Brücken bauen zwischen Deutschland und Afrika: Manager Omotunde Kasali über wirtschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Studium und dann?
29.01.2026 • 51 Min.
Lagos hat zweiundzwanzig Millionen Einwohner, die über zweihundert Volksgruppen angehören und mehr als fünfhundert Sprachen sprechen. Wer dort groß wird, weiß, was Multikulturalität bedeutet, nicht als theoretisches Konzept, sondern als gelebter Alltag. Genau diese Erfahrung bringt Omotunde „Tunde" Kasali in seinen Beruf mit: Als Manager bei Germany Trade and Invest arbeitet er heute in Berlin daran, deutsche und afrikanische Wirtschaftsakteure zusammenzubringen, und versteht beide Seiten aus eigener Erfahrung. Tunde ist die erste international studierende Person im Podcast. Aufgewachsen in Nigeria, entschied er sich nach seinem Bachelorabschluss in Biochemie für ein Masterstudium im Ausland, an der Leuphana Universität Lüneburg. Es war für ihn schon früh klar, dass er sich in diesem ganz dem Thema nachhaltige Entwicklung widmen wollte. Wie kann wirtschaftliches Wachstum in Anbetracht der sozialen und ökologischen Herausforderungen der Zukunft aussehen? Und wie kann ein westafrikanisches Land wie Nigeria, mit all seinem Potenzial, aber auch seinen Problemen, nachhaltig wachsen? Ausschlaggebend für das Studium an der Leuphana Universität im norddeutschen Lüneburg waren für ihn nicht nur die allgemein guten Studienbedingungen in Deutschland, sondern auch, dass Nachhaltigkeit hier nicht bloß ein Fach ist, sondern in der Hochschule in allen Bereichen stets mitgedacht wird. Sein englischsprachiges Masterstudium in Sustainability Science, das er 2017 abschloss, war von Beginn an sehr interdisziplinär aufgebaut: Biologie, Chemie, Physik, Politik und sogar Umweltrecht standen auf dem Stundenplan. Seine Masterarbeit schrieb er über Bildung zum Thema nachhaltige Entwicklung in Nigeria, wodurch er seine beiden Welten direkt miteinander verband. Während seines Studiums in Lüneburg gründete er außerdem gemeinsam mit anderen international Studierenden die „Leuphana African Students Organization", eine Initiative, die neu ankommenden afrikanischen Student:innen helfen sollte, in der norddeutschen Kleinstadt Fuß zu fassen. Die Organisation unterstützt sie nicht nur bei der Wohnungssuche und Problemen mit der Bürokratie, sondern auch ganz allgemein beim Ankommen in Deutschland. Für Tunde, der nach seiner Kindheit in der Millionenstadt Lagos der Umzug in das kleine Lüneburg als ziemlichen Kulturschock erlebte, war die „Leuphana African Students Organization" ein echtes Herzensprojekt. Nach dem Abschluss kehrte Tunde zunächst nach Nigeria zurück und begann im Deutschen Generalkonsulat in der Wirtschaftsabteilung zu arbeiten. Seitdem hat er seine Karriere ganz auf den Bereich deutsch-afrikanische Wirtschaftskooperationen ausgerichtet. Bei Germany Trade and Invest ist er heute für die Begleitung von Unternehmen im englisch- und portugiesischsprachigen Westafrika zuständig. Er koordiniert Branchenexperten und leitet ein Förderprogramm für deutsche Unternehmen, die in afrikanische Märkte einsteigen wollen. In Nigeria wie auch in Deutschland gelebt, studiert und gearbeitet zu haben, ist für Tunde dabei die Grundlage seiner Arbeit. Davon und von vielem mehr erzählt er in dieser Episode und gibt uns unter anderem Antworten auf die folgenden Fragen: Was braucht es, um langfristige und für beide Seiten vorteilhafte Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und afrikanischen Staaten aufzubauen? Warum sollte man sich trauen, einen Teil seines Studiums im Ausland zu absolvieren? Und wie hilft Tunde sein Engagement in einem englischsprachigen Rhetorik-Club beruflich, aber auch privat? Viel Spaß beim Hören! Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner. Hier geht es zu Links und weiteren Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=13099