"Berufsverkehr" und Karrierefaktor Sex, eine Sexualtherapeutin klärt auf, Osterspecial, #71
"Berufsverkehr" und Karrierefaktor Sex, eine Sexualtherapeutin klärt auf, Osterspecial, #71

"Berufsverkehr" und Karrierefaktor Sex, eine Sexualtherapeutin klärt auf, Osterspecial, #71

"TATORT Gesundheit", ein TrueMED Podcast!


05.04.2026 • 25 Min.

# Karrierefaktor Sex am Arbeitsplatz: Warum Schweigen krank macht und Werte Gesundheit schützen Sie gehen morgens mit einem mulmigen Gefühl zur Arbeit, halten den ganzen Tag innerlich die Luft an und sind abends so erschöpft, dass Schlaf zur Lotterie wird. Viele suchen die Ursache bei Workload, Projektdruck, Meetings. Ein häufiger Auslöser bleibt dagegen unsichtbar, weil niemand darüber sprechen will: Gefühle, Nähe, Verliebtheit, Affären, Trennungen im Job. Genau dieses Schweigen kann zum Gesundheitsrisiko werden. Sexualtherapeutin und Organisationspsychologin **Nancy Hanisch** bringt es auf den Punkt: Wenn Beziehungen am Arbeitsplatz tabuisiert werden, entstehen Spekulation, Ausgrenzung und Dauerstress. Und Dauerstress ist der direkte Weg in Fehlzeiten, Burnout und Depression. ## Berufsverkehr am Arbeitsplatz: Gefühle sind da, ob geplant oder nicht (Karrierefaktor Sex) Viele Unternehmen behandeln Liebe und Sexualität im Arbeitskontext wie ein Randthema. Dabei ist es für die meisten Teams Alltag, weil Arbeit der Ort ist, an dem wir Zeit teilen, Druck erleben und Nähe entsteht. Hier ist der Kernmechanismus: Wer viel Zeit miteinander verbringt, teilt Eindrücke, Herausforderungen und Stress. Das verbindet. Dazu kommt, dass digitale Kommunikation die Grenze zwischen Büro und Privatleben verwischt. > "Die wahrscheinlichste Variante ist relativ kurz erklärt, nämlich dort wo ich am meisten Zeit mit jemandem verbringe." (Nancy Hanisch, Sexualtherapeutin und Organisationspsychologin) Warum das gerade jetzt relevanter wird: Arbeitsbeziehungen sind längst nicht mehr nur „Kollegin am Schreibtisch nebenan“. Es sind Netzwerk-Events, Dienstreisen, Jubiläen, Projektphasen, Chats am Abend. Nancy beschreibt diesen erweiterten Arbeitsraum sehr konkret: > "Das ist nicht immer nur die direkte Kollegin oder der direkte Kollege am Schreibtisch nebenan, sondern damit ist natürlich auch gemeint, wen treffe ich bei Netzwerktreffen." (Nancy Hanisch, Sexualtherapeutin und Organisationspsychologin) Und dann passiert etwas, das viele unterschätzen: Kolleginnen und Kollegen wirken emotional näher als Menschen zu Hause, weil man sich nicht erst „updaten“ muss. Man war ja im selben Kontext, hat dieselben Insider, dieselben Spannungen, dieselben kleinen Momente. > "Kolleginnen und Kollegen erscheinen uns oft viel näher, weil wir diese Erklärung da nicht zusätzlich brauchen." (Nancy Hanisch, Sexualtherapeutin und Organisationspsychologin) **Was das mit Gesundheit zu tun hat:** Nähe am Arbeitsplatz ist nicht automatisch problematisch. Problematisch wird es, wenn sie in einer Umgebung stattfindet, die keine Sprache, keine Regeln und keine Haltung dafür hat. ## Warnsignale: Wenn Verliebtheit, Angst und Flurfunk zu chronischem Stress werden Die entscheidende Frage ist nicht, ob Beziehungen im Job entstehen. Sie entstehen. Die Frage ist, wie das Umfeld reagiert, wenn Gefühle sichtbar werden oder wenn jemand versucht, sie zu verstecken. Nancy verknüpft das Thema direkt mit einem der größten Kostentreiber im Gesundheitskontext: psychische Belastungen und Fehlzeiten. Der Weg dorthin beginnt oft nicht mit „zu viel Arbeit“, sondern mit **Daueranspannung**, weil Menschen Angst haben, dass Gefühle Konsequenzen haben. > "Was ist denn wenn am Anfang von einer Burnout Diagnose, von einer Depression oder ähnlichem, da vielleicht ein Verliebtheitsstand oder Gefühle für jemand anderen und wir hatten aber keine Möglichkeit uns mitzuteilen." (Nancy Hanisch, Sexualtherapeutin und Organisationspsychologin) Hier ist die Sache: Kurzfristiger Stress kann aktivieren. Gefährlich wird es, wenn keine Regeneration mehr kommt. Nancy beschreibt genau diese Chronifizierung: > "Diese kurze Dauer [wird] nicht mehr von einer Regenerationsphase abgelöst und dann, ja wir sagen chronifiziert." (Nancy Hanisch, Sexualtherapeutin und Organisationspsychologin) Und wie fühlt sich das im Alltag an? ... Hört rein in die Folge