Spielzeug neu denken: Gründerin Jenny Rink und ihr Start-Up "Tapari"
Spielzeug neu denken: Gründerin Jenny Rink und ihr Start-Up "Tapari"

Spielzeug neu denken: Gründerin Jenny Rink und ihr Start-Up "Tapari"

Studium und dann?


29.01.2026 • 35 Min.

Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter sitzen um einen Spielteppich und lauschen gemeinsam gespannt einem Hörspiel. Was in vielen Hörer:innen nostalgische Erinnerungen an die eigene Kindheit weckt, möchte Gründerin Jenny Rink durch ihre „Tapari"-Spielteppiche zu einem interaktiven Erlebnis machen: Gemeinsam können die Kinder durch das Bewegen von Figuren auf dem Teppich entscheiden, wie sich die Hörspielgeschichte weiterentwickeln soll, und das ganz ohne Bildschirme. Dass Jenny einmal ihr eigenes Start-up gründen würde, hätte sie, die von sich sagt, dass sie nicht „der klassische Gründertyp sei", lange Zeit nicht erwartet, auch wenn die erste Idee zu „Tapari" ihr bereits im Studium kam. Während Jenny Interactive Media Design im Bachelor an der Hochschule Darmstadt studierte, entwickelte sie im Wahlfach Creative Entrepreneurship gemeinsam mit einer Kommilitonin den ersten Businessplan für ihr eigenes Unternehmen. Zugleich baute sie im Kurs Physical Interaction den ersten Prototyp eines interaktiven Spielteppichs, bestehend aus einer einfachen Matte, einem Mikrocontroller und einem Raspberry Pi. Im Master Leadership in the Creative Industries, den sie ebenfalls an der Hochschule Darmstadt machte, vertiefte Jenny anschließend ihr Gespür für Storytelling und Transmedia, also die Frage, wie eine Geschichte über verschiedene Kanäle und Sinne hinweg erfahrbar gemacht werden kann. Heute steckt all das in ihrem Start-up „Tapari". Die Gründung gewagt hat Jenny kurz nach dem Studium, mit Unterstützung des Hessen-Stipendiums, das sie sechs Monate lang nicht nur finanziell, sondern auch durch begleitende Workshops unterstützte. Weitere Förderung erhielt Jenny auch durch das Exist-Gründungsstipendium. Warum man sich trotz Zweifeln sich für diese Programme bewerben sollte und inwiefern sie die Entwicklung von „Tapari“ vorangebracht haben, verrät sie im Gespräch. Inzwischen wurden ihre Spielteppiche in zehn Kindergärten getestet. Innerhalb einer Kindergartenwoche konnten die Kinder die erste „Tapari"-Geschichte erleben, in deren Mittelpunkt ein kleiner Drache mit einem ganz besonderen Problem steht: Er ist der Einzige, der kein Feuer spucken kann, und sucht auf fünf verschiedenen Wegen, durch Begegnungen mit fünf ganz unterschiedlichen Charakteren, nach einer Lösung. Jenny selbst war während der Testphase zweimal die Woche vor Ort, beobachtete, wie Kinder spielten, und sammelte Feedback von Erzieher:innen. Was diese dabei häufig erwähnten, hat sie überrascht: Was sie am meisten an „Tapari" begeisterte, war nicht die Technologie, sondern die positiven Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder untereinander. Durch die Teppiche entwickelten sie ganz eigene Methoden, um gemeinsam zu entscheiden, wie das Hörspiel weitergehen sollte. Für die kommenden Monate hat Jenny einiges geplant: Mit einer Crowdfunding-Kampagne im Frühjahr nach diesem Interview möchte sie den Markteintritt vorbereiten, mit dem Ziel, „Tapari" pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 2026 auf den Markt zu bringen. Dafür baut ihr Team derzeit industrielle Produktionsprozesse auf, um vom handgefertigten Prototyp zur Serienproduktion zu kommen und „Tapari" in größeren Stückzahlen anbieten zu können. Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Wie beschreibt Jenny den Weg von der ersten Idee im Studium bis zum fertigen Produkt? Warum sollte man auch den Schritt der Start-up-Gründung wagen, wenn man nicht der geborene Unternehmer ist? Und welches Feedback hat sie von den Kindern erhalten, die den Spielteppich selbst ausprobieren durften? Viel Spaß beim Hören! Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=13111