Psychologin Stefanie Stahl: Der Donald Trump in dir muss Heimat finden
Psychologin Stefanie Stahl: Der Donald Trump in dir muss Heimat finden

Psychologin Stefanie Stahl: Der Donald Trump in dir muss Heimat finden

THE WILD HOUSE


22.09.2026 • 36 Min.

Donald Trump kennt in seiner öffentlichen Inszenierung kaum Selbstzweifel. Niederlagen räumt er nicht ein, Entschuldigungen gehören kaum zu seinem politischen Repertoire. Kritik beantwortet er mit Angriffen. Widersprüche scheinen ihm selten zu schaden. Im Gegenteil: Millionen Anhänger halten ihm die Treue, auch wenn Entscheidungen und frühere Versprechen auseinanderliegen. Was macht diesen Mann psychologisch so wirksam? In dieser Folge von THE WILD HOUSE spricht Journalistin Angela van Brakel mit Psychologin, Psychotherapeutin und Bestsellerautorin Stefanie Stahl über Donald Trumps Bedürfnis nach Anerkennung und Kontrolle, seine demonstrative Grandiosität und die Frage, warum Selbstsicherheit so leicht mit Kompetenz verwechselt wird. Stahl deutet sein Auftreten als möglichen psychologischen Selbstschutz. Dabei zieht sie eine klare Grenze: Das sind Hypothesen auf Grundlage seines öffentlich sichtbaren Verhaltens und seiner Biografie, keine Ferndiagnose. Noch spannender wird der Blick auf seine Anhänger. MAGA ist für viele längst mehr als Politik. Die Bewegung bietet Zugehörigkeit, Stolz und Identität. Trump inszeniert sich als starker Beschützer, liefert einfache Antworten und vermittelt das Gefühl: Wir gehören zusammen, wir sind die Starken. Stahl spricht von einem „geborgten Selbstwertgefühl“. Wer sich über Jahre mit dieser Bewegung identifiziert hat, müsste bei einem Bruch nicht nur Trump infrage stellen, sondern auch einen Teil des eigenen Selbstbildes. Genau das macht Loyalität so hartnäckig. Warum kann ein milliardenschwerer Immobilienunternehmer zum Helden der Arbeiterklasse werden? Wieso folgen ihm Millionen evangelikale Christen trotz offensichtlicher Widersprüche zu ihren eigenen Wertvorstellungen? Und warum wirkt ein Politiker, der niemals Schwäche zeigen will, auf viele Menschen gerade deshalb besonders stark? Am Ende geht es um mehr als Donald Trump. Was passiert, wenn Politik Teil der eigenen Identität wird? Warum zerbrechen Familien und Freundschaften an unterschiedlichen Weltbildern? Und wie kann ein Gespräch gelingen, wenn selbst die gemeinsame Grundlage dessen fehlt, was als Tatsache gilt? Stefanie Stahl erklärt, warum Beschämung Fronten verhärtet und weshalb Verbindung manchmal der einzige Weg zurück ins Gespräch ist. THE WILD HOUSE – Das neue Amerika verstehen. — Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.