Blut für einen Penny: Sir Francis Varney und die Geburt des modernen Vampirs
Puddlewick Hall - Geschichten aus dem viktorianischen London
Gestern • 26 Min.
Haben Sie sich je gefragt, warum wir Vampire in Film und Fernsehen eigentlich immer als elegante, leidende Gentlemen im Umhang sehen und nicht als faulende Leichen aus alten Gräbern? Die Antwort liegt nicht bei Dracula und nicht in Hollywood. Sie liegt im Jahr 1845 in London. Mitten im Schmutz der industriellen Revolution erfanden findige Drucker die Penny Dreadfuls, billige Schauerheftchen für die Arbeiterklasse. Und ihr größter Star hieß Sir Francis Varney. Er hatte spitze Eckzähne, schlich nachts an Frauenbetten und litt gleichzeitig unter seinem eigenen Blutdurst. Woche für Woche verlangten die Leser nach Nachschub, also starb Varney, stand wieder auf und mordete weiter, über achthundert Seiten lang. Warum dieser viktorianische Groschenroman die wahre Geburtsstunde unserer modernen Popkultur-Vampire war, erforscht unser Bibliotheksgeist auf Puddlewick Hall.