Pulsschlag Politik: Lauterbach-Comeback bei Krankenhausreform, GKV-Milliardenklage, Apothekenreform ohne Honorarerhöhung
Pulsschlag Politik: Lauterbach-Comeback bei Krankenhausreform, GKV-Milliardenklage, Apothekenreform ohne Honorarerhöhung

Pulsschlag Politik: Lauterbach-Comeback bei Krankenhausreform, GKV-Milliardenklage, Apothekenreform ohne Honorarerhöhung

Pulsschlag Politik


23.09.2025 • 22 Min.

Pulsschlag Politik ist der Podcast, der aktuelle gesundheitspolitische Themen in den Sitzungswochen des Deutschen Bundestages beleuchtet. Udo Sonnenberg, Politikberater in Berlin und Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Versandapotheken (BVDVA), und Christoph Nitz, Journalist und Leiter des mecofactory-Redaktionsbüros, diskutieren dienstags in den Sitzungswochen über die wichtigsten Entwicklungen und Debatten rund um die Gesundheitspolitik. In dieser Folge: Inhalte: • Karl Lauterbachs überraschende Rückkehr ins Tagesgeschäft: Der Ex-Minister unterstützt Vizekanzler Lars Klingbeil bei den Verhandlungen zum Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) und schwächt damit die Position von Gesundheitsministerin Nina Warken. Ohne Kabinetsbeschluss bis zum 8. Oktober drohen erneute Zusatzbeitragserhöhungen. • Die SPD warnt vor Leistungskürzungen in der GKV: Dagmar Schmidt fordert echte Strukturreformen statt einfacher Kürzungen. CDU-Politiker Hendrik Streek bringt Selbstbeteiligung ins Spiel und warnt vor der 20%-Marke bei Krankenkassenbeiträgen. Deutsche gehen zehnmal jährlich zum Arzt, in Dänemark nur viermal. • GKV-Spitzenverband geht in die Offensive: Milliardenklage gegen den Bund wegen zu niedriger Beitragszahlungen für Bürgergeldempfänger. 74 von 94 Kassen unterstützen die Klage und vertreten 94% aller Versicherten. Fehlbetrag: 10 Milliarden Euro. Forderung nach Mehrwertsteuersenkung auf Arzneimittel von 19 auf 7%. • Paukenschlag beim Deutschen Apothekertag: Ministerin Warken verkündet Aus für erhoffte Honorarerhöhung beim Fixum. ABDA-Präsident Thomas Preis spricht von dramatischer Lage – ein Fünftel der Apotheken bereits verschwunden. Als Trostpflaster: höhere Notdienstpauschale und neue Kompetenzen. • Umstrittene Apothekenreform: PTAs sollen in Ausnahmefällen Apotheken führen dürfen. Skonti werden wieder erlaubt, Notdienstpauschale soll fast verdoppelt werden. Apotheken könnten künftig verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept abgeben – massive Kritik der Ärzteschaft. • Brandbrief von sieben Ärzteorganisationen: Vorwurf an Ministerin Warken, rote Linien zu überschreiten. Vier-Augen-Prinzip zwischen Diagnose und Abgabe werde ausgehebelt. Warnung vor Gefährdung der Patientensicherheit durch fehlende medizinische Qualifikation der Apotheker. • E-Rezept als Dauerbaustelle: Apotheker beklagen Systemausfälle, die jede Apotheke 20 Stunden pro Woche kosten. Forderung nach funktionierender elektronischer Patientenakte (ePA) und Ende der Retaxationen wegen Formfehlern. • Abschließende Einschätzung: Nina Warken steht von allen Seiten unter Beschuss – zwischen GKV-Finanzkrise, umstrittener Apothekenreform und dem Schatten ihres Vorgängers Lauterbach. Die dreifache Sitzungswoche nach der Sommerpause zeigt: Die gesundheitspolitischen Konflikte verschärfen sich weiter.