Enshittification: Will there ever be a good internet again, Cory Doctorow?
re:publicast
24.07.2026 • 45 Min.
Hast du das Gefühl, dass das Internet in weiten Teilen, nun ja, schlechter geworden ist? Dass Suchergebnisse weniger taugen, Feeds voller Dinge sind, die du nie sehen wolltest, und Geräte immer schneller ihren Zustand verschlechtern? Viele Menschen haben das Gefühl: Etwas verändert sich, man kann es aber kaum benennen. Cory Doctorow hat dafür einen Begriff geprägt: Enshittification. In dieser Folge des re:publicast spricht Host Jonas Ross mit ihm darüber, warum digitale Plattformen systematisch schlechter werden, wer daran verdient und vor allem: Warum das keine Naturgewalt ist, sondern eine Entscheidung. Cory Doctorow ist Autor, Aktivist und Sonderberater der Electronic Frontier Foundation (EFF), einer der ältesten Organisationen für Bürgerrechte im digitalen Raum. Er schreibt Science-Fiction-Romane, Sachbücher und fast täglich in seinem Blog – dort fiel Ende 2022 zum ersten Mal jenes Wort, dem er inzwischen ein ganzes Buch gewidmet hat. Auf der re:publica 2026 stand er damit auf der Bühne, mit einer für ihn selbst überraschenden Botschaft: Hoffnung. Im Gespräch erklärt Doctorow, warum er von Nostalgie nichts hält, wieso Mark Zuckerberg darauf setzt, dass du deine Freunde mehr liebst, als du Facebook hasst und nach welchem Prinzip Plattformen und Hersteller vorgehen um ihre Produkte zu "enshitten"... Entscheidend ist für ihn und uns in dieser Folge das Warum. Und die Antwort darauf nimmt nicht all zu viel Vorweg: weil die Plattformbetreiber es können. Wie wir uns dem widersetzen, welche Schritte und Änderungen es braucht um den Plattformlogiken etwas entgegenzusetzen und wieso Cory denkt, dass Science-Fiction nie die Zukunft vorhersagt, sondern immer die Gegenwart, darum geht es in dieser Folge des re:publicast.