Anthony Arkwright – Der Mann, der neun Menschen tötete
Anthony Arkwright – Der Mann, der neun Menschen tötete

Anthony Arkwright – Der Mann, der neun Menschen tötete

Serienmord & Wahnsinn


02.09.2026 • 21 Min.

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Lange schienen einzelne Delikte keinen offensichtlichen Zusammenhang zu haben. Erst als Anthony Arkwright festgenommen wurde und umfangreiche Geständnisse ablegte, wurde deutlich, dass zahlreiche ungeklärte Tötungsdelikte auf dieselbe Person zurückzuführen waren. Ein Leben voller Instabilität Anthony Arkwright wurde 1955 in England geboren. Seine Kindheit und Jugend waren von schwierigen familiären Verhältnissen geprägt. Bereits früh geriet er mit dem Gesetz in Konflikt. Gewalt spielte in seinem Leben schon lange vor den späteren Morden eine Rolle. Im Erwachsenenalter lebte Arkwright ohne stabile soziale Bindungen. Er hielt sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser und wechselte häufig seinen Aufenthaltsort. Immer wieder fiel er durch Straftaten auf. Seine Biografie zeichnete das Bild eines Mannes, dessen Leben zunehmend von Kriminalität, sozialer Isolation und psychischen Problemen bestimmt wurde. Spätere psychiatrische Gutachten beschäftigten sich intensiv mit seiner Persönlichkeit. Im Prozess spielte insbesondere die Frage eine Rolle, inwieweit psychische Erkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen seine Schuldfähigkeit beeinflusst hatten. Dennoch kamen die Gerichte zu dem Ergebnis, dass er strafrechtlich verantwortlich war. Die Mordserie Zwischen 1987 und 1988 tötete Anthony Arkwright insgesamt neun Menschen. Die Opfer waren Männer und Frauen unterschiedlichen Alters. Ein einheitliches Tatmuster ließ sich nur schwer erkennen. Teilweise entstanden die Gewalttaten offenbar aus Streitigkeiten oder spontanen Konflikten. Andere Morde wirkten nahezu wahllos. Die Tatmittel wechselten ebenso wie die Vorgehensweise. Gerade diese Variabilität erschwerte es den Ermittlern, frühzeitig einen Serientäter zu identifizieren. Nach außen führte Arkwright kein besonders auffälliges Leben. Während Angehörige um Vermisste trauerten und einzelne Tötungsdelikte untersucht wurden, geriet der eigentliche Täter zunächst nicht in den Fokus der Polizei. Mit jedem weiteren Verbrechen wuchs jedoch die Zahl offener Fragen. Erst die spätere Gesamtschau offenbarte, dass zahlreiche Ermittlungsverfahren miteinander verbunden waren. Der entscheidende Durchbruch Der Wendepunkt kam 1988. Anthony Arkwright wurde zunächst wegen anderer Straftaten festgenommen. Während der Vernehmungen entwickelte sich der Fall in eine völlig unerwartete Richtung. Arkwright begann, über Tötungsdelikte zu sprechen. Seine Aussagen führten Ermittler zu bislang ungeklärten Fällen und lieferten Details, die nur der Täter kennen konnte. Polizeibeamte überprüften jedes einzelne Geständnis sorgfältig. Tatorte wurden erneut untersucht. Forensische Erkenntnisse, Zeugenaussagen und kriminaltechnische Spuren wurden mit den neuen Informationen abgeglichen. Obwohl moderne DNA-Analysen damals noch nicht die heutige Bedeutung hatten, gelang es den Ermittlern, zahlreiche Aussagen mit objektiven Beweisen zu untermauern. Nicht jedes Detail seiner Geständnisse erwies sich als vollständig korrekt. Dennoch bestätigten die Ermittlungen, dass Anthony Arkwright für neun Morde verantwortlich war. Ermittlungen unter schwierigen Bedingungen Die Aufklärung stellte die britischen Strafverfolgungsbehörden vor erhebliche Herausforderungen. Mehrere Polizeidienststellen mussten ihre Akten zusammenführen. Unterschiedliche Ermittlungsansätze wurden miteinander verglichen. Kriminalbeamte rekonstruierten die Bewegungen des Täters über Monate hinweg. Zeugen wurden erneut befragt. Bereits abgeschlossene Ermittlungsakten mussten geöffnet werden. In einigen Fällen bestätigten neue Erkenntnisse Vermutungen, die zuvor mangels Beweisen nicht weiterverfolgt worden waren. Besonders wichtig waren Arkwrights detaillierte Angaben zu einzelnen Tatorten und Abläufen. Viele dieser Informationen waren nie öffentlich bekannt geworden. Dadurch erhielten seine Aussagen ein erhebliches Gewicht. Der Prozess Vor Gericht wurde Anthony Arkwright wegen neun Morden angeklagt. Der Prozess zog große öffentliche Aufmerksamkeit auf sich. Die Staatsanwaltschaft zeichnete das Bild eines Mannes, dessen Gewaltbereitschaft sich über Jahre entwickelt hatte und schließlich in einer außergewöhnlichen Serie tödlicher Verbrechen gipfelte. Die Verteidigung verwies auf psychische Auffälligkeiten und psychiatrische Befunde. Dennoch gelangte das Gericht zu der Überzeugung, dass Arkwright die Tragweite seines Handelns erkannt hatte und strafrechtlich verantwortlich war. Er wurde in allen wesentlichen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Das Gericht verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe. Zugleich wurde angeordnet, dass Anthony Arkwright niemals aus dem Gefängnis entlassen werden sollte. Damit gehörte er zu den wenigen Straftätern in England und Wales, gegen die eine sogenannte Whole-Life-Order ausgesprochen wurde – eine Strafe, die praktisch eine Haft bis zum Tod bedeutet. Ein Fall mit bleibender Wirkung Die Mordserie löste in Großbritannien intensive Diskussionen aus. Viele Beobachter fragten sich, weshalb die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Taten so lange unentdeckt geblieben waren. Der Fall machte deutlich, wie schwierig Ermittlungen sein können, wenn Opfer keinen gemeinsamen sozialen Hintergrund haben und Tatorte über verschiedene Regionen verteilt sind. Kriminalisten betrachteten den Fall später als Beispiel dafür, wie wichtig der Informationsaustausch zwischen Polizeibehörden ist. Auch die Bedeutung sorgfältiger Fallanalysen rückte stärker in den Mittelpunkt. Medien berichteten ausführlich über die Serie. Dokumentationen und True-Crime-Formate griffen den Fall immer wieder auf. Dabei standen weniger spektakuläre Details als vielmehr die Frage im Vordergrund, wie ein einzelner Täter über einen längeren Zeitraum so viele Menschen töten konnte, ohne frühzeitig identifiziert zu werden. Für die Angehörigen der Opfer bedeutete das Urteil zwar einen juristischen Abschluss, nicht jedoch das Ende ihres Verlustes. Viele Familien mussten über Jahre hinweg mit der Ungewissheit leben, bevor die Wahrheit ans Licht kam. Erst durch die umfassenden Ermittlungen konnten zahlreiche Verbrechen aufgeklärt und den Opfern sowie ihren Angehörigen zumindest ein Teil der offenen Fragen beantwortet werden. Der Name Anthony Arkwright blieb deshalb nicht nur mit einer außergewöhnlich hohen Zahl von Tötungsdelikten verbunden, sondern auch mit den Lehren, die Polizei und Justiz aus einem der schwersten Serienmordfälle der britischen Nachkriegsgeschichte zogen.