichten antiken Philosophinnen war. Im Allgemeinen gelten Wrestling und Philosophie als Gegensätze, wie sie größer nicht sein könnten: Das eine vor allem als körperliche, das andere als rein geistige Aktivität. Diese Trennung zieht Veigl in Zweifel. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 27. 10. 2025.

Sophie J. Veigl: Philosophin und Wrestlerin

Bioschauplatz Wald

Gast im Open Space am Donnerstag: der Waldökologe Mario Pesendorfer. Fast die Hälfte Österreichs ist von Wald bedeckt. Große Teile liegen in schwer zugänglichem Gelände, andere werden genutzt oder sind Schutzwald. Mario Pesendorfer versucht, die Lebensräume und ihre Umweltfaktoren zu verstehen und sie mit den Lebewesen im Wald in Verbindung zu bringen. Er spricht von "Ökosystemleistungen", wenn es darum geht, den Wert des Waldes für eine Gesellschaft zu quantifizieren. Aber der Wald weckt auch Emotionen bei ihm, der nach langem Forschungsaufenthalt in den USA als neu berufener Professor an der Boku Wien seine Antrittsvorlesung gehalten hat. - Moderation: Lothar. Bodingbauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 23. 10. 2025

Bioschauplatz Wald

Grauwasser besser nutzen

Wenn die Temperaturen weiter steigen, wird Wasser zum knappen Gut. Da wäre es Verschwendung, Trinkwasser weiterhin in großen Mengen für Hygiene- und Haushaltszwecke zu verwenden: zum Duschen, Kleider waschen, bei der Gartenbewässerung oder in der Toilettenspülung. Dafür würde auch sogenanntes Grauwasser ausreichen: fäkalienfreies und gering verschmutztes Abwasser. Ein neues Forschungsprojekt widmet sich dem effizienteren Grauwasser-Management in Österreich. Gestaltung: Ilse Huber. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 22. 10. 2025.

Grauwasser besser nutzen

Die KI sucht den Humor

Sie gewinnen Gold bei Mathematik-Olympiaden und schaffen die US-amerikanische Anwaltsprüfung. Sprachmodelle wie ChatGPT haben den Menschen in vielen Bereichen überflügelt. Doch Humor bleibt für sie ein Buch mit sieben Siegeln. Weil in den Trainingsdaten wenig davon zu finden ist und ihre Optimierung bislang auf faktische Richtigkeit ausgelegt war. Ihre Humorlosigkeit könnte aber auch prinzipielle Gründe haben. Ob Sprachmodelle ein Verständnis für Kontext und Bedeutung und echte Kreativität entwickeln können, bleibt eine offene Frage. Gestaltung: Robert Czepel. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesdendet in Ö1 am 21. 10. 2025.

Die KI sucht den Humor

Wie Darm-Mikrobiom und Immunsystem zusammenspielen

Studiogast im Open Space am Donnerstag: der Molekularbiologe Thomas Vogl Die Bakterien unseres Verdauungstrakts beeinflussen die Funktionsweise unseres Immunsystems. Kommt es zu einem Ungleichgewicht des Darmmikrobioms hat das auch Auswirkungen auf dieses sensible Zusammenspiel, und es können verschiedene Erkrankungen entstehen - die dahinterliegenden Mechanismen sind aber noch nicht genau bekannt. Thomas Vogl will einen ganzheitlichen Überblick über die Interaktionen des Darm-Mikrobioms mit der körpereigenen Abwehr gewinnen und berichtet von seinen Forschungen und Erkenntnissen. Moderation: Sabrina Adlbrecht

Wie Darm-Mikrobiom und Immunsystem zusammenspielen

Joseph Weizenbaum und seine frühe KI-Kritik

Die Computerindustrie ist ein Bordell und das Pentagon ihr Zuhälter. Aus diesem Hurenhaus sollte ein schönes, neues Paradies geboren werden?" Das, so der deutsch-amerikanische Informatiker Joseph Weizenbaum 1980, sei ein Widerspruch und nichts, worauf die Menschheit stolz sein könnte. Genauso verhält es sich mit der künstlichen Intelligenz, die Weizenbaum den Menschen nicht vorenthalten wollte. Ganz im Gegenteil. Aber er verknüpfte die Umsetzung an eine Bedingung: Der Mensch sollte eine derartige Maschine nie als Abbild seiner Selbst begreifen. Anderenfalls, so der Programmierer des ersten Chatprogramms "Eliza/Doctor", könne das nur in einer Katastrophe enden. Wie gelangte Weizenbaum zu dieser Überzeugung? Welche Ereignisse ließen ihn ab den 1970er Jahren zum Kritiker einer ganzen Forschungsbranche werden?

Joseph Weizenbaum und seine frühe KI-Kritik

Sauwohl - Das natürliche Verhalten von Hausschweinen

Seit dem Jahr 2023 dürfen neue Schweineställe keine Vollspaltenböden mehr haben, bestehende müssen bis 2034 umgebaut werden. Außerdem müssen Schweine organisches Beschäftigungsmaterial erhalten. Dass Schweine sich auf einem harten Beton- oder Plastikboden nicht wohl fühlen und ihren natürlichen Trieben nicht nachgehen können, war schon lange klar. Doch, wie würden sich neu gezüchtete Hausschweinrassen verhalten, wenn sie freie Wahl hätten? Das möchte die Schweizerische Albert-Koechlin Stiftung wissen, sie finanziert ein dreijähriges Projekt, das auf einem Bauernhof im Kanton Luzern durchgeführt wird. Dort dürfen Schweine im Freien tun, was sie wollen, und werden dabei von Forscherinnen, Kameras und KI beobachtet. Auch Besucher sind willkommen und können die Forschung unterstützen - und dabei aus erster Hand etwas über Tierwohl erfahren. Gestaltung: Sonja Bettel

Sauwohl - Das natürliche Verhalten von Hausschweinen

Quantenphysik erklären

Die UNESCO hat das Jahr 2025 zum "Internationalen Jahr der Quantenwissenschaft und Quantentechnologien" ausgerufen. 57 Länder beteiligen sich an diesem Quantenjahr. Vom 6. bis 10. Oktober 2025 haben Schulen in Innsbruck, Linz, Wien und deren näheren Umgebung die Möglichkeit, Workshops teilzunehmen. Im Mittelpunkt steht eine interaktive Escape Challenge, die Quantenphänomene spielerisch vermittelt - und zwar direkt im Klassenzimmer. Lothar Bodingbauer spricht mit den Organisatorinnen, den Innsbrucker Quantenphysikerinnen Lea Trenkwalder und Andrea López-Incera.

Quantenphysik erklären

Historische Gärten im Klimawandel

Akkurat geformte Strauchskulpturen, Baumalleen und Blumenbeete - kaum ein Schloss oder eine Burg kommt ohne historischen Garten aus. Er erfordert stetige Pflege, vor zu großen ästhetischen Veränderungen bewahrt sie der Denkmalschutz, das historische Aussehen soll bewahrt werden. Trockenheit, hohe Temperaturen, Schädlinge und Pflanzenkrankheiten - sie werden als Folge des Klimawandels häufiger und setzen auch den Pflanzen in historischen Gärten zu. So ist heute mehr gärtnerische Pflegearbeit als noch vor einigen Jahren erforderlich, manchmal ist die Fällung von Bäumen die einzige Lösung. Stadtgärtnereien können dann Baumarten pflanzen, die mit den Veränderungen besser klarkommen. Bei denkmalgeschützten Anlagen sind diese Alternativen oft nicht möglich. Was bedroht die künstlich angelegten Landschaften der historischen Gartenanlagen? Und wie kann man sie im gewünschten Erscheinungsbild erhalten und gleichzeitig klimafit machen?Von Lukas Tremetsberger

Historische Gärten im Klimawandel

In memoriam Jane Goodall

Jane Goodall ist im 92. Lebensjahr verstorben. Berühmt wurde die Britin durch ihre Arbeit mit Schimpansen in den 1960er Jahren in Tansania. Eine Arbeit, die sie ohne einschlägiges Studium begonnen hatte. Zum Glück, wie sie später oft betonte, denn so konnte sie unvoreingenommen und nicht beeinflusst davon, was die Wissenschaft damals über die Primaten dachte, ihre Beobachtungen machen. Sie sollten die Sicht auf die Menschenaffen revolutionieren, Jane Goodall selbst wurde dadurch weltberühmt. 1977 gründete sie das Jane Goodall Institut, eine internationale Organisation, die sich den Themen widmete, die Jane Goodall im Lauf ihres langen Lebens immer wichtiger wurden: der Tier- und Umweltschutz. Bis zuletzt war sie auch selbst dafür aktiv. Sie starb in der Nacht auf gestern während einer Vortragsreise in Kalifornien. Vor nicht einmal einem Jahr war sie in Österreich, in Grünau im Almtal, bei der Konrad Lorenz Forschungsstelle. Raphael Krapscha hat sie begleitet. (WH von 7.11.2024)

In memoriam Jane Goodall

Kellergassen: Baukulturerbe im Weinviertel

Weinkeller sowie die Kellergassen, in denen sie liegen, sind Zeugen einer jahrhundertelangen Weinbautradition in Ostösterreich. Sie sind untrennbar mit der bäuerlichen Kultur und Wirtschaftsweise des Weinviertels verknüpft. Oft werden sie auch als "Dorf neben dem Dorf" bezeichnet. Manche Kellergassen befinden sich nur wenige Meter, manche mehrere Kilometer von den Ortskernen entfernt. Oft wurden die Kellerröhren in den weichen Lös-Lehm gegraben, der aber gleichzeitig stabil genug ist, um auch ohne gemauertes Gewölbe zu halten. Kellergassen befinden sich an Geländekanten, sie schmiegen sich in Hohlwege, gruppieren sich zu Kellervierteln oder umringen Kellerberge - und sie sind Orte des sozialen Miteinanders. In Zeiten der Umwelt- und Klimakrise findet eine Rückbesinnung auf diese ressoucenschonende bäuerliche Architektur statt.Von Alexander Behr

Kellergassen: Baukulturerbe im Weinviertel

Dunkle Energie

Sendet der expandierende Kosmos neue Signale? Das Universum entstand vor 13,8 Milliarden Jahren im Urknall. Seitdem dehnt es sich aus - und zwar immer schneller. Die expansive Kraft hinter dem Phänomen nennen Physiker die "Dunkle Energie". Ein passender Name, denn die physikalischen Ursachen liegen nach wie vor im Dunkeln. Albert Einstein bezeichnete seinen erfolglosen Erklärungsversuch als "größte Eselei" seines Wissenschaftlerlebens - und die heutige Generation von Forschern und Forscherinnen steht nicht viel besser da. Aufregende Neuigkeiten kommen nun aber vom Kitt-Peak-Nationalobservatorium in Arizona: Das dort montierte "Dark Energy Spectroscopic Instrument" hat Signale empfangen, die durch das kosmische Standardmodell nicht erklärt werden können. Ein Team um den Theoretiker Djordje Minic glaubt jetzt jene Mächte entdeckt zu haben, die für die Expansion des Kosmos verantwortlich sind. Sollte sich das bestätigen, wäre das eine wissenschaftliche Sensation.Von Robert Czepel

Dunkle Energie

Arzneimittelrückstände im Wasser

Mit Norbert Kreuzinger, Institut für Wassergüte und Ressourcenmanagement der TU Wien Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Antibiotika, Hormone und andere Substanzen hinterlassen Spuren in der Umwelt. Arzneimittelrückstände gelangen über das Abwasser in Gewässer, können dort von Kläranlagen oft nicht vollständig entfernt werden und werden so in Flüssen, Seen und im Grundwasser nachgewiesen - in Konzentrationen, die für den Menschen als unbedenklich gelten. Nicht genau Bescheid weiß man allerdings über so genannte "Cocktail-Effekte", die sich aus einer Akkumulation verschiedener potenziell schädlicher Substanzen auch in geringen Dosen ergeben könnten. Was bereits mehrfach nachgewiesen wurde, sind besorgniserregende Auswirkungen von Medikamentenrückständen auf Wasserorganismen wie Fische und Muscheln. Sabrina Adlbrecht hat mit Norbert Kreuzinger vom Institut für Wassergüte und Ressourcenmanagement der Technischen Universität Wien gesprochen.

Arzneimittelrückstände im Wasser

Im Netz des Spinnenforschers Christian Komposch

Wie viele Spinnen und Weberknechte es gibt, wie sie sich ausbreiten, was ihr Verschwinden bedeutet - all das beschäftigt den österreichischen Biologen. Er hat eine der umfassendsten Datenbanken zu Spinnen und Weberknechten in Österreich aufgebaut, neue Arten beschrieben - darunter Diplocephalus komposchi, benannt nach ihm selbst. Sie zählen zu den ältesten Landtieren der Welt, leben auf Bäumen, in Mauerritzen, unter Steinen - und sind trotzdem kaum bekannt. Spinnen und Weberknechte spielen eine zentrale Rolle im Ökosystem und gelten als Frühwarnsysteme für den Zustand der Natur. Christian Komposchs Forschung zeigt: Wo Spinnen verschwinden, verändert sich meist weit mehr als nur das Artenspektrum. Denn die kleinen Tiere reagieren sensibel auf Temperatur, Feuchte, Bodenstruktur. Die Spinnenforschung gilt heute als Teil eines umfassenden Biodiversitätsmonitorings - und als Schnittstelle zwischen Artenkenntnis, Ökologie und Naturschutz.Gestaltung: Kathrin Horvath

Im Netz des Spinnenforschers Christian Komposch

Japan: Spirituelle Insel im digitalen Zeitalter

Japan gehört zu den technologisch fortschrittlichsten Ländern der Welt und ist zugleich ein Land mit tief verwurzelter spiritueller Praxis. Zwischen Popkultur und Technikgadgets nehmen neue Formen der Glaubenspraxis Gestalt an. In Tokios "Electric Town" werden im Kanda Myojin Schrein digitale Schutzamulette für Smartphones verkauft und Events für Manga-Fans veranstaltet. In Kyotos Kodaiji Tempel rezitiert der humanoide Roboter "Mindar" buddhistische Sutras, um mehr Interesse für den Buddhismus zu schaffen. Und ein Bestattungsunternehmen setzt auf Trauerfeiern im Metaverse als neues Businessmodell. Gestaltung: Anika Haider. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 23. 09. 2025.

Japan: Spirituelle Insel im digitalen Zeitalter

Japan: Spirituelle Insel im digitalen Zeitalter

Japan gehört zu den technologisch fortschrittlichsten Ländern der Welt und ist zugleich ein Land mit tief verwurzelter spiritueller Praxis. Zwischen Popkultur und Technikgadgets nehmen neue Formen der Glaubenspraxis Gestalt an.In Tokios "Electric Town" werden im Kanda Myojin Schrein digitale Schutzamulette für Smartphones verkauft und Events für Manga-Fans veranstaltet. In Kyotos Kodaiji Tempel rezitiert der humanoide Roboter "Mindar" buddhistische Sutras, um mehr Interesse für den Buddhismus zu schaffen. Und ein Bestattungsunternehmen setzt auf Trauerfeiern im Metaverse als neues Businessmodell.Gestaltung: Anika Haide

Japan: Spirituelle Insel im digitalen Zeitalter

"Ose Shalom": Der Wiener Stadttempelchor

Der Wiener Stadttempel befindet sich im Ersten Wiener Gemeindebezirk. Der Chor des Stadttempels wurde im Jahr seiner Fertigstellung, 1826, von dem jungen Hohenemser Kantor und Komponisten Salomon Sulzer gegründet. Sulzer revolutionierte die Synagogenmusik und komponierte neue Stücke, die in der ganzen Welt von Kantoren gesungen wurden. Sie trugen seine Kleidung, ahmten seine Stimme und seine Gelassenheit nach. Heute, fast 200 Jahre später, singt der Chor noch immer jeden Freitagabend und Samstagmorgen im Wiener Stadttempel, der einzigen Wiener Synagoge, die die Shoah überlebt hat. Die Musik dieses Gebetshauses hat sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändert. (Wh. v. 18. 04. 2023) Gestaltung: Alexander Behr. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 22. 09. 2025.

"Ose Shalom": Der Wiener Stadttempelchor

Altrömische Pferde, Weltformel, Explosion, Urkilo

Die Eroberung von Gebieten nördlich der Alpen durch das antike Rom wurde maßgeblich von Pferden und Maultieren geprägt, die die Römer selbst mitgebracht haben. Lokale keltische Rassen waren zu klein, um für Militär und Transport nützlich zu sein. Lothar Bodingbauer Schwarze Löcher gehören zu den faszinierendsten Gebilden des Universums. Sie bringen auch die zwei großen Theorien der Physik an ihre Grenzen - Quantenmechanik und Relativitätstheorie. Bis heute hapert es daran, die beiden in einer Art Weltformel zu vereinen. Der österreichische Quantenwissenschaftler Florian Neukart schlägt nun genau so eine Theorie vor - er nennt sie Quantum Memory Matrix.Lukas Wieselberg Aigners Universum: Der schnellste Kanaldeckel der Welt. Eine Kolumne aus den aus den Anfangstagen der Atombombentests.Florian Aigner Warum das Pariser Ur-Kilo ausgedient hat und wodurch es ersetzt wurde.Florian Zinner

Altrömische Pferde, Weltformel, Explosion, Urkilo

Die Schlögener Schlinge: Wissenschaft am Fluss

In Oberösterreich, auf halbem Weg zwischen Linz und Passau, macht die Donau auf fünf Kilometern zwei 180-Grad-Kehren. Diese Schlinge ist ein vielfältiges Untersuchungsgebiet für die Wissenschaft. Die Donau war mit ihren Schleifen bereits da, bevor sich die Böhmische Masse unter ihr hob, in die sie sich bis heute einschneidet. In den Flusskurven entstehen typische Strömungsphänomene: Erosions- und Sedimentationszonen, spiralförmige Sekundärströmungen, das Wasser wird an der Außenseite beschleunigt und an der Innenseite gebremst. Die Schlögener Schlinge ist ein schönes Beispiel, wie ein Fluss Geologie und Landschaft formt und zur Talbildung beiträgt. Flora und Fauna sind vielfältig. Das Gebiet besitzt eine hohe Biodiversität. Gestaltung: Lothar Bodingbauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 16. 09. 2025.

Die Schlögener Schlinge: Wissenschaft am Fluss

Der Koralmtunnel: Mehr als ein Loch im Berg

Mit Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres wird der Koralmtunnel eröffnet. Mit knapp 33 Kilometern Länge wird er der längste und modernste Eisenbahntunnel Österreichs sein. Er liegt auf der Strecke zwischen und Klagenfurt. Die Erfahrungen mit Tunnelunfällen in der jüngsten Vergangenheit sind in die Sicherheitsmaßnahmen des Bauwerks eingeflossen. In wenigen Jahren sollen der Semmering-Basistunnel und der Brennerbasistunnel eröffnet werden. Sie alle werden nach den neuesten Standards, die sich während der Bauzeit immer wieder ändern, errichtet.Gestaltung: Stefan May. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 15. 09. 2025.

Der Koralmtunnel: Mehr als ein Loch im Berg

Wolfgang Pauli: Der Physiker hinter den Anekdoten

Wolfgang Pauli, geboren 1900 in Wien, gilt als einer der einflussreichsten Physiker des 20. Jahrhunderts. Für sein vor 100 Jahren publiziertes Auschliessungsprinzip, das die Stabilität der Materie und das Periodensystem der chemischen Elemente erklären konnte, erhielt er 1945 den Physiknobelpreis. Legendär sind Paulis scharfzüngigen Kommentare und die vielen Anekdoten, die sein Leben umranken. Pauli, den man "das Gewissen der Physik" nannte, hatte aber auch weniger bekannte Züge. Zum Beispiel setzte er sich für Kollegen ein, die von den Nazis und Stalinisten verfolgt wurden, und er notierte über 1000 Träume, die er gemeinsam mit dem Zürcher Tiefenpsychologen C.G. Jung analysierte. Ein Studiogespräch mit dem Physiker Gerhard Ecker über das facettenreiche Leben Paulis. Moderation: Armin Stadler. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 11. 09. 2025.

Wolfgang Pauli: Der Physiker hinter den Anekdoten

Heiß begehrt im Kalten Krieg: Österreichs Nachkriegswissenschaft

Nach Kriegsende bemühten sich die Siegermächte immer vehementer auch um österreichische Wissenschaftler:innen. Besonders gefragt waren Experten aus der Raketen- und Luftfahrttechnik, Medizin, Chemie und Physik. Ein erst kürzlich veröffentlichtes US-Geheimdokument von 1949 enthält mehrere Listen mit Namen österreichischer Forscher:innen, darunter so prominente wie Lise Meitner, Wolfgang Pauli und Erwin Schrödinger, die sich zum damaligen Zeitpunkt nicht in Österreich befanden. Ihre Rückkehr sollte, so hieß es, um jeden Preis verhindert werden. Die US-Alliierten befürchteten, dass militärisch relevantes Wissen in die Hände der Sowjets fallen könnte. Tausende Spezialisten waren bereits aus der sowjetischen Zone Deutschlands in die UdSSR deportiert worden. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 10. 09. 2025.

Heiß begehrt im Kalten Krieg: Österreichs Nachkriegswissenschaft

Knappes Wasser

Der Zugang zu sauberem Wasser ist seit 2010 als Menschenrecht anerkannt, doch die Realität sieht anders aus: Ein Viertel der Weltbevölkerung hat diesen Zugang nicht. Die Gründe dafür sind vielfältig: Der Hauptgrund für sinkende Grundwasserspiegel ist Bewässerung durch industrielle Landwirtschaft. Heute wird ein Siebtel mehr Süßwasser entnommen als zu Beginn des Jahrhunderts und der Bewässerungsbedarf wird sich laut Schätzungen des Weltklimarats bis zum Ende des Jahrhunderts verzwei- bis -dreifachen. Vielerorts verschärft die Klimakrise die Situation, und nicht zuletzt wird Missmanagement betrieben, wenn die Versorgung der Bevölkerung schlicht keine Priorität ist, oder Wasser als Kriegswaffe und diplomatisches Druckmittel eingesetzt. Gestaltung: Katharina Gruber. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 09. 09. 2025.

Knappes Wasser

Günter Blöschl: Der "Wassernobelpreisträger" aus Österreich

Die Schwedische Akademie der Wissenschaften vergibt nicht nur die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaft, sondern auch den "Stockholm Water Prize". Heuer ging er an den Österreicher Günter Blöschl vom Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie der TU Wien. - Im "Open Space" der Dimensionen am Donnerstag spricht Blöschl über seine frühe Faszination für das Wasser, die Wiener Schule der Hydrologie und den Hochwasserschutz, der in Zeiten des Klimawandels immer wichtiger wird. Moderation: Lothar Bodingbauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 04. 09. 2025.

Günter Blöschl: Der "Wassernobelpreisträger" aus Österreich

Wie umweltschädlich ist Krieg? (2)

Je nach Schätzung existieren zwischen 20 und 70 Tonnen Plutonium auf der Welt. Dieses atomare Erbe hat eine Halbwertszeit von 24.000 Jahren. Ein Großteil lagert nicht für die Ewigkeit gesichert auf Sperrgeländen, eine nachhaltige Lösung hat man für dieses nukleare Bedrohungspotenzial noch nicht gefunden. Die Fabrik Hanford Site im US-Bundesstaat Washington ist eine solcher Ort. In 171 Tanks - manche davon so groß wie ein zweistöckiges Haus - schlummern dort hochradioaktive toxische Substanzen unter der Erde. Nicht das einzige Beispiel für den sorglosen Umgang mit atomaren Altlasten, die vor allem in Kriegszeiten schnell zu einer neuen Gefahr werden können. Gestaltung: Daphne Hruby. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 03. 09. 2025.

Wie umweltschädlich ist Krieg? (2)

Wie umweltschädlich ist Krieg? (1)

230 Millionen Tonnen Co2-Äquvalent. So viel soll einer Studie zufolge der Ukrainekrieg in drei Jahren produziert haben. Das ist dieselbe Menge an Treibhausgasen, die Österreich, Tschechien und die Slowakei zusammen in einen Jahr ausstoßen. Durchgeführt wurde die Untersuchung von einem Team rund um den niederländischen Klimaforscher Lennard de Klerk - in penibler Kleinarbeit. Denn militärische Daten gelten den meisten Ländern als gut gehütetes Geheimnis. Klar ist: Krieg und Aufrüstung verursachen enorme Emissionen und ihr Einsatz bringt langanhaltende Schäden für Mensch und Natur mit sich. Gestaltung: Daphne Hruby. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 02. 09. 2025.

Wie umweltschädlich ist Krieg? (1)

Oligarchen & Oligarchien (2)

Indem sie Einfluss auf wirtschaftliche und politische Entscheidungen ausüben, fügen Oligarchen der Demokratie oft gravierende Schäden zu. Doch wenn die staatliche Gewaltenteilung funktioniert, kann es gelingen, ihre Macht in die Schranken zu weisen. Dazu ist auch eine wache Zivilgesellschaft notwendig. Beispiele dafür gibt es viele: Als bekannt wurde, dass der ukrainische Milliardär Ihor Kolomojskyj in den Karpaten ein riesiges Skizentrum plante, für das zehntausende Hektar an Wald geopfert werden sollten, formierte sich eine internationale Kampagne gegen das Megaprojekt. Als Elon Musk zu Beginn der zweiten US-Präsidentschaft von Donald Trump Regierungsfunktionen übernahm, riefen weltweit Umwelt- und Menschenrechtsgruppen zum Boykott von Tesla auf.Gestaltung: Alexander Behr. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 27. 08. 2025.

Oligarchen & Oligarchien (2)

Oligarchen & Oligarchien (1)

Der Begriff "Oligarch" leitet sich von der griechischen Wortbedeutung "Herrschaft der Wenigen" ab. Oligarchen sind in der Regel Großunternehmer, die mittels ihres Vermögens politische Macht in einem Land oder einer Region erlangen. Sie sind oft eng mit dem politischen System verbunden, befinden sich aber auch in einem Spannungsverhältnis oder sogar in Konkurrenz zu den staatlichen Institutionen. Nicht selten kommt es zu offen ausgetragenen Fehden, jüngst etwa zwischen Elon Musk und US-Präsident Donald Trump. Oligarchen liefern sich auch untereinander erbitterte Machtkämpfe, wenn sie etwa versuchen, mit Gewalt Macht- und Einflusssphären abzusichern oder auszuweiten. Wurde der Begriff lange Zeit vor allem für die postsowjetischen Staaten nach dem Fall der Berliner Mauer verwendet, so wurde in den letzten Jahren deutlich, dass auch der Westen ein "Oligarchen-Problem" hat. Gestaltung: Alexander Behr. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 26. 08. 2025.

Oligarchen & Oligarchien (1)

Quanten in Korea: Der österreichische Physiker Christoph Wolf

Der Österreicher Christoph Wolf forscht im Bereich Quantenphysik am Center for Quantum Nanoscience in Seoul, Südkorea. Der Weg dorthin war durchaus verschlungen. Nach der Matura an der Waldorfschule Graz besuchte Wolf die HTL für Maschinenbau - dies war der erste "Kulturschock" seiner Biographie, nach dem Studium der technischen Physik folgte der zweite: Wolf nahm ein Angebot aus Südkorea an, wo er mittlerweile eine Forschungsgruppe im Fach theoretische Physik leitet. Der Kontrast zu Österreich könnte nicht größer sein, hier die Alpenrepublik, in der man Gemütlichkeit als Teil der nationalen Identität betrachtet, dort ein Land mit urbanen Megazentren, in denen "bali bali" (Koreanisch: "schnell schnell") für permanente Vorwärtsbewegung sorgt. Welche Vor- und Nachteile das hat, privat wie wissenschaftlich, erzählt Wolf im Studiogespräch. Moderation: Robert Czepel. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 21. 08. 2025.

Quanten in Korea: Der österreichische Physiker Christoph Wolf

Südkorea (2): Ein Land im Klima- und Gesellschaftswandel

Mit jährlich über 11 Tonnen Pro Kopf hat Südkorea eine der größten CO2-Emissionsraten in Relation zur Einwohnerzahl - auch weil Nachhaltigkeit im ökonomischen Wettbewerb nie Priorität hatte. Unter den Auswirkungen der Klimakrise leidet das Land besonders: die ohnehin extremen Wetterverhältnisse werden durch die Klimakrise verschärft. Betroffen sind insbesondere Metropolregionen, wo vor allem Menschen in prekären Wohnverhältnissen, sozio-ökonomisch schwache Bevölkerungsschichten in Gefahr sind. Gleichzeitig altert Koreas Gesellschaft rapide, soziale Ungleichheit nimmt zu, und die Wohnungsnot in den Städten verschärft sich. Gestaltung: Anika Haider. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 20. 08. 2025.

Südkorea (2): Ein Land im Klima- und Gesellschaftswandel

Südkorea (1): Land zwischen Digitalisierung und Überwachung

Südkorea gilt als führend in der Entwicklung und Anwendung digitaler Technologien. 5G-Mobilfunknetz ist flächendeckend verfügbar, KI-gesteuerte Ampelsysteme und sensorbasierte Mülltrennung sind Teil des urbanen Alltags. In den städtischen Zentren entstehen hochvernetzte Smart-City-Strukturen, die auf Automatisierung und Echtzeitdaten basieren und intelligente Videoüberwachung mit Gesichtserkennung wird zur Verkehrssteuerung und Kriminalitätsprävention eingesetzt. Der digitale Wandel, der seit den 70er-Jahren Kern von Südkoreas Wirtschaftsstrategie ist, erhöht Sicherheit und Effizienz, andererseits führt er auch zu Problemen: hochdigitalisierte Areale sind oft weniger klimafreundlich und sozial inklusiv, die omnipräsente Überwachung sorgt für Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Privatsphäre, und Koreas alternde Bevölkerung kann mit den technologischen Entwicklungen immer weniger Schritt halten. -Gestaltung: Anika Haider. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 19. 08. 2025.

Südkorea (1): Land zwischen Digitalisierung und Überwachung

ELT: Das größte Auge der Welt

In der chilenischen Atacama-Wüste steht bereits ein kuppelförmiger Rohbau, so groß wie ein Fußballstadion. Mit seinem 40 Meter großen Primärspiegel soll das "Extremely Large Teleskop" (ELT) der Europäischen Südsternwarte einzigartige Bilder liefern, so detailliert und tief ins Universum blickend, wie es zuvor nicht einmal annähernd möglich war. Für die Suche nach Exoplaneten und außerirdische Lebensformen sehen viele eine neue Ära anbrechen, auch die Kosmologen erhoffen sich von der Riesenmaschine grundlegend neue Erkenntnisse: etwa über die Natur der Dunklen Energie, die das Universum auseinandertreibt. Bis es so weit ist, sind an der Baustelle allerdings noch einige technische Probleme zu lösen. Das erste Licht aus dem Kosmos soll das dann größte Teleskop der Welt im Jahr 2028 einfangen. (Wh. v. 03. 02. 2025) Gestaltung: Robert Czepel. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 18. 08. 2025.

ELT: Das größte Auge der Welt

Wetterfühligkeit: Wie man ein diffuses Phänomen erforscht

Kopfweh, Narben- und Gelenksschmerzen, Schwindel, Gereiztheit, Nervosität - darüber klagen häufig Menschen, die sich selbst als wetterfühlig beschreiben. Davon unterschieden wird die so genannte Wetterempfindlichkeit, bei der sich die Symptome einer bestehenden Grunderkrankung bemerkbar machen oder verstärken. Die genauen Wirkmechanismen der Wetterfühligkeit sind noch unbekannt, zumal das Phänomen sehr komplex ist. Denn bei einem Wetterumschwung ändern sich Luftdruck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit oft gleichzeitig. Das erschwert gezielte Messungen. Bisherige Studienergebnisse sind mitunter sehr widersprüchlich. Bei der Erforschung von Wetterfühligkeit spielen meteorologische, biologische und psychologische Faktoren eine Rolle. Entsprechend multidisziplinär sind auch manche Ansätze, die Licht in das Forschungsdunkel dieses diffusen Alltagsphänomens bringen wollen. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 12. 08. 2025.

Wetterfühligkeit: Wie man ein diffuses Phänomen erforscht

Die Varroamilbe: Ein aussichtloser Kampf?

Seit einem halben Jahrhundert plagt ein Parasit die Honigbiene. Varroa destructor, aus Ostasien in alle Welt verschleppt, ist seit etwa 1980 auch in Österreich in jedem Bienenstock anzutreffen. Während der Brutsaison der Bienen vom Frühjahr bis in den Sommer vermehren sich die zwei Millimeter großen Milben in den Brutzellen der Bienen. Sie ernähren sich von den Körpersäften der Bienen, übertragen Viren, die zu verkrüppelten Bienen mit verkürzter Lebensdauer führen. Ohne Bekämpfung stirbt der Superorganismus eines Bienenvolkes meistens innerhalb einiger Monate bis weniger Jahre. Die Imkerei versucht, den Befall zu kontrollieren - mit schwankendem Erfolg und immer größerem Aufwand. Die Kehrseite: Man nimmt den Völkern den Druck, sich durch Selektion an die Milbe anzupassen. Wie wäre eine Koexistenz von Varroamilbe und Honigbiene möglich? (Wh. v. 26. 09. 2023) Gestaltung: Lukas Tremetsberger. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 11. 08. 2025.

Die Varroamilbe: Ein aussichtloser Kampf?

Grundlagen menschlicher Zusammenarbeit

Ein Gespräch mit dem Ökonomen Ernst FehrWas erachten Menschen als fair, wann verhalten sie sich fair? Welche Empfindungen führen zu sozialem Verhalten - und welche Rolle spielen Strafe oder Belohnung dabei? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich der Ökonom Ernst Fehr seit den 1980er Jahren. Er hat mit seinen Kolleginnen und Kollegen dazu eine Reihe von Experimenten entwickelt. Seit 1994 ist der gebürtige Österreicher Ernst Fehr Professor für Mikroökonomik und Experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universität Zürich. Birgit Dalheimer hat ihn in Wien zum Gespräch getroffen.

Grundlagen menschlicher Zusammenarbeit

Ökofeminismus: Wie Frauen die Klimakrise denken

Frauen sind oft stärker von den Folgen der Klimakrise betroffen als Männer - und zu einem geringeren Teil für sie verantwortlich. Sie stellen beispielsweise einen größeren Teil der älteren und armutsgefährdeten Bevölkerung dar, die in Hitzeperioden besonders leidet und haben weniger Zugang zu politischer Entscheidungsmacht. Feministische Perspektiven, wie der Ökofeminismus oder Cyberfeminismus, rücken den Zusammenhang zwischen sozialen Hierarchien und ökologischer Betroffenheit schon seit den 1970er Jahren in den Fokus ihrer Analysen. Sie nehmen in der Folge nicht nur geschlechterspezifische Verhältnisse, sondern auch Fragestellungen nach der Beziehung von Mensch, Natur und sogar Maschine in den Blick. Gestaltung: Kaspar Arens. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 06. 08. 2025.

Ökofeminismus: Wie Frauen die Klimakrise denken

Wie man Herdentiere und Wölfe schützt

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat der Mensch den Wolf in Nord- und Mitteleuropa ausgerottet. Seit den 1970er Jahren wurde der Wolf weltweit zunehmend unter Schutz gestellt, seither sind die Bestände stabil oder nehmen sogar zu. So flammte vor allem in Österreich eine heftige Debatte auf, ob Wölfe in unserer Kulturlandschaft einen Platz haben und mit der Weidehaltung vereinbar sind. Sollen Wölfe wieder gejagt werden dürfen? Oder gibt es Möglichkeiten, Wölfe als Teil einer natürlichen Biodiversität agieren zu lassen und gleichzeitig Weidehaltung zu betreiben? In Österreich wurden sogenannte Herdenschutzmaßnahmen vielfach als nicht praktikabel oder zu teuer abgelehnt, in anderen Ländern werden sie seit längerem (wieder) mit Erfolg praktiziert. Gestaltung: Sonja Bettel. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 05. 08. 2025.

Wie man Herdentiere und Wölfe schützt

Jennifer Doudna: Aktuelle Entwicklungen bei der Genschere CRISPR.

Jennifer Doudna, Chemie-Nobelpreisträgerin des Jahres 2020, arbeitet seit über 20 Jahren an der University of California, Berkely. Dort verrichteten sie und ihr Team auch den Großteil der Arbeiten an der Genschere CRISPR, für die sie die Hälfte des Chemie-Nobelpreises erhielt. Heuer war die Biochemikerin Festrednerin bei der Jubiläumsveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des Gregor Mendel Instituts. Unmittelbar davor lud sie zu einem Pressegespräch. Themen waren die erste CRISPR-Therapie bei der Sichelzellanämie, mögliche weitere Anwendungen der Genschere in der Medizin, bei Pflanzen und für die Milderung des Klimawandels, und die Verbindung von Genschere und Künstlicher Intelligenz. Gestaltung: Birgit Dalheimer

Jennifer Doudna: Aktuelle Entwicklungen bei der Genschere CRISPR.