"Mein Job sind die schönen Dinge des Lebens": Lara M. Gahlow über ihre Arbeit als freie Autorin, Lektorin und Kulturmanagerin
Studium und dann?
13.02.2026 • 1 Std. 15 Min.
„Moin, ich bin Lara. Wenn Menschen mich fragen, was ich mache, sage ich: Ich beschäftige mich mit den schönen Dingen des Lebens.“ Diese entwaffnende Antwort gibt Helenas heutige Gästin Lara M. Gahlow allen, die behaupten, dass man nach einem kulturwissenschaftlichen Studium beruflich weder erfolgreich Fuß fassen, geschweige denn sich hierbei auch selbst verwirklichen könne. Dass das genaue Gegenteil der Fall ist, zeigt Lara jeden Tag als Solo-Selbstständige im Bereich Text, Lektorat und Kulturmanagement. Wie sie selbst sagt, hat sie Kultur, Kulinarik und Kommunikation zu ihrem Beruf gemacht. Lara hat das Glück, sich in ihrem Job mit Aufgaben beschäftigen zu können, die sie wirklich begeistern, sei es die Planung eines Kurzfilmfestivals, das Schreiben von Programmtexten für das Reeperbahn Festival oder das Lektorieren eines Graphic Novels. Studiert hat Lara zunächst Kulturwissenschaften und Medien- und Kommunikationswissenschaften in Bremen, danach folgte ein kulturwissenschaftlicher Master an der Leuphana Universität Lüneburg. Sie ergänzte ihr Studium mit einem Auslandsaufenthalt in Litauen und einer Reise nach Malaysia, engagierte sich knapp neun Jahre ehrenamtlich bei einem Festival im Harz und nahm unterschiedliche Nebenjobs an. Die Erfahrungen, die sie so neben dem Studium gemacht hat, sind für sie heute genauso relevant, wenn nicht sogar noch wichtiger, als die Inhalte ihrer Vorlesungen und Seminare. Den Einstieg in die Selbstständigkeit fand sie kurz nach dem Master in einer denkbar schwierigen Zeit, mitten in der Corona-Pandemie. Doch Lara schaffte es mit Flexibilität, einem Coworking-Space-Job und einem großen Netzwerk aus Festivalkontakten, sich eine Selbstständigkeit aufzubauen, die rasch erfolgreich wurde. Kulturförderprogramme wie „Neustart Kultur" schufen während der Pandemie Aufträge, die zu der Art von Arbeit passten, die Lara anbieten wollte. Seit sie vollständig selbstständig ist, hat sie nach eigener Aussage nie aktiv Kunden anwerben müssen. Ihre Selbstständigkeit ermöglicht es ihr, sich auch intensiv dem literarischen Schreiben zu widmen. 2024 erhielt sie den Hamburger Literaturpreis für ihr Debüt, die Erzählung „Vorwiegend festkochend", aktuell arbeitet sie an ihrem ersten Roman. Im Gespräch mit Helena berichtet sie davon, was der Preis konkret für sie und vor allem für ihr Selbstvertrauen bedeutet hat. Anfang diesen Jahres hat sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Marcel Wicker zudem SOFT gegründet, ein Büro für sensible und progressive Kommunikationsarbeit. Beide sind in den Kontexten, in denen sie arbeiten, als Ansprechpersonen für Fragen rund um diskriminierungssensible Sprache und Bildsprache insbesondere in Bezug auf queere Menschen bekannt. Wie Lara berichtet, ist SOFT so entstanden, wie gute Dinge oft wachsen: langsam, mit dem richtigen Partner und aus einem echten Bedürfnis heraus. Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Wie sieht Laras Arbeitsalltag als Solo-Selbstständige mit mehreren parallelen Projekten konkret aus? Was hat sie bei einer Lesung vor 100 Menschen gelernt, das sie so nicht erwartet hatte? Und warum glaubt sie, dass Zweifel und kreatives Schaffen untrennbar miteinander verbunden sind? Viel Spaß beim Hören! Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner Das Gespräch fand statt im Oktober 2025. Hier geht es zu Links und weiteren Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=13175