Wirksamkeit von Führung verstehen - 360-Grad-Feedback als Entwicklungsinstrument
Wirksamkeit von Führung verstehen - 360-Grad-Feedback als Entwicklungsinstrument

Wirksamkeit von Führung verstehen - 360-Grad-Feedback als Entwicklungsinstrument

Transformation to go


28.08.2026 • 28 Min.

„Der einzige Hebel, der noch einfällt, ist manchmal Führung." Diagnostik – das Wort klingt nach Klinik, nach Skalpell, nach Sezieren. Melissa Montagna widerspricht dem gar nicht. „Tatsächlich beschreibt es das ziemlich gut", sagt sie über genau diesen Vergleich. Als Psychologin mit empirischer Prägung zerlegt sie komplexe Wirklichkeit in Dimensionen, Verhaltensanker, Items. Stefan Bald hört zu – und hakt dann genau da nach, wo es unbequem wird. Denn was misst man eigentlich, wenn man Führung messen will? Die Person oder ihre Wirkung? Für Melissa ist die Antwort eindeutig, und sie hat Konsequenzen: „Ab dem Punkt, wo ich die Person diagnostiziere, treffe ich ein Urteil über eine Persönlichkeit." Nur: Mit einem Urteil kann niemand arbeiten. Mit beobachtetem Verhalten schon. Drei Punkte, die im Gespräch besonders hängen bleiben. Erstens: Ein 360-Grad-Feedback taugt nicht als Beförderungsinstrument – wird es dafür genutzt, klopft Melissa dagegen. Zweitens die Frage nach dem Wahrheitsgehalt, die Stefan hartnäckig stellt. Was, wenn „mein Mitarbeiter Hans ist gerade richtig genervt von mir"? Die Antwort liegt nicht in mehr Objektivität, sondern in mehr Perspektiven – und in der Reflexion danach. Drittens: Wiederkehrende Muster über viele Führungskräfte hinweg zeigen nicht Führungsschwäche, sondern Systemgrenzen. Was ihr mitnehmt: eine klare Vorstellung davon, wie so ein Verfahren handwerklich entsteht – vom Grundproblem über die eigene Definition guter Führung bis zum einzelnen Item. Und eine Warnung. Ein Fragebogen ohne Entwicklungsraum bleibt Papier. „Es ist nicht nur Diagnostik, sondern Diagnostik, die Entwicklung dient."