Den Einstieg in die Filmbranche wagen: Lotte Peters über ihre selbstproduzierten Filme und ihre Arbeit bei einer unabhängigen Produktionsfirma
Studium und dann?
06.03.2026 • 1 Std. 11 Min.
In Cannes auf berühmte Filmschaffende treffen und ein Publikum erleben, das einen Film minutenlang mit Standing Ovations feiert. Für Charlotte „Lotte" Peters ist das kein Traum, sondern eine Erinnerung und zugleich auch ein Ziel für die Zukunft: Sie war bereits als Zuschauerin bei dem französischen Filmfestival dabei und möchte als Produzentin mit einem eigenen Film eines Tages auf diesen roten Teppich zurückkehren. Lotte hat bis 2021 Kulturwissenschaften im Bachelor an der Leuphana Universität Lüneburg studiert. Heute macht sie ihren Master in Film- und Fernsehproduktion an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und arbeitet parallel dazu als Werkstudentin bei der Berliner Filmproduktionsfirma „Achtung Panda!". Lottes Arbeitgeber hat unter anderem den Berlinale-Film „Ellbogen" produziert und zählt zu den 75 führenden unabhängigen europäischen Produktionsfirmen. Unsere Gästin beschreibt ihren Arbeitsalltag dort als abwechslungsreich und von kreativen Tätigkeiten bestimmt: Sie lektoriert Stoffe aller Art, von Romanen über Treatments bis hin zu Drehbüchern, schreibt Gutachten darüber, welche Geschichten das Potenzial für eine Adaption haben, und begleitet auch darüber hinaus den weiten Weg von der Idee bis zum fertigen Film. Wie dieser Weg genau aussieht, wissen die wenigsten. Lotte erklärt in dieser Episode, was Filmproduktion eigentlich bedeutet und wieso es entscheidend ist, sich früh mit Finanzierungsfragen und den praktischen Abläufen am Set zu befassen. Auch das komplizierte System der deutschen Filmförderung nimmt sie unter die Lupe und zeigt, warum zwischen der ersten Idee und der Kinopremiere eines Arthouse-Films manchmal viele Jahre liegen. Neben ihrer Werkstudententätigkeit bei „Achtung Panda!" arbeitet Lotte selbst an zwei Projekten: Zum einen produziert sie im Rahmen ihres Masterstudiums den Dokumentarfilm „Frauen auf der Flucht" über Seenotrettung aus weiblicher Perspektive, entstanden in Zusammenarbeit mit dem RBB und mit Unterstützung der Berlin-Brandenburg-Filmförderung. Zum anderen arbeitet sie an ihrem Abschlussprojekt, einem Spielfilm über queere Sexarbeiter:innen mit dem Titel „The Melting Mood Of Ecstasy". Beide Projekte könnten unterschiedlicher kaum sein, und genau das macht sie für Lotte so spannend: Dokumentation und Drama fordern sie als Produzentin auf ganz verschiedene Weisen heraus. Eine entscheidende Etappe auf ihrem Weg hin zur Arbeit als Filmproduzentin war Lottes Bachelorstudium in Kulturwissenschaften an der Leuphana. Queere und feministische Theorien, die sie an der Universität in Lüneburg kennenlernte, ermöglichten ihr einen neuen Blick auf gesellschaftliche Problemstellungen, mit denen sie sich jetzt in ihren eigenen Filmen auseinandersetzt. Was sie im Studium hier zudem gelernt hat, ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion, ein Gefühl zu entwickeln, was für sie selbst richtig ist und sie sich ganz und gar lebendig fühlen lässt. Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Warum reicht es nach Lottes Einschätzung in der Filmproduktion nicht, sich für gute Geschichten begeistern zu können, und welche weiteren Fähigkeiten sollte man mitbringen, wenn man in der Filmwelt Fuß fassen möchte? Wie sieht der Weg aus, wenn ein Roman für das Kino adaptiert werden soll? Und warum empfiehlt Lotte, unbedingt in unabhängige Programmkinos zu gehen und sich deutsche Filme anzusehen? Viel Spaß beim Hören! Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner Das Gespräch fand statt im August 2024 Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=13242