Folge 13 - Arbeitsmarkt: Fehlen demnächst Millionen Menschen - oder Millionen Jobs?
17.07.2026•30:32
Aktuelle Untersuchungen zum deutschen Arbeitsmarkt senden widersprüchliche Signale: Manche Studie spricht von über 4 Millionen fehlenden Arbeitskräften bis 2036, andere sehen großflächige Jobverluste. Der „Business Talk“ sucht und gibt Antworten. Die Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft ließ aufhorchen: In den nächsten zehn Jahren, so die Experten, fehlen in Deutschland bis zu 4,3 Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter. Dies aus unterschiedlichen Gründen: Die Babyboomer und damit die stärksten Jahrgänge gehen in Rente, zudem lasse das Interesse am Standort Deutschland nach und mit ihm die Zuwanderung. Dies steht in einigem Widerspruch zu Nachrichten, die man in jüngster Zeit ebenfalls zum deutschen Arbeitsmarkt lesen konnte: massenhafter Jobabbau insbesondere in der Industrie, Disruption durch KI - und das alles bei anhaltendem Null- oder Minimalwachstum. Was genau stimmt denn nun, auf was müssen wir uns absehbar einrichten? Ralf Kölbach, Vorstandssprecher der Westerwaldbank, und RZ-Chefredakteur Lars Hennemann gehen in der neuen Folge des „RZ Business Talk“ auf Spurensuche. Für Kölbach besteht durchaus ein Zusammenhang zum Thema Wachstum: „Nur wenn es gelingt, wieder mehr Wachstum zu erzeugen, wird die Wirtschaft auch wieder mehr investieren und damit auch für Jobs sorgen.“ Er fordert in diesem Zusammenhang eine „Agenda 2036“ für den Standort Deutschland: „Für eine Agenda 2030 haben wir leider schon zu viel Zeit verloren, wir sollten jetzt die kommenden zehn Jahre in den Blick nehmen.“ Und was passiert in diesen zehn Jahren auf dem Arbeitsmarkt? Kölbach hält weder die eine noch die andere Maximalprognose für wahrscheinlich. Unter einer Voraussetzung: „Wir haben nach wie vor alle Chancen, wir müssen nur das Richtige tun und nicht nur auf das Negative schauen.“ Auch KI könne dabei weiterhin trotz aller Unkenrufe für positive Akzente sorgen: „Vorausgesetzt, sie findet vermehrt Einzug in der strategischen Steuerung der Unternehmen, wofür die Politik wieder einen entsprechenden Rahmen setzen muss.“ Wenn all das gelinge, dann - da ist Kölbach sicher - gingen Deutschland weder die Arbeitskräfte zu Millionen aus noch stünden Millionen ohne Jobs da. Jetzt reinhören! Mehr dazu unter www.rhein-zeitung.de/businesstalk Weitere Podcasts der Rhein-Zeitung unter: www.rhein-zeitung.de/podcast