Soziale Arbeit, die bewegt: Florian Acker über seine Jobs in der Wohnassistenz und Eingliederungshilfe
Studium und dann?
29.01.2026 • 35 Min.
Florian Acker begleitet Menschen mit Behinderungen in einem der grundlegendsten Lebensbereiche: dem Wohnen. Er tut dies seit über achtzehn Jahren und hat dabei, ausgehend von einem Plichtpraktikum, einen Beruf gefunden, den er als herausfordernd, abwechslungsreich und zugleich sehr sinnstiftend beschreibt. Heute ist Florian Bereichsleiter der Wohnassistenz bei der Lebenshilfe Bremervörde-Zeven, die unter anderem Wohngruppen und ambulant begleitetes Wohnen für Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen anbietet. In seiner Funktion stellt Florian sicher, dass die Leistungsangebote seines Bereichs rechtlichen, vertraglichen und fachlichen Standards entsprechen. Außerdem entwickelt er Konzepte für die Personalakquise und -entwicklung und arbeitet an der Weiterentwicklung der Angebote. Besonders schätzt er den Gestaltungsspielraum, den ihm diese Leitungsrolle bietet, denn neue Ansätze auszuprobieren und eigene Ideen einzubringen, ist hier ausdrücklich erwünscht. Parallel dazu ist er als freiberuflicher Referent und Berater zu Themen der Eingliederungshilfe tätig, ein Nebenjob, der unerwartet aus seiner Bachelorarbeit an der Leuphana Universität Lüneburg entstanden ist. In dieser Tätigkeit gibt Florian Fortbildungen und Seminare für Fachkräfte und angehende Sozialarbeiter:innen. Außerdem berät er Organisationen der Sozialwirtschaft zu fachlichen und strukturellen Fragen. Dadurch gewinnt er Einblicke in andere Organisationen und Teams, die er als ebenso lehrreich erlebt wie seine Haupttätigkeit. Bevor er sich dazu entschied, berufsbegleitend Soziale Arbeit im Bachelor an der Leuphana Professional School zu studieren, hatte Florian bereits eine Ausbildung zum Erzieher absolviert und sich zusätzlich als systemischer Therapeuten und Berater qualifiziert. Angeregt durch den Wunsch, das Thema Soziale Arbeit aus einem wissenschaftlichen Blickwinkel zu betrachten, ohne beruflich pausieren zu müssen, beschloss er schließlich, neben dem Job den Weg an die Universität zu gehen. Am Studium an der Leuphana begeisterte ihn vor allem, dass viele Lehrende direkt aus der Praxis kommen, also nicht nur Theorie vermitteln, sondern aus eigener Erfahrung wissen, wie die Sozialwirtschaft außerhalb des Seminarraums funktioniert. Den engen persönlichen Austausch mit den Dozent:innen schätzt Florian auch rückblickend sehr; einige Kontakte aus dieser Zeit bestehen bis heute. Den Master Sozialmanagement, ebenfalls berufsbegleitend an der Leuphana Professional School, begann Florian, als er bereits in einer Leitungsrolle tätig war. Er hatte festgestellt, dass die Personalentwicklung sowie die betriebswirtschaftlichen und arbeitsrechtlichen Fragen, mit denen er sich nun beruflich beschäftigte, Wissen erforderten, das über den Bachelor hinausgeht. Im Master verschafften ihm Module zu BWL, Innovationsmanagement und der europäischen Dimension der Sozialwirtschaft ein tieferes Verständnis dafür, wie Sozialwirtschaft eigentlich funktioniert. Besonders wertvoll war für ihn dabei die direkte Verbindung von Theorie und Praxis: Was er in den Blockseminaren am Wochenende erarbeitete, konnte er in der folgenden Woche unmittelbar in seiner Leitungsarbeit anwenden. Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Wie kann ein zunächst widerwillig angetretenes Pflichtpraktikum zur entscheidenden Weichenstellung im Berufsleben werden? Wie schafft man es, unterschiedliche Jobs und ein berufsbegleitendes Studium unter einen Hut zu bringen? Und was verbirgt sich hinter dem Konzept der Social Innovation Labs, das Florian aktuell in seiner Masterarbeit erforscht? Viel Spaß beim Hören! Moderiert wird diese Episode von: Daniel Persiel Das Gespräch fand statt im Oktober 2026. Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=13091