Soltis Studiocast
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Christoph Soltmannowski


Podcast

Christoph Soltmannowski, Journalist und Produzent in Zürich, lädt interessante und kreative Gäste in sein Studio ein – meistens aus der Welt von Entertainment, Kultur und Kommunikation.

Alle Folgen

  • 32 | Marek Krynski: «Die Street Parade ist immer noch eine Demo»

    28.07.202657:54

    Eine Million Menschen tanzen jedes Jahr um das Zürcher Seebecken. Angefangen hat es mit 1500 – und einem Kampf gegen das Tanzverbot. Marek Krynski, Gründer der Street Parade, erzählt, wie aus einer nächtlichen Eingebung die grösste Technoparade der Welt wurde. In dieser Folge von «Soltis Studiocast» erzählt der damalige Mathematik- und Philosophiestudent, wie ihn 1991 ein MTV-Beitrag über die Berliner Love Parade nicht mehr losliess, bis er mitten in der Nacht aufwachte mit dem Gedanken: Das geht auch in Zürich. Am 5. September 1992 zogen dann rund 1500 Menschen über die Bahnhofstrasse, angemeldet als politische Demonstration gegen das Tanzverbot. Heute kommen gegen eine Million. Krynski erinnert sich an ein Zürich, in dem es «meistens gar nichts gab»: kaum Clubs, kaum Orte, an denen man bis morgens tanzen konnte, wenig Lebensfreude. Er erzählt, wie die Stadt 1994 die Bewilligung verweigerte, weil Zürich angeblich zu klein für die Parade sei, wie eine Medienkonferenz und öffentlicher Druck den Entscheid kippten, und warum die erzwungene Verlegung ans Seebecken das Beste war, was der Parade passieren konnte. Host Christoph Soltmannowski war selbst in die Anfänge involviert: Er gründete damals mit Gregory Zäch, Zeno Van Essel und Peter Wolf das House- und Technomagazin Sputnik, verteilte mit Marek am Voraben der ersten Parade Flyer, war einer der drei Gründer des Vereins Street Parade und war lange Medienchef der Parade. 2002 schrieb er ein Buch über die Street Parade. Entsprechend persönlich fällt das Gespräch aus. Zum Schluss geht es um Marek Krynskis aktuelles Anliegen: die verbreitete Behauptung, Techno habe in Detroit angefangen, wie sie zuletzt auch die Ausstellung im Landesmuseum vertrat. Für ihn liegt der Ursprung woanders, beim Chicago House und beim belgischen New Beat. Warum ihn diese Frage nicht loslässt? «Wir müssen wissen, woher wir kommen, damit wir wissen, wohin wir gehen sollen.» 5 wegweisende Songs, ausgesucht von Marek Krynski Für Marek Krynski ist «Jack Your Body» von Steve «Silk» Hurley der Inbegriff von Chicago House: Wenn er nur ein Lied nennen dürfte, dann dieses. Das Hi-Hat auf dem Offbeat macht für ihn den Kern von House und Techno aus. Es war auch der Song, der ihn selbst zu House brachte. Als Schüler hörte er ihn abends beim Hausaufgabenmachen im «Black Music Special» auf DRS 3, einer Sendung, die ihn sonst kaum interessierte. Nach dreissig Sekunden drückte er die Aufnahmetaste seines Kassettengeräts, hörte das Stück wieder und wieder und tanzte zum ersten Mal allein in seinem Zimmer. Das, sagt er, sei die Magie von House Music. https://www.youtube.com/watch?v=0M8Pa4kQCmg … und ebenso wichtig für Marek:GTO – Pure (1990) – ein ganz früher Techno-TitelWenn Marek nur einen Titel abspielen dürfte, um zu erklären, was Techno ist, dann würde Marek GTO – Pure (1990) abspielen. https://www.youtube.com/watch?v=B30T7Ryo3mc «The Sound of C» von Confetti's steht für ihn exemplarisch für den belgischen New Beat: der schleppende Beat und vor allem die Klänge. Chicago House fand er klanglich wenig interessant, erst New Beat brachte die Sounds. Beides zusammen ergibt für Krynski den Techno. https://youtu.be/aV69I6-2G0o?si=lEnLaJM0XEvtIoB8 An «Higher Destiny» von Rhythm Device faszinierte ihn der erste bewusste Einsatz des Samplers: Je nachdem, wie hoch oder tief man ein Sample spielt, wird es schneller oder langsamer, was einen ganz eigenen Groove erzeugt. Dahinter steckt Frank De Wulf, für Krynski ein zentraler Name des Techno, gerade wegen seiner B-Seiten. https://www.youtube.com/watch?v=b0oVaCn6U24 «People Are People» von Depeche Mode wählte er als Beispiel für den «alten Techno» der frühen Achtziger. Er habe einmal versucht, den Takt zu zählen, und sei gescheitert: Bei House ist das Eins-zwei-drei-vier völlig klar, hier nicht. Sein Punkt: Im frühen Techno war die Rhythmik nicht zentral. Die kam erst mit Chicago House, als Energie fürs Tanzen. https://www.youtube.com/watch?v=MzGnX-MbYE4

  • 31 | Noemi Beza: «Musik ist mein Zufluchtsort und mein Zuhause geworden»

    22.07.202636:07

    Sie ist das Gesicht dieses Schweizer Festivalsommers: Noemi Beza, 20, aus dem Thurgau, frisch gekürtes «SRF 3 Best Talent», bei Universal Music unter Vertrag und mit ihrer EP «You'll Find Me There» gerade auf den grossen Bühnen unterwegs. Im Gespräch mit Christoph Soltmannowski erzählt sie, wie sich das anfühlt, wenn plötzlich alles zusammenkommt. Ihre Antwort ist erstaunlich gelassen: «Es hat sich alles mega schön organisch ergeben.» Was von aussen wie ein Blitzstart wirkt, sind für sie drei Jahre kleine Schritte, von denen das Publikum nur einen Teil gesehen hat. Angefangen hat es mit einem Abschlussprojekt in der dritten Sek: ein eigener Song, zum ersten Mal im Studio. Ihr Produzent war der Erste, der ihr sagte, dass man ihre Musik hören will. Davor tanzte sie acht Jahre Ballett und drei Jahre Hip-Hop und erzählt offen, warum sie das Tanzbusiness rückblickend als hart und nicht immer gesund erlebt hat, gerade für junge Mädchen. Im Zentrum des Gesprächs steht «Hear Me», ihr Song über Panikattacken und eine Zeit, in der sie sich kaum mehr aus dem Haus traute. Er entstand in ihrer allerersten Session mit der Musikerin Dana und dem Produzenten BNJI, an einem Tag, an dem es ihr schlecht ging. Statt so zu tun, als wäre alles gut, flossen erst Tränen, dann der Song: «Ich habe erzählt und erzählt, und wir haben geschrieben und geschrieben. Am Abend ist ‹Hear Me› da gewesen.» Heute schreiben ihr Fans, der Song habe sie durch schwere Zeiten getragen. Noemi spricht auch darüber, was ihr damals half: ihre Eltern und eine gute Therapeutin. Und sie erklärt ihre Regel, persönliche Themen erst dann zu veröffentlichen, wenn sie bereit ist, darüber zu reden. Ausserdem im Gespräch: warum sie ihren Stil «Freigeist-Pop» nennt («Ich mache, was ich will»), wie ein Countryfilm mit 14 ihre Liebe zu Banjos und ehrlichen Texten weckte, und wie das Musikvideo zu «You'll Find Me There» in einer 42-Stunden-Aktion am Strand von Finale Ligure entstand, weil Kalifornien dann doch nicht im Budget lag. Sehr persönlich wird es beim Thema Adoption: Noemi wurde in Äthiopien geboren und kam mit vier Monaten in die Schweiz. Diesen Herbst reist sie zum ersten Mal zurück, weil das Kinderhilfswerk, aus dessen Kinderheim sie stammt, sein 40-Jahr-Jubiläum feiert. Eine Konzertanfrage für das Fest hat sie abgelehnt. Sie will dort nicht die Musikerin Noemi Beza sein, sondern einfach ankommen, aufsaugen, geniessen. Und sonst? Arbeitet sie weiterhin 30 Prozent als Pharmaassistentin in der Apotheke, schwärmt von Olivia Dean, Justin Bieber und Nina Chuba, analysiert die Halftime-Show der WM und verrät, warum sie Bierflaschen mit den Zähnen öffnen kann und wie ihr das eine Einladung einer Biermarke einbrachte. Im August steht Noemi Beza am Heitere Open Air in Zofingen (Sonntag, 9. August 2026) und am Open Air Gampel (Freitag, 21. August 2026) auf der Bühne. Kapitel(00:00) Intro(00:08) Festivalsommer: Montreux, Moon and Stars(02:12) Musikalische Familie und das erste Schulprojekt im Studio(03:53) Acht Jahre Ballett: Rückblick auf das Tanzbusiness(05:47) Plattenvertrag mit 20: Universal und SRF 3 Best Talent(08:12) Rastlosigkeit: Musik als Zufluchtsort(10:29) «Hear Me»: über Panikattacken singen(12:21) Wie der Song in einer Session mit Dana und BNJI entstand(14:09) Die Schweizer Musikszene: Support statt Ellenbögen(15:16) Musikvideo-Dreh in Finale Ligure(15:53) Country-Liebe und «Freigeist-Pop»(17:46) Wie ihre Songs entstehen(19:14) Adoption, «Would You Know» und die Reise nach Äthiopien(23:17) Ihr zweites Leben als Pharmaassistentin(26:46) Bühne oder Studio?(28:06) Verstecktes Talent: Bierflaschen mit den Zähnen öffnen(29:06) Pläne: Festivalsommer geniessen, dann neue Musik(31:52) Vorbilder: Justin Bieber, Olivia Dean, Nina Chuba

  • 30 | Frank Richter: Warum «Love my Job» genau das Gegenteil meint

    22.07.202653:53

    Frank Richter ist zurück im Studiocast. Diesmal aber nicht zum Arbeiten, wie er gleich zu Beginn klarstellt, sondern zum Plaudern. Und das lohnt sich: Der Comedian und Christoph Soltmannowski teilen einen Background im People-Journalismus, und wenn zwei Ehemalige aus dieser Branche zusammensitzen, kommen Geschichten auf den Tisch, die man so noch nie gehört hat. Frank erzählt von seiner Zeit bei «Glanz & Gloria»: von der Managerin, die eine Frage nach Beatrice Eglis Kindheitsinstrument strich, weil sie «zu privat» sei. Von der Anwaltskanzlei, die pro «Schweini» 10 000 Euro forderte, weil man Bastian Schweinsteiger gefälligst beim vollen Namen zu nennen habe. Und von der Erkenntnis, dass die grössten Stars meist die unkompliziertesten sind, während das Management drumherum die Probleme macht. Christoph hält dagegen: mit einem Bond-Girl, einer Aufpasserin hinter seinem Rücken und einem Weltstar, dessen Presseassistentin keine Fotos wollte. Wegen der grauen Haare. Dazwischen geht es um das Handwerk: Wie wird aus einem TV-Journalisten ein Comedian? Frank erzählt, wie ihn das Blick Live Quiz vor die Kamera brachte und warum er sich am Ende zwischen SRF und Blick entscheiden musste. Er erklärt, weshalb schwarzer Humor in der Schweiz mainstreamtauglich verpackt sein muss, warum das deutsche Publikum schneller lacht und wieso er auf dem Land manchmal bremsen muss, damit die Pointen überhaupt ankommen. Und er hat eine Beobachtung mitgebracht, die hängen bleibt: Gen-Z-Zuschauerinnen schauen bei derben Witzen erst nach links und rechts, ob die anderen lachen. Die Lizenz zum Lachen holt man sich heute offenbar beim Sitznachbarn ab. Natürlich ist auch sein aktuelles Programm «Love My Job» Thema. Der Titel ist ironisch gemeint, denn Frank kann den LinkedIn-Hashtag nicht ausstehen: Wer vom Betriebsausflug auf den Pilatus ein Gruppenfoto mit #lovemyjob postet, will laut ihm vor allem eines, nämlich dem Chef Honig ums Maul schmieren. Über Social Media hat er trotzdem seine Meinung geändert. Sein Fazit nach dem späten Einstieg: Am Anfang ist es cringe, später ist es Content. Und es füllt die Theater. Ausserdem: Wie Sacha Baron Cohen als Ali G an sein Trump-Interview kam, warum Donald Trump überhaupt in «Home Alone 2» mitspielt, was Macaulay Culkin heute macht, wie Joel von Mutzenbecher als Regisseur mit Frank 32 Figuren samt eigener Stimme und Körperhaltung erarbeitet hat und weshalb Frank als kokainsüchtiger HR-Chef in einem Kurzfilm einen Ritterschlag erhielt. Eine Stunde über Comedy, Promis und die Frage, wie viel Inszenierung in der Spontaneität steckt. Reinhören lohnt sich. Alle Termine zu «Love My Job» gibt es auf Frank Richters Website und seinen Social-Media-Kanälen. Kapitel:(00:00) Intro: Taylor Swift und der starke Franken(01:40) Von der Lokalzeitung zu «Glanz & Gloria»(03:47) Beatrice Egli und die zwei Managerinnen(05:34) Bond-Girl, Prinz Albert und Paul McCartneys Haare(08:46) Haartransplantationen und graue Bartkränze(10:17) Blick Live Quiz und der Abschied vom SRF(14:37) Schwarzer Humor und die Grenzen der Comedy(16:55) Warum die Gen Z erst nach links und rechts schaut(20:20) Ali G, Trump und «Home Alone 2»(22:52) Kinderstars: Culkin, Jodie Foster, Sofia Coppola(26:01) Schlagfertigkeit: alles inszeniert?(28:53) Lady Gaga im Hallenstadion und Conan O'Brien(30:18) Deutsches Publikum vs. Schweizer Publikum(32:35) Stadt, Land und der Kantönligeist(35:07) «Love My Job»: Warum der Hashtag nervt(38:28) Social Media: Am Anfang cringe, später Content(42:16) Das vierte Programm und die Tour(43:21) Schauspiel: der kokainsüchtige HR-Chef(45:17) Joel von Mutzenbecher und 32 Figuren(46:44) Böse Mails: Schweini und andere Empörte Tickets gibt es bei Ticketcorner:https://www.ticketcorner.ch/search/?a...Mehr zu Frank Richter aufhttps://www.frankrichter.ch/

  • #29 | Anna Rossinelli, Musikerin

    21.11.202529:56

    Anna Rossinelli zählt zu den wenigen Schweizer Künstlerinnen, die sich seit ihrem Debüt 2008 und dem internationalen Schub durch den Eurovision Song Contest 2011 dauerhaft etablieren konnten. Kurz vor der Veröffentlichung von «Heat» (21. November 2025) zeigt sie sich im Gespräch mit Podcaster Christoph Soltmannowski fokussiert und klar ausgerichtet. «Heat» verzichtet auf ein übergeordnetes Konzept und setzt auf elf eigenständige Songs. Rossinelli spricht von «Vignetten», die unterschiedliche Stimmungen abbilden. Musikalisch bewegt sich das Album zwischen Pop, Rock und Singer-Songwriter und ist so angelegt, dass einzelne Tracks auch unabhängig funktionieren. Der Titelsong «Heat» hat sich früh als starker Radio-Track etabliert. Ergänzt wird er durch Songs wie «Stolen Kingdoms» mit gesellschaftspolitischem Unterton oder das rockigere «If You Don’t Know». Diese Bandbreite erhöht die Einsatzmöglichkeiten – von Airplay bis Live-Performance. Für «Heat» öffnete Rossinelli den Produktionsprozess gezielt. Die Zusammenarbeit mit jüngeren Schweizer Songwriterinnen und Produzentinnen wie Dana oder Lisa Oribasi («Victoria Line») brachte neue Perspektiven. Die Sessions waren direkt und effizient angelegt und zielten darauf ab, Routinen aufzubrechen.

  • 28 | Fabian Unteregger, Comedian und Arzt

    25.09.202538:14

    In dieser Episode von Soltis Studiocast begrüsst Christoph «Solti» Soltmannowski den bekanntesten Schweizer Parodisten und Comedian Fabian Unteregger. Fabian, ein echtes Multitalent, gewährt offene und humorvolle Einblicke in seinen aussergewöhnlichen Werdegang: Vom Medizinstudium mit Doktortitel über seine Tätigkeit im Marketing bis hin zur Gründung eines Netzwerks für Healthcare-Startups – Fabian verbindet scheinbar mühelos unterschiedlichste Lebensbereiche. Doch wie meistert er die Balance zwischen Comedy, Medizin und Unternehmertum? Fabian erzählt, wie er seine Leidenschaft für Comedy und Parodien entdeckte, von seinen ersten bezahlten Auftritten bis zur Entwicklung seines neuen Bühnenprogramms. Er spricht über die Herausforderungen politischer Satire, den Umgang mit Kritik und die Bedeutung von Authentizität in seinen Parodien – sei es beim Nachahmen von Dialekten oder Persönlichkeiten wie Albert Rösti und Christoph Blocher. Besonders faszinierend: Fabians Liebe zum Helikopterfliegen, die seine systematische Herangehensweise und Technikbegeisterung widerspiegelt, die er auch in seinen Alltag überträgt.Von der Bühne bis zur Startup-Welt, von Künstlicher Intelligenz bis zu abendfüllenden Shows – dieses Interview zeigt Fabian Unteregger als engagierten Künstler und Organisator, der mit Humor und Präzision seine vielseitigen Talente vereint. Freut euch auf ein Gespräch voller Anekdoten und Einblicke.Highlights:• Fabians Werdegang: Medizin, Comedy und Unternehmertum (00:00:08)• Die Kunst der Parodie: Dialekte, Authentizität und bekannte Persönlichkeiten (00:24:44)• Politische Satire: Umgang mit Kritik und Publikumsreaktionen (00:21:59)• Helikopterfliegen und Technikfaszination (00:34:33)• Organisationstipps: Wie Fabian mit Checklisten seinen Alltag meistert (00:35:53)

  • 27 | Annina Frey und Melanie Winiger, Moderatorinnen der Swiss Music Awards 2025

    30.08.202545:46

    Annina Frey und Melanie Winiger moderieren am 28. Mai 2025 zum zweiten Mal gemeinsam die Swiss Music Awards. Im Starzone-Interview sprechen sie über Lampenfieber, echte Freundschaft auf der Bühne und ihre besondere Dynamik als Moderatorinnen. Melanie erzählt auch, wie sie ihre Hand in einem wilden Moshpit brach – und trotzdem nichts bereut.