Spezial: "Digitale Zivilgesellschaft" Teil 5: Wie funktioniert das Geschäft mit unseren Daten, Ingo Dachwitz?
re:publicast
04.09.2026 • 50 Min.
Zeig mir, wo du warst, und ich finde heraus, wer du bist. In dieser Folge des re:publicast-Spezial spricht Markus Beckedahl mit Ingo Dachwitz von netzpolitik.org über die „Data Broker Files" – eine gemeinsame Recherche mit dem BR und internationalen Journalistinnen zum unkontrollierten Handel mit Nutzerinnen-Daten. Ingo Dachwitz ist Journalist und Kommunikationswissenschaftler und seit 2016 Redakteur bei netzpolitik.org, wo er sich mit Daten, Macht und digitaler Öffentlichkeit beschäftigt. Seit Anfang 2024 recherchiert er zum Geschäft der sogenannten Data Broker – Firmen, die Standortdaten, Werbe-IDs und Bewegungsprofile von Smartphone-Nutzer*innen handeln, oft gespeist aus scheinbar harmlosen App-Zustimmungen zu „Tracking" oder „Performance-Verbesserung". Im Gespräch erklärt Dachwitz, wie einfach es ist, an diese Datensätze zu gelangen, warum praktisch jede werbefinanzierte App Teil des Problems ist, und warum der Handel mit Standortdaten längst mehr als ein Datenschutzproblem ist: Unter dem Begriff ADINT nutzen auch Polizei, Militär und Geheimdienste weltweit Werbedaten zur Überwachung – bis hin zur Identifizierung von Journalistinnen, Soldatinnen oder Bundestagsabgeordneten. Diese Folge ist Teil fünf eines sechsteiligen Themenspezials zur digitalen Zivilgesellschaft, gefördert von der Stiftung Mercator. Moderation: Jonas Ross.