Studium und dann?
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Studium und dann?

Redaktion von "Studium und dann?"


Podcast

Mit unserem Podcast „Studium und dann?“ möchten wir Studierenden, Schüler*innen und allen Bildungsinteressierten zeigen, wie vielfältig Berufs- und Lebenswege nach dem Studium sein können. Viele junge Menschen orientieren sich bei der Berufs- und Studienwahl in erster Linie an ihrem direkten Umfeld: Familie, Freundeskreis oder an der Region. Doch die Welt der Studien- und Berufsmöglichkeiten ist viel größer – und genau das wollen wir gemeinsam sichtbar machen. Uniabsolvent*innen und Forscher-Alumni aus ganz unterschiedlichen Bereichen und von verschiedenen Hochschulen berichten in authentischen Interviews mit Studierenden von ihren persönlichen Erfahrungen im Studium, beim Berufseinstieg oder auch bei der eigenen Unternehmensgründung. Offen sprechen wir über Herausforderungen, Wendepunkte und Chancen – und machen so Mut, den eigenen Weg zum und nach dem Studium zu finden.

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  • Wenn der Funke der Technikbegeisterung überspringt: Daniel Tamanini über seine Arbeit als Dozent im Bereich Elektrotechnik und die Wichtigkeit inspirierender Mentoren

    Vor 5 Tagen25:26

    Präsentationen über Human-Machine-Interfaces ausarbeiten, sein Team koordinieren und dazwischen Anrufe von Kunden, die dringend Unterstützung dabei benötigen, wie man die Probleme in ihrer elektronischen Fertigung beheben kann: Das ist der Alltag von Daniel Tamanini. Er arbeitet als technischer Direktor bei Chip 1 Exchange, einem Hersteller und Vertreiber elektronischer Bauelemente. Hier leitet er Teams in den Bereichen Analytik, elektrischen Tests und Materialanalysen von Bauteilen. Seine Abteilung arbeitet buchstäblich an allem, was Strom braucht: vom Haushaltstoaster über Displays in Luxusfahrzeugen bis hin zu Bauteilen für die Luftfahrt. Nebenbei steht Daniel regelmäßig im Hörsaal. An der Hochschule Darmstadt, wo er auch selbst studiert hat, ist er heute in den Bereichen Ausfall- und Fehleranalyse sowie Elektrotechnik und Signalverarbeitung als Dozent tätig. Die Lösungen, die er dort mit Studierenden entwickelt, finden manchmal kurz darauf in seinem Unternehmen Verwendung. Das ist einer der vielen Verbindungspunkte zwischen seinen beiden Tätigkeiten, von denen Daniel im Podcast berichtet. An der Hochschule Darmstadt schloss er zunächst sein Diplom in Automatisierungs- und Informationstechnik ab und schrieb seine Abschlussarbeit über einen Datenlogger für die Langzeitkonservierung elektronischer Bauteile. Dieses Projekt entwickelte er von Grund auf selbst, programmierte es und nahm es schließlich in Betrieb. Das Ergebnis war so überzeugend, dass er kurz über eine Patentanmeldung nachdachte, wie er mit einem Augenzwinkern erklärt. Anschließend begann er den Master in Elektrotechnik, ebenfalls an der Hochschule Darmstadt, dieses Mal berufsbegleitend. Die Möglichkeit zum berufsbegleitenden Masterstudium ergab sich für Daniel durch die Wirtschaftskrise von 2008, durch die er bei seinem damaligen Arbeitgeber eine Zeit lang weniger zu tun hatte und die ihm so neben dem Job Kapazitäten ließ. Kurz darauf übernahm er parallel zum Studium allerdings Personalverantwortung und verbrachte weit mehr als 40 Stunden pro Woche im Büro. Im Interview erzählt er, wie er die intensive Zeit seines berufsbegleitenden Studiums erlebt und was er damals neben allen fachlichen Inhalten auch für sein Leben im Allgemeinen gelernt hat. Den jungen Menschen, die diesem Podcast zuhören, gibt Daniel mit auf den Weg: Sucht euch ein Studium und einen Job, die euch Spaß machen, und zwar so sehr, dass ihr auch noch in vielen Jahren gerne zur Arbeit geht. In diesem Kontext erklärt er, warum Karriereknicks nichts sind, wovor man sich fürchten muss und warum es so wichtig ist, trotz Unsicherheit neue berufliche Chancen zu ergreifen und einfach erst einmal „Ja“ zu sagen. Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Wie sieht ein berufsbegleitendes Masterstudium neben einem Vollzeitjob konkret aus? Wie findet man einen Mentor und was macht eine gute Mentor-Mentee-Beziehung aus? Und warum würde Daniels beruflicher Werdegang vielleicht ganz anders aussehen, wenn er und seine Großmutter in seiner Kindheit nicht mit Flachbatterien gebastelt hätten? Viel Spaß beim Hören! Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck Das Gespräch fand statt im März 2026. Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=26793 Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com

  • Durch Datenanalyse herausfinden, was Menschen bewegt: Key Account Manager Ole Paulsen über seine Arbeit beim Internetgiganten Google

    24.07.20260:01

    Wann suchen Menschen online nach neuen Autos, wie vergleichen sie Versicherungen und welche Urlaubsziele sind besonders beliebt? Mit solchen Fragen beschäftigt sich unserer heutiger Gast Ole Paulsen als Key Account Manager bei Google in Dublin. Täglich arbeitet er hier in einem internationalen Umfeld mit großen Datenmengen, die ihm faszinierende Echtzeit-Einblicke in das ermöglichen, was Nutzer:innen beschäftigt. Bevor ihn sein beruflicher Weg nach Irland führte, studierte Ole zunächst BWL und Wirtschaftsrecht im Bachelor sowie Management und Data Science im Master an der Leuphana Universität Lüneburg. Hier war er Teil eines der ersten Data-Science-Jahrgänge Deutschlands, einer kleinen, international gemischten Gruppe, verbunden durch ihr gemeinsames Interesse an einem Fachgebiet, das damals in Deutschland noch recht neu war. Besonders in Erinnerung geblieben ist Ole aus der Zeit an der Universität ein Seminar, in dem er gemeinsam mit zwei Kommilitonen in Kooperation mit dem Startup Horse Analytics einen Fitness-Tracker für Pferde entwickelte: Sensordaten und Videoaufnahmen wurden zusammengeführt, um die Gangart der Tiere zu klassifizieren. Basierend auf den bereitgestellten Daten des Unternehmens entwickelten sie ein Modell, das rasch auf dem Markt erfolgreich wurde und mittlerweile sogar zur Früherkennung von Erkrankungen bei Pferden eingesetzt wird. Eine weitere Veranstaltung, an die er sich gern zurückerinnert, befasste sich mit Recommender Systems, die etwa bei Streaming-Diensten Nutzer:innen für sie möglicherweise interessante Serien oder Filme vorschlagen. Besonders spannend fand Ole dabei die Frage, wie ein System auch bei neuen Nutzer:innen, über die noch keinerlei Informationen vorliegen, dennoch zu einer überzeugenden Empfehlung kommen kann. Nach dem Master arbeitete Ole mehrere Jahre im Beratungsumfeld bei einer Porsche-Tochter, überwiegend mit Unternehmen aus dem VW-Konzern. Dann kam der Wechsel zu Google, ein Schritt in eine Welt, die für ihn zunächst eine Blackbox war. Ohne Hintergrund im Marketing wusste Ole zunächst nicht, wie sich seine Arbeit als Key Account Manager bei dem internationalen Großunternehmen konkret gestalten würde. Was ihn am Ende für das Unternehmen begeisterte, war nicht primär die Stellenbeschreibung, sondern der Bewerbungsprozess, der sich spürbar von allen anderen unterschied, die er bis dahin erlebt hatte. Wie dieser Prozess konkret aussieht und welche Frage ihn im ersten Bewerbungsgespräch besonders überrascht hat, erzählt er in dieser Episode. Heute betreut Ole bei Google im Large Customer Sales Service die größten Kunden auf dem deutschen Markt aus der Finanzbranche. Sein Arbeitsalltag ist geprägt von engen Partnerschaften mit Marketingabteilungen, Agenturen und Stakeholdern, seine Hauptaufgabe ist die Analyse von Kampagnen und tagesaktuellen Suchdaten. Hierbei profitiert Ole enorm von der analytischen Denkweise, die er im Data-Science-Studium erlernt hat, auch wenn er heute nur noch selten selbst Code schreibt. Stattdessen hilft ihm das im Studium erworbene technische Verständnis unter anderem dabei, im Kundengespräch komplexe Themen rund um künstliche Intelligenz verständlich einzuordnen und zu erklären, wie die dahinterliegenden Modelle tatsächlich funktionieren. Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Wie analysiert Google Nutzerdaten, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen? Wie sieht der Bewerbungsprozess bei einem der größten Unternehmen der Welt aus? Und was macht das Google-Büro in Dublin mit seinen eigenen Musikräumen und seinem Blick aufs Meer so besonders? Viel Spaß beim Hören! Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck Das Gespräch fand statt im Juli 2023. Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=28218

  • Ökologische Zukunftsfragen in die Finanzentscheidungen von heute einbeziehen: Theresa Pleye über ihr Sustainable-Finance-Studium und die Arbeit als Risikomangerin bei der GLS-Bank

    17.07.202646:04

    Ob an der portugiesischen Atlantikküste oder im Süden Frankreichs: Wer in den vergangenen Monaten mit Theresa Pleye zusammenarbeitete, erreichte sie oft an Orten, an denen andere Urlaub machen. Diese sogenannten Workations, während derer sie online aus wechselnden Unterkünften arbeitet, sind für die Senior Referentin im Bereich Risikomanagement bei der GLS Bank in Bochum mittlerweile ein fester Teil ihres Lebens. Möglich wird das durch die große Flexibilität ihres Arbeitgebers, der ihr auf diese Weise die Chance gibt, ihren Beruf und ihre private Reisebegeisterung miteinander zu verbinden. Optimal auf ihren heutigen Job vorbereitet hat Theresa der Master Management, Sustainable Accounting and Finance, den sie bis 2022 an der Leuphana Universität Lüneburg studiert hat. Zuvor hatte sie bereits einen Bachelor in Sustainable Development an der Hochschule Bochum erworben. Aus dem Studium an der Leuphana Universität ist Theresa besonders eine Seminararbeit zur Verbindung von Corporate Social Responsibility (CSR) und Bilanzmanipulation in Erinnerung geblieben. Darin untersuchte sie, ob Unternehmen CSR strategisch für sogenanntes Greenwashing einsetzen, also um nachhaltiger zu erscheinen, als sie tatsächlich sind. Auch die zusätzlichen Angebote im Rahmen des Komplementärstudiums nutzte Theresa, um ihren Horizont zu erweitern: So beschäftigte sie sich sowohl mit den Chancen und Grenzen der EU-Taxonomie als auch mit der Elektrifizierung durch erneuerbare Energien in der Sub-Sahara. Das Studium führte ihr vor Augen, wie unterschiedlich sich das Thema Nachhaltigkeit weltweit denken lässt, das sie bereits seit ihrem Bachelorstudium begeistert und das sich wie ein roter Faden durch ihren akademischen und beruflichen Werdegang zieht. Während des Studiums stieg sie so auch bereits bei ihrem heutigen Arbeitgeber, der nachhaltigen GLS Bank, ein, wo sie zunächst als Praktikantin und später in unterschiedlichen Positionen zu den Themen Sustainability und Risikomanagement arbeitete. Heute verantwortet Theresa bei der GLS die Integration von ESG-Risiken in die Banksteuerung. Vereinfacht gesagt beschäftigt sie sich mit der Frage, wie sich Faktoren wie der Klimawandel oder andere ökologische und soziale Entwicklungen auf die Risiken von Kreditvergaben und die langfristige Stabilität einer Bank auswirken können. Zusätzlich ist sie als Dozentin an der EBZ Business School in Bochum tätig, wo sie Lehrveranstaltungen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Immobilienwirtschaft gibt. In ihrer beruflichen Tätigkeit begeistert Theresa vor allem die Verbindung von ökologischen und sozialen Zukunftsfragen mit wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen. Aus ihrer Sicht können Banken eine enorme positive Wirkung für Mensch und Umwelt entfalten, wenn sie Klimarisiken konsequent in ihre Kreditentscheidungen einbeziehen. Dadurch werden nachhaltige Geschäftsmodelle gezielt gefördert. Wie sie hierbei mit Rückschlägen in einem noch jungen, sich stetig weiterentwickelnden Themenfeld umgeht und warum sie sich selbst eher als Lernende denn als ausgebildete Risikomanagerin sieht, erzählt sie ausführlich im Gespräch. Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Welche Rolle können Banken bei der Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft spielen? Was bedeutet für Theresa der Begriff des „positiven Handabdrucks“? Und welchen Tipp gibt sie Studieninteressierten, die auf der Suche nach einem Studiengang sind, bei dem Nachhaltigkeit im Vordergrund steht? Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck Das Gespräch fand im Oktober 2023 statt. Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=28200

  • 4.000 Bierpongbälle und eine App: Sebastian Baumann über seinen Weg vom BWL-Studium zur Startup-Gründung

    10.07.20260:01

    Ein Startup gründen, dafür 4.000 Bierpongbälle selbst bedrucken und gleichzeitig die Bachelorarbeit schreiben: Sebastian Baumann macht zur Zeit der Podcastaufnahme vieles auf einmal, aber folgt dabei einem klaren roten Faden. Sebastian studiert International Business Administration and Entrepreneurship im Bachelor an der Leuphana Universität Lüneburg. Was den Studiengang an der Leuphana für ihn besonders auszeichnet: Egal in welchem Kurs, egal in welcher Vorlesung, Nachhaltigkeit wird immer mitgedacht. In seinem Minor Nachhaltigkeitswissenschaften arbeitete er beispielsweise interdisziplinär mit Studierenden aus Politik- und Kulturwissenschaften sowie anderen Fächern zusammen. Im Rahmen eines Seminars interviewte er zum Beispiel Bäckereien und Supermärkte in Lüneburg zu Strategien gegen Lebensmittelverschwendung. Dabei erlebte Sebastian, wie divers Perspektiven auf dieselben ökologischen Herausforderungen sein können. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm seine Betreuerin im Minor, eine Doktorandin aus dem bolivianischen Amazonasgebiet, die ihm immer wieder völlig neue Sichtweisen auf ökologische Fragestellungen eröffnet hat. Aktuell liegt Sebastians Hauptfokus auf seiner Bachelorarbeit, mit der er sein Studium direkt mit seinem Startup verknüpft und untersucht, wie netzwerkbasierte Unternehmen ihre sogenannte kritische Masse erreichen und was "WG-Match" davon lernen kann. Der Weg zur Gründung von "WG-Match" begann nicht mit einem großen Plan, sondern mit einem Seminar namens "Holy Shit" im zweiten Semester seines Studiums. Dabei schnupperte er zum ersten Mal in die Startup-Welt hinein und das ließ ihn nicht mehr los. So entwickelte er die Idee für ein eigenes Produkt: Eine App, die das Swipe-Prinzip von Dating-Apps auf die WG-Suche überträgt. Gedacht, gemacht: Im Oktober 2022 launchte er sie mit seinem Team. Inzwischen wurde die App über 10.000 Mal heruntergeladen. Um das Startup bekannter zu machen, setzt Sebastian auf außergewöhnliche Ideen: Zum Beispiel 4.000 Bierpongbälle mit eigenem Stempel bedrucken, um die App bei Lüneburger Erstsemestern ins Gespräch zu bringen. Davon und von vielem mehr erzählt Sebastian in dieser Episode und gibt uns unter anderem Antworten auf die folgenden Fragen: Wie entstand aus einem Studienseminar sein Startup "WG-Match"? Wie verbindet er seine Bachelorarbeit mit seiner eigenen Unternehmensstrategie? Und wie hat sein Studium an der Leuphana ihn als Person weit über das Gründen hinaus geprägt? Und was hat ein Marimbaphon mit alldem zu tun? Hört rein und lasst euch von Sebastians Ideen und seinem Weg inspirieren. Viel Spaß beim Hören! Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck Das Gespräch fand statt im Januar 2024 Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=16805 Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com

  • Schule von Grund auf neu denken: Judith Holle über Lernkulturwandel und ihren Weg zur Geschäftsführerin des Sozialunternehmens „beWirken“

    03.07.20260:01

    Ein Sozialunternehmen, das die Schule verändern will. Aber nicht nur mit einzelnen Workshops oder durch Einführung eines neuen Schulfachs – „das wären nur Pflaster“ für gegenwärtige Probleme im Schulsystem, wie unsere Gästin Judith Holle erklärt. Sie ist Geschäftsführerin von „beWirken“, einer gemeinnützigen Bildungsorganisation, die mit Schulen, Lehrkräften und Bildungsbehörden daran arbeitet, Lernangebote grundlegend, systematisch und dauerhaft zu reformieren. Judith ist in einem Elternhaus aufgewachsen, das in ihr schon früh ein Gefühl der sozialen Verantwortung geweckt hat. Nach der Schule machte sie so zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr in Schottland, in einer Camphill-Einrichtung für junge Menschen mit Behinderung. Ein Jahr, in dem sie viel gelernt hat, das ihr aber auch gezeigt hat, dass Sonderpädagogik zwar ein interessantes und sinnstiftendes Feld, aber nicht der Bereich war, in den sie persönlich auch gehen wollte. Zurück in Deutschland suchte sie nach einem Studium, das gesellschaftliche Themen mit einer konkreten Berufsperspektive verband. Schließlich entschied sie sich für berufliche Bildung in der Sozialpädagogik mit dem Unterrichtsfach Politik an der Leuphana Universität Lüneburg und beendete das Studium 2019 mit dem Bachelor. Das Studium war auf die spätere Arbeit als Berufsschullehrerin für Erzieher:innen ausgerichtet und Judith beschreibt es als inhaltlich sehr weit gefächert: In den Jahren an der Leuphana lernte sie viel über Sozialpädagogik mit Fokus auf frühkindliche Bildung, Didaktik, Soziologie und Bildungstheorie. Das Thema Bildungsungleichheit und die Frage, warum sich soziale Ungleichheit im Bildungssystem so hartnäckig reproduziert, hat sie in diesem Rahmen damals intensiv beschäftigt und beschäftigt sie noch immer. So merkte Judith früh, dass sie vor allem fasziniert, was Bildung im Grundlegenden eigentlich ist und wie sie gestaltet werden könnte, auch über die konkrete Tätigkeit als Lehrerin hinaus. Mindestens genauso prägend wie die Inhalte war ihr Engagement neben dem Studium. In der Initiative „Policy Lab“ machte Judith politische Bildungsarbeit, moderierte Podiumsdiskussionen und stieg schnell in Leitungsrollen auf, bis hin zum Vereinsvorstand. Dort erlebte sie, wie viel Spaß es ihr macht, eine Organisation zu gestalten und voranzubringen. In diesem Rahmen lernte sie auch die Gründer:innen von „beWirken“ kennen, die damals noch eine Initiative waren. Judiths Einstieg hier war ein fließender Übergang: ehrenamtliches Engagement, dann erste bezahlte Aufgaben, schließlich eine Führungsrolle und die Geschäftsführung. So wurde sie zu einer „Mitbegründerin der zweiten Phase“ bei dem Sozialunternehmen. Heute leitet sie ein Team von vierzehn Personen und begleitet Schulen über zwei bis drei Jahre dabei, ihr gesamtes Lernkonzept zu überdenken, hin zu individuellerem, projektbasiertem Lernen. Außerdem entwickelt sie Fortbildungsformate, in denen Lehrkräfte die eigene Rolle evaluieren und neue Unterrichtsmethoden entdecken können. Im vergangenen Jahr hat „beWirken“ unter ihrer Mitverantwortung auch einen fünfteiligen Episodenfilm und ein Buch produziert, die zeigen, wie Lernen jenseits von Gleichschritt und strengen Vorgaben aussehen kann. Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Warum glaubt Judith, dass ein klares Berufsbild bei der Studienwahl manchmal eher bremst als hilft? Was steckt hinter dem Begriff Lernkulturwandel und welche Formate braucht es, um Schule langfristig wirklich zu verändern? Und welches Potenzial bietet das Engagement in Initiativen während des Studiums? Viel Spaß beim Hören! Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck Das Gespräch fand statt im Januar 2024 Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=27040

  • Von Darmstadt nach New York und Mailand: Marius Jung über Industriedesign, künstliche Intelligenz und seinen Weg in die Welt der großen Modehäuser

    25.06.202640:50

    Für sein kreatives Talent eingestellt zu werden und an Kollektionen für eines der bekanntesten Modelabels der Welt mitzuwirken: Was für viele ein Traum ist, ist für Marius Jung Realität. Als Head of Concept and AI Design bei Moncler in Mailand entwirft er Konzepte für Modekollektionen, Kampagnen und Projekte. Dabei setzt er auf künstliche Intelligenz, eine Technologie, mit der er sich schon beschäftigt hat, lange, bevor sie in aller Munde war. Für ihn ist KI kein einfaches Werkzeug unter vielen, sondern ein stets präsenter Assistent, der ihm hilft, Ideen in kürzester Zeit zu visualisieren. Sein Wissen über KI teilt er auch in Workshops mit Kolleg:innen. Er hilft Berufseinsteiger:innen sowie erfahrenen Designer:innen, Berührungsängste abzubauen und zeigt, wie jede:r die neue Technologie sinnvoll in den eigenen Arbeitsalltag integrieren kann. Marius' Weg in die italienische Modewelt begann an der Hochschule Darmstadt, wo er sowohl im Bachelor als auch im Master Industriedesign studiert hat. Dass er dort studieren konnte, hat ihm viel bedeutet, wie er im Gespräch betont. Der Weg zum Studienplatz war mit einigen Herausforderungen verbunden, doch in einem anspruchsvollen Aufnahmetest zeigte er den Professor:innen schließlich, dass sein kreatives Talent genau das war, wonach sie suchten. In Darmstadt wurde ihm ein breites Grundverständnis des Designs vermittelt, von der praktischen Arbeit in der Werkstatt bis hin zu den philosophischen Ideen, die hinter gutem Produktdesign stehen. Besonders schätzt er rückblickend, dass er sich hier in ganz unterschiedlichen Bereichen ausprobieren konnte. Ergänzt wurde das Studium durch einen Auslandsaufenthalt an der Kyushu University in Japan. Diese Zeit hat Marius' Horizont auf eine Weise erweitert, die bei ihm bis heute nachwirkt: Er entdeckte, dass Design es ihm ermöglicht, mit Menschen auf der ganzen Welt zu kommunizieren, unabhängig von Sprachbarrieren und kulturellen Unterschieden. Durch den Aufenthalt in Japan wuchs er so nicht nur persönlich, sondern erkannte auch, dass er sich beruflich international ausrichten wollte. Dieser Wunsch rückte noch während seiner Masterarbeit in greifbare Nähe. Marius hatte bereits während des Studiums begonnen, für den Sportartikelhersteller Adidas zu arbeiten, welcher ihm nun eine Festanstellung im Anschluss an sein Studium anbot. Als Teil eines Innovationsteams in New York entwickelte er Schuhe für Spitzensportler:innen, die bei Marathonläufen und Fußballspielen zum Einsatz kamen. Auch bei Moncler konnte er wieder im Sportsegment arbeiten: So berichtet Marius im Podcast von einem Projekt im Kontext der olympischen Winterspiele, das ihn besonders bewegt hat und bei dem KI eine zentrale Rolle spielte. Mit dem bevorstehenden Wechsel zum Modehaus Prada schließt sich für ihn ein Kreis: Sport und Mode, Kreativität und Technologie, globale Erfahrung und handwerkliches Können - alles, was bisher auf seinem Weg wichtig war, kommt dort zusammen. Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Wie wird KI zum Sparring-Partner, die den Arbeitsalltag bereichert, und was sollten Berufseinsteiger:innen mitbringen, damit das gelingt? Wie hat Marius die olympischen Winterspiele in Italien als Designer von Sportbekleidung erlebt? Inwiefern unterscheidet sich die Arbeitskultur in Japan, den USA und Italien, und wie hat sie Marius in seiner Arbeit als Designer, aber auch privat beeinflusst? Viel Spaß beim Hören! Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck Das Gespräch fand statt im Mai 2026. Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=28162